36 Lieblingsorte – Teil III/IV

Im ersten  und im zweiten Teil meiner Bilder-Serie „36 Lieblingsorte“ habe ich euch bereits 18 meiner Frankfurter Lieblingsorte präsentiert.

Festgehalten auf Film. Analog, so ganz wie früher.
Nicht technisch perfekt, ganz unverfälscht – und genau dadurch für mich so reiz- wie wertvoll.

Im nun folgenden dritten Teil meiner Bilderreihe nehme ich euch mit auf eine kleine Reise zu neun weiteren meiner liebsten Orte unserer Stadt. Wie immer ganz unter dem Motto:

 

Ein Film. 36 Aufnahmen. 36 Orte. 36 Leidenschaften.

Ich wünsche viel Freude beim Betrachten und Entdecken – und bin schon jetzt gespannt auf euer Feedback!

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Das „Licht- und Luftbad Niederrad„, gemeinhin kurz als „LiLu“ bekannt, ist ein ganz besonderer Ort – insbesondere an den heißen Tagen des Jahres! 

Einst eine Badeanstalt am Niederräder Mainufer, erfreut sich der Uferabschnitt im Westen der Innenstadt immer noch großer Beliebtheit bei den Frankfurtern. Im Main gebadet darf hier zwar nicht mehr werden, dafür aber gegrillt:

Was sonst am Mainufer verboten ist, ist hier ausdrücklich gestattet. Und auch ohne Fleischeshunger lässt es sich hier ganz wunderbar entspannen.
Wann immer auch ich mit Buch und Zeitung samt frischem Kaffee aus dem „LiLu“-Café hier verweile und die vorüber fahrenden Schiffe beobachte – dann fühle ich mich augenblicklich wie im Urlaub.

Wenn da nicht die Züge wären, die sich im Minutentakt über die Mainbrücke schlängeln würden – aber das ist ja irgendwie auch ein schöner Anblick.
Findet ihr nicht?

 

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Der chinesische Garten als Teil des Bethmannspark ist eine wahre Oase inmitten der Stadt. Als Teil des Bethmannparks zwischen Friedberger Landstraße und unterer Berger Straße ist er hinter einer Mauer versteckt – und immer einen Besuch wert. 

Bereits 1989 wurde in diesem Teil des Parks ein Ort der Erholung und des Innehaltens in fernöstlichem Stil errichtet. Inklusive Tempel, eigens aus China importierten Bambuspflanzen und einem Teich, welcher von bunten Fischen und Schildkröten bevölkert wird.

Manch einer von denen, die an den hohen Mauern des Gartens vorbeieilen, ahnt gar nicht, welch Paradies sich dahinter verbirgt.

Wenn mir mal wieder alles zu viel wird, der Stress zu Kopfe steigt – dann bin ich froh, den Garten in meiner Nähe zu wissen. Und schon kurz, nachdem ich ihn betreten habe, fühle ich mich gleich ganz anders. Nehmt doch einmal Platz im Tempel, lauft auf Steinen über den See, klettert auf den Turm und lasst die Seele baumeln. Ihr werdet gar nicht glauben, wie viel Ruhe dieser Park ausstrahlt.

Und schon manch Einer, der Frankfurt bislang für eine graue wie triste Stadt hielt, war bass erstaunt, nachdem ich ihn an diesen Ort entführte. Erlebt es selbst!


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Der Frankfurter Hauptbahnhof ist ein wahnsinniges Konstrukt:
Verkehrsdrehscheibe, architektonisches Meisterwerk, der Menschenmassen, des Elends. Und dennoch bin ich immer wieder gern hier. 

Bereits 1888 errichtet, thront er heute mit seinen 5 Stahlhallen imposant zwischen Gallus- und Bahnhofsviertel. Nach Leipzig ist er der zweitgrößte Kopfbahnhof des Landes, das Reisenden-Aufkommen ist an keinem anderen deutschen Bahnhof größer.

Und das merkt man: Menschen eilen zu ihren Zügen, drängen an vollen Bahnsteigen, halten allenfalls kurz an um sich mit einem Pappbecher voll Kaffee zu versorgen. Dieser Ort schläft nie.

Hier wird umgestiegen, werden Fahrpläne studiert, wird über die Deutsche Bahn geflucht, wird gewartet, wird gedealt. Eine Welt für sich. Hier sind sich Manager mit Handy am Ohr und Junkie mit Nadel im Arm so nah wie kaum anderswo – und nehmen dennoch kaum Notiz voneinander.

Wenn ich auf das Vorfeld starre, die Züge ein- und ausfahren sehe, all die Destinationen auf der großen Anzeigetafel sehe, dann ergreift mich das Fernweh.

Wie schön, zu wissen, dass ich von hier aus überall schnell hinkommen kann. Und ebenso schön zu wissen, dass ich von überall auch schnell wieder zu Hause bin.


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Die Kleinmarkthalle ist absoluter Pflichttermin für jeden Besucher Frankfurts.
In der eigentlich recht unansehnlichen Halle warten Tag für Tag Delikatessen, frische Früchte und gar fangfrische Fische darauf, gekostet und erstanden zu werden. Das nötige Kleingeld vorausgesetzt. 

Bereits seit 1954 herrscht hier reger Trubel an den mehr als 150 Marktständen.
Denn auch Einheimische verweilen gerne hier – ob zum Großeinkauf oder für eine kurze Pause bei Kaffee und Rindswurst von „Gref Völsing“ am Stand der Metzgerei Schön.

Am Wochenende dann ist die Kleinmarkthalle auch beliebter Treffpunkt:

Auf der Terrasse der Halle lässt es sich nämlich ganz hervorragend Wein vom „Rollanderhof“ süffeln. Dicht an dicht gedrängt stehen dann da und vergessen nach dem dritten Glas auch gerne mal die Zeit. Einen ganzen Nachmittag vertrödeln – ja, auch das ist möglich in der Kleinmarkthalle.


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Die Klapper 33 ist auch für echte Frankfurter (welche bekanntlich meist einen großen Bogen um Alt-Sachsenhausen machen) ein guter Grund, sich hinein in den „Ballermann am Main“ zu stürzen. Und hat man sich dann mal durch Junggesellen-Abschiede und grölende Umlands-Halbstarke gekämpft und die Türe der „Klapper“ geöffnet: Dann hat man eine gute Zeit vor sich. 

Schwierig, diesen Ort einzuordnen. „Kneipe“ ist wohl nicht ganz zutreffend, schließlich ist hier am Wochenende immer mächtig was los. Die Musik ist stets die selbe (nach dem dritten Besuch kann man zielsicher voraussagen, welcher Titel als nächstes gespielt wird), nicht wirklich besonders. Dennoch regen die Evergreens dazu an, sich doch noch einen nächsten Apfelwein und einen der legendären „Hausgemachten“ zu bestellen.

Mit irgendjemandem kommt man immer ins Gespräch, oft geht man nicht allein nach Hause – erstaunlich, welch Geschichten sich auf dem Kopfsteinpflaster des Schankraumes hier schon abgespielt haben.

Und auch alleine wird es hier nicht langweilig:

Die Wände sind übersät mit Antiquitäten und alten Schildern, sodass es immer was zu schauen und entdecken gibt. Außerdem ist das nette Team der „Klapper“ immer für einen netten Plausch zu haben.

Probiert es aus!



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Das „Blaue Wasser“ ist schon ein ungewöhnlicher Ort, um ein Getränk zum Feierabend zu genießen – oder sich während einer Radtour für die nächsten Kilometer zu stärken. 

Zunächst ein wenig verstörend mag die Tatsache sein, dass sich dieser Ort als Mix aus Café, Bar & Restaurant im Gebäude eines ehemaligen FKK-Clubs am Fechenheimer Mainufer befindet. Den Räumlichkeiten merkt man durchaus noch an, was in ihnen über Jahre hinweg so „getrieben“ wurde. Nicht jedermanns Sache, ich finde es aber recht erheiternd und spannend.

Jedermanns Sache dagegen dürfte die Terrasse des „blauen Wassers“ sein:

Direkt am Mainufer bei Kaffee oder Gin Tonic auf den Fluss schauen, nette Gespräche beim Abendessen führen und den Booten winken, welche hier Ab- und Anlegen. Wer hätte gedacht, dass man sich mitten in Frankfurt fühlen kann wie in einem Urlaubsort am Meer?

 


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Frankfurt, das sind Wolkenkratzer, Siedlungsbauten und Altbauten aus der Gründerzeit? Stimmt alles. Was Frankfurt aber ebenso ist:
Dorf und Fachwerk. 

Wer’s nicht glaubt, der sollte sich dringend mal nach Höchst begegnen. Ich fahre gern am Main entlang in den westlichen Stadtteil und laufe anschließend durch die engen Gassen. Kopfsteinflaster, schnuckelige Fachwerkhäuser, ein schöner Platz im Mittelpunkt der Altstadt – samt Blick auf Schloss und Main:

Ich fühle mich hier ganz wie auf dem Dorf. Wäre da nicht die Skyline, die sich einige Kilometer weiter gen Horizont gen Himmel reckt und mich daran zurückerinnert, dass ich mich hier nicht in der nordhessischen Prärie, sondern in einer Großstadt befinde.


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Bilder von der alten Oper existieren zu Genüge – auch für mich muss das so vorbildlich restaurierte Gebäude oftmals als Motiv herhalten. Weniger Beachtung dagegen findet für gewöhnlich der Opernplatz davor. 

Und weil es hier immer etwas zu Gucken und Beobachten gibt, ist der Platz einer meiner Lieblingsorte. Mittags eilen die Bänker zum Lunch auf die Fressgass, während Studenten in ihre Lehrbücher vertieft am Brunnen sitzen. Ein Jogger, der fast mit einem Straßenkünstler kollidiert, eine Horde Teenager, die unter der Last ihrer Einkaufstüten beinahe kollidiert. Ein bunter Mix aus Menschen, prächtiger Architektur (ich liebe die Straßenlaternen!) – und über allem thront die Skyline. Typisch Frankfurt eben!



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Ein Boot am Main. Ein schwimmendes Café, eine schwimmende Bar, ein schwimmender Tanzclub. Das ist der YACHTKLUB. Ein Lieblingsort von mir am Sachsenhäuser Mainufer, dessen Besuch ich bislang nie bereuen musste.

Das Hausboot ist von morgens bis spät nachts geöffnet und quasi eine ganztägige Anlaufstelle für nette Gesellschaften, Kaffee & Kuchen, Feierabendbier oder auch Musik und Tanz.

Für mich gibt es nichts schöneres, als mir bei der Zeitungslektüre meinen morgendlichen Koffein-Kick zu verpassen und dabei den Schiffsverkehr zu beobachten. Und wenn mir nachts noch nach Tanzen ist, so erfüllt mir der Klub (sic!) auch dieses Bedürfnis – wenn die Besucher im Sommer auf dem Deck in den Sternenhimmel schauen, ist nicht immer nur der Wellengang schuld an deren Schwanken. Schade nur, dass während der Wintermonate das Boot in seinem Winterquartier an Anker liegt.

Doch Yachtklub, wir sehen uns wieder – ich freu‘ mich schon auf nächstes Jahr!



Wie immer hoffe ich, dass mein kleiner Bilder-Streifzug durch meine Heimatstadt auf euer Gefallen stößt.

Und noch viel mehr hoffe ich, dass ich euch dazu anregen konnte, meine Lieblingsorte selbst für euch zu entdecken.

Dabei wünsche ich euch viel Freude – erzählt mir gern davon!

Der nächste – und letzte – Teil meiner Serie „36 Lieblingsorte“ erscheint dann in einigen Wochen.

Und bis dahin: Zieht euch warm an, Freunde!

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