Noch so’n Stadtmagazin? – Blog „frankfurtdubistsowunderbar“ jetzt auch als Print-Ausgabe

„Boah Matze, wie schaffst du es eigentlich, immer so up-to-date zu bleiben im Frankfurter Stadtgeschehen?“

Diese Frage wird mir oft gestellt. Und zugegeben, es ist nicht immer leicht, am Frankfurter Ball zu bleiben.

Da gilt es beispielsweise täglich, den Lokalteil der Frankfurter Rundschau zu studieren, samt Terminübersicht für den jeweiligen Tag. Alle zwei Wochen, da flattert das JOURNAL FRANKFURT in den Briefkasten, informiert über Neuigkeiten aus Gastronomie, Kultur und Nachtleben. Klar, dass auch hier ein (wirklich empfehlenswerter!) Veranstaltungskalender beiliegt. Nebenbei stöbere ich natürlich auch gern in Frankfurter Online-Magazinen und Blogs. Einmal im Monat, da blättere ich auch schon mal in der aktuellen Ausgabe von „FRIZZ Frankfurt“ herum, und schlussendlich entdecke ich ja auch selbst immer wieder unendlich viel Neues, wenn ich mich in der Stadt umhertreibe.

Eigentlich, da fühle ich mich also bestens informiert. Bis mir dann neulich ein Kumpel, wir waren gerade gemütlich am stoffeln, ganz beiläufig erzählte, dass der Blog „frankfurtdubistsowunderbar“ (den ich im Übrigen sehr mag!) nun den Sprung in die Offline-Welt gewagt hat und jüngst eine erste Print-Ausgabe durch die Druckmaschinen gejagt hat.

 

 

„Nee, noch so’n Stadtmagazin? Was soll ich denn bitte noch alles lesen?“

Das war mein erster Gedanke. Aber dennoch hat meine Neugierde wieder einmal gesiegt, und ich hab mir bei Tia Emma eine druckfrische Ausgabe ergattert.
Etwas skeptisch hab ich’s mir also im Café Sugar Mama gemütlich gemacht, um das im eindrucksvollen Zeitungsformat gedruckte Magazin zu begutachten.

Ich meine, sämtliche Cafés, Kneipen und Hotspots der Stadt sind doch mittlerweile derart bei YELP, Tripadvisor & Co. totrezensiert worden, sodass ich selbst oft gar keine Lust habe, den viertausendachthundertzweiundsiebzigsten Artikel über Café, Kneipe oder schöne Fleckchen Frankfurts zu verfassen.

 

Was also sollte mich da schon Neues erwarten?
Ein erster Blick verrät mir jedenfalls:

Der Verleger, das Frankfurter Kreativbüro „esistfreitag“ hat sich bei Layout und Bildauswahl reichlich Mühe gegeben. Für mich als Rundschau-Leser war der Umgang mit den großformatigen Seiten zwar eine kleine Herausforderung, aber meine netten Sitznachbarn haben mir es nicht weiter verübelt, dass meine Lektüre gleich den ganzen Tisch in Anspruch nahm. Außerdem sorgen die große Seiten dafür, dass die Inhalte weder überladen wirken und die Seiten sehr übersichtlich und leicht zu lesen sind.

 

„Wann hast du zum letzten Mal etwas zum ersten Mal erlebt?“ 

Direkt auf der zweiten Seite hat mich das Magazin gepackt.
Fettgedruckt steht dort nämlich genau die Frage, die ich mir selbst immer wieder stelle und die mein Antrieb dafür ist, immer wieder Neues entdecken und erfahren zu wollen. Gespannt blättere ich weiter, entschuldige mich dabei bei meinen Tischnachbarn. Blättern nimmt hier eben Raum in Anspruch.

Frankfurter werden gefragt, welche Farbe die Stadt für sie habe. Was würde ich wohl darauf antworten? Das muss ich noch fertig denken, blättere lieber erstmal weiter.

 

Entdecke einen kleinen Artikel über das alteingesessene Bürstenhaus in der Töngesgasse – hach, dass das außer mir noch jemand kennt! Schön.

Zwei Bewohner der Altstadt werden zu Hause besucht, ihre Wohnung erhält gleich ’ne ganze Doppelseite. Zumindest mein Voyeurismus ist bedient, und ganz ehrlich: Hey, würd‘ nicht jeder gern mal einen Blick in die Wohnung der Nachbarn werfen?Weiter geht’s, ich ärgere mich ein bisschen.

„Die perfekte Woche“ – ein Wochenplan mit Tipps für jeden Wochentag und jede Uhrzeit, ansehnlich aufbereit mit Spalten und roten Balken.

 

 

Warum bin ich da noch nicht selbst drauf gekommen? Die Locations, klar, die kenne ich. Doch mit deren Auswahl, da bin ich d’accord. Sehr hipster-lastig, klar, aber eben der Zielgruppe entsprechend. Lediglich ein einziger Besuch des „Café Sugar Mama“ in der Woche, das scheint mir dann doch ein wenig unangebracht, kann man ruhig öfter hin.

Doch gerade diejenigen, die noch nicht sonderlich bewandert sind in Frankfurt, die haben so eine wirklich praktische Entdecker-Hilfe an der Hand. Genial!

Weiter im Programm, Kunst, Mode, Kultur, mal mehr, mal weniger interessant für mich.

Aber eine große Doppelseite, die packt meine Aufmerksamkeit dann wieder vollends am Schopf: „Am Wasser gebaut“, so die Überschrift. 

Ein großer Main, der sich über beide Seiten erstreckt. Versehen mit 9 Orten zwischen Niederrad und Offenbach, an denen es sich im Sommer ganz wunderbar aushalten lässt. Frankfurt liegt zwar nicht am Meer, aber dennoch kann man hier schließlich jede Menge Spaß am Wasser haben!

Auch diese 9 Orte habe ich allesamt bereits besucht; ich muss nicht überall wieder hin. Das „Oosten“ mag ich gar nicht, dafür freue ich mich aber, dass das „Orange Beach“ als einer meiner liebsten Geheim-Tipps hier Empfehlung findet.

 

 

 

 

Kurz darauf schlage ich die Zeitung dann auch wieder zusammen:
Mehr als zwanzig Seiten umfasst die Erstausgabe nämlich nicht.

„Frankfurt & Du, ihr seid so wunderbar!“, lässt mich die letzte Seite wissen.
Lieben Dank, ich nehm‘ das mal als Kompliment!
Ich vergewissere mich, dass meine Sitznachbarn keine bleibenden Schäden davon getragen habe, und denke nach. Wie ist meine Meinung zu diesen zwanzig Seiten?

 

Gerne noch ’ne Ausgabe!

Mein erster Gedanke, da bin ich ganz ehrlich, war:
„Herrje, braucht Frankfurt wirklich noch ein x-tes Stadtmagazin“?

Nun, nachdem ich mich der ausgiebigen Lektüre gewidmet habe, da kann ich aber sagen:

„frankfurtdubistsowunderbar“ hebt sich dann aber doch deutlich genug und in angenehmer Art und Weise von anderen Formaten ab, um eine Daseinsberechtigung zu erlangen.

Das große Zeitungsformat des Magazins ist zunächst gewöhnungsbedürftig. Doch bieten die großen Seiten eben auch viel Platz für Texte und Bilder, ohne dass diese aneinander gedrängt wirken würden.

Der Preis erscheint mit fünf Euro für zwanzig Seiten natürlich erst mal happig; an der Druckqualität ist dafür aber auch nichts auszusetzen.

All diejenigen, die noch nicht allzu bewandert sind in Frankfurt, die können jedenfalls bedenkenlos zugreifen.

Und auch ich hätte keinesfalls was gegen eine zweite Ausgabe! Dann auch gern ein wenig umfangreicher. Wo ihr eure Ausgabe des Magazins ergattern könnt, das erfahrt ihr übrigens auf www.frankfurtdubistsowunderbar.de !

Bücher kaufen für den guten Zweck: Im „OXFAM Bookshop“

Nicht allein das Schreiben ist eine meiner großen Leidenschaften. Ich bin nämlich gleichwohl ’ne richtige Leseratte und verlasse meine Wohnung  niemals ohne Buch im Rucksack. Insofern hab‘ ich mich natürlich erstmal gefreut, als „Hugendubel“ kürzlich eine weitere Filiale mitten auf der Zeil eröffnet hat. 

Bücher kaufen, das geht blöderweise auch schnell ins Geld. Angesichts meines Bücherverschleißes wäre ich vermutlich schnell ein armer Mann, würde ich ein jedes Buch neu und druckfrisch erwerben. Wie gut, dass es Antiquariate und Flohmärkte gibt, wo sich echte Bücher-Schnäppchen machen lassen.

Und noch besser, dass es einen Laden gibt, bei dem der Bücherkauf zur guten Tat gerät: 

Der „OXFAM Bookshop“ in der Töngesgasse.

Die Welt ein kleines Stückchen besser machen

Das Ladengeschäft in der Töngesgasse 35 existiert bereits seit über 15 Jahren und wird betrieben von der Hilfs- und Wohltätigkeitsorganisation OXFAM. 

Über 70 (!) ehrenamtliche Mitarbeiter nehmen hier tagtäglich Bücherspenden an, kategorisieren die einzelnen Werke und zeichnen sie mit einem wirklich fairen Preis aus. Selten steht ein Buch hier für mehr als 3,50 EUR zum Verkauf. Das gilt sogar für aktuelle Titel!

Der Verkaufserlös wird unmittelbar weitergeleitet an OXFAM, die davon ihre zahlreichen Hilfsprojekte in der gesamten Welt finanziert.

Hier profitiert also jeder:

Der Bücherfreund, der sich hier mit Lesestoff versorgen kann, ohne ein Vermögen ausgeben zu müssen. Und schließlich all die Menschen, die an Armut leiden oder sich in Not befinden – und von der humanitären Hilfe der OXFAM-Projekte erreicht werden.

 

„Ein jedes Buch befindet sich in gutem Zustand“

Als ich neulich mal wieder auf der Suche nach neuem Lesestoff vor Ort war, hatte ich das Glück, mich mit den beiden netten Verkäufern ein wenig zu unterhalten.

Beide, so erzählen sie, arbeiten ehrenamtlich hier. Das Verkaufen mache nur einen kleinen Teil der Arbeit aus: Fast täglich würden hier Bücher angeliefert. Mal nur einzelne, mal gleich ganze Kartons.

Und jedes einzelne Buch, so wird mir versichert, würde umgehend auf seinen Zustand hin begutachtet. Was zerfleddert wirkt oder bereits nicht vorgesehene Bekanntschaften mit Kaffee, Wein und sonstigen Flüssigkeiten gemacht hat, wird aussortiert und nicht verkauft.

Was übrig bleibt, wird thematisch eingeordnet und in eines der vielen Regale eingeräumt, wo es fortan auf Kundschaft wartet. Ob Weltliteratur, Klassiker der Belletristik, Fachliteratur, seichte Urlaubsunterhaltung oder spannende Krimis: Ein jeder Leser solle hier auf seine Kosten kommen.

Wie lange es dann dauert, bis ein Buch einen neuen glücklichen Besitzer findet, das lasse sich indes kaum sagen: Gerade aktuelle Titel seien ratzfatz wieder verkauft, manche Bücher warten aber auch Monate lang auf einen Käufer. Und manche, die müssen dann eben irgendwann Platz machen für „Frischware“.

 

Der Bücherkauf als Erlebnis

Dass wirklich Jedermann hier fündig werden kann: Das kann ich nur bestätigen!

Klar, benötigt man ein ganz bestimmtes Buch, ist man beim gewöhnlichen Buchhändler besser aufgehoben. Möchte man dagegen einfach nur „mal schauen“, sich überraschen oder inspirieren lassen – dann ist man hier goldrichtig. Und macht es nicht auch verdammt viel Freude, sich durch die Regale zu stöbern?

Wie viele tolle Bücher ich hier schon entdeckt habe, die ich vermutlich ansonsten niemals gelesen hätte, vermag ich schon gar nicht mehr zu sagen. Meist verlasse ich den OXFAM-Buchshop dann mit gleich drei Büchern, für die ich gerade einmal so viel gezahlt habe wie für ein druckfrisches bei HUGENDUBEL & Co. Und natürlich mit dem guten Gewissen, einen kleinen Beitrag für eine bessere Welt geleistet zu haben.

Auch heute bin ich wieder fündig geworden: 

Voltaire ist es geworden, „Candide oder der Optimismus“, eine recht bekannte Erzählung des französischen Philosophen.

Für erschwingliche zwofuffzich!

Somit bin ich wieder mal sehr glücklich darüber, dass es den OXFAM-Buchshop gibt. Und damit das noch lange so bleiben mag, kann ich auch euch nur ans Herz legen, dort einmal vorbeizuschauen, wenn euch demnächst mal wieder der Lesestoff ausgeht.

Es lohnt sich gleich doppelt!

OXFAM Buchshop
Töngesstraße 35
Geöffnet:

Mo-Fr 10.00-18.30
Sa 10.00-16.30

 

Neuer #LESESTOFF: Stadtgeschichten, bestens vernetzt

Ist euch mal wieder der Lesestoff ausgegangen? 
Keine Sorge, denn ich hab‘ da mal wieder was entdeckt für euch. Es war nach Mitternacht, als ich neulich in der Leseecke des Yachtklub ein vielversprechendes Buch entdeckte:

„Frankfurter Verkehrsliteratour“, so sein Titel, erschienen 2016 im Größenwahn Verlag.

Ich gebe zu, ich war versucht, das Buch in einem unbeobachteten Moment in meiner Tasche versinken zu lassen. Doch dann besann ich mich eines Besseres und erstand das Buch am nächsten Tag im Buchhandel. Den Yachtklub, nee, das macht man nicht. Das konnte dann auch ich nicht mit meinem Gewissen vereinbaren.

Nun hab‘ ich das Buch durchgelesen. Weil es auf einem so einfallsreichen Konzept basiert, und die einzelnen Kurzgeschichten ausnahmslos in Frankfurt spielen, möchte ich es nicht unerwähnt lassen!

Worum geht’s`?

Die Herausgeber haben im Buch mehrere in Frankfurt handelnde Kurzgeschichten mittels dem öffentlichen Nahverkehr der Stadt verbunden. Hört sich ganz lustig an, ist es auch.

Am Ende einer jeden Kurzgeschichte zahlreicher Frankfurter Autoren (die mit Angabe der jeweiligen Haltestelle beginnt) wird der Leser vor die Wahl gestellt:

Wohin soll es nun gehen? Basierend auf dem Netzplan kann dann die Wahl getroffen werden, welche Haltestelle angefahren soll. Dort „angekommen“ (hierbei hilft die Angabe der Seitenzahl), wartet bereits die nächste Kurzgeschichte.

Das Buch ist also als Sammlung verschiedener Texte zu verstehen; ergänzt um zahlreiche Gedichte bietet das Buch unterhaltsame, verstörende wie zum Nachdenken anregende Texte. Garniert mit einer ordentlichen Portion Lokalkolorit!

 

Wie mir das Buch gefallen hat

Klar, dass ich aufgrund des breiten Spektrums unterschiedlichster Kurzgeschichten aus verschiedenen Federn nicht restlos begeistert war. Manche der Geschichten habe ich eher beiläufig zur Kenntnis genommen, in der Gesamtheit hat mich das Buch aber überzeugt!

Vor allem die Bandbreite der unterschiedlichen Geschichte hat mich angesprochen. Nachdenklich gemacht haben mich beispielsweise sowohl ein Essay über den freien Willen der Drogensüchtigen in der Taunusanlage sowie eine Erzählung über Beobachtungen, die von einem Balkon hoch über den Straßen des Bahnhofsviertels gemacht wurden.

Immer wieder schön bei der Lektüre fand ich, dass ich einen Großteil der Schauplätze gut kenne und auch gern selbst besuche: 

So zum Beispiel die „Gute Stute“ im Gallusviertel, die in einer fiktiven Geschichte zum Schauplatz eines Treffens zwischen dem jungen Goethe und einer namenlosen Stewardess wird.

Oder auch das Lobeslied auf den Yachtklub, verfasst von Tausendsassa Patrick9000.

Ich bin mir sicher, auch ihr werdet viele der Orte im Buch mit Schmunzeln wiedererkennen!

 

Und nun: Kaufen, kaufen, kaufen!

Na, überzeugt? Dann nichts wie hin zum Buchhändler eures Vertrauens! Aufgrund der kleinen Auflage wird das Buch vermutlich vorbestellt werden müssen.

Die Faulen oder Eiligen unter euch können natürlich auch bei Amazon bestellen – dabei aber bitte das schlechte Gewissen nicht vergessen! 😉

Viel Freude euch beim Lesen!

 

#LESESTOFF: „Pankfurt“ – Eine Zeitreise ins wilde Frankfurt der frühen Achtziger

Wie allgemein bekannt, bin ich ja ein großer Fan von jeglicher Lektüre mit Bezug auf meine Heimatstadt.

Und neulich, da hab‘ ich einen echten Zufallstreffer gelandet, den ich euch gern kurz vorstellen will:

Das Buch „Pankfurt“ des Autors Robert Maier ist 2016 im Charles-Verlag erschienen und entführt den Leser zurück ins Jahr 1981.

In eine Zeit, in der es hoch her ging in Frankfurt:

Im Nordend formierten sich die „Grünen“, erste Stimmen gegen die Atomkraft wurden laut. Ein Hüttendorf leistete Widerstand gegen den geplanten Bau der Startbahn West, die Sponti-Szene machte Schlagzeilen.

Als Höhepunkt der damaligen Eskalation gilt bis heute die Ermordung des hessischen Wirtschaftsministers Heinz-Herbert Karry, zu der sich die reaktionären Zellen bekannten.

Ein turbulenter Abschnitt Frankfurter Stadtgeschichte als Schauplatz für einen Roman: Hey, das klingt doch vielversprechend!

 

Worum geht’s?

Der Protagonist Frank entstammt der hessischen Prärie, genauer: Der Kleinstadt Butzbach in Mittelhessen. Gerade sein Physik-Studium in Frankfurt begonnen (in Bockenheim, versteht sich – an den „Campus Westend“ war schließlich noch lange nicht zu denken…), ist er des Pendels schnell überdrüssig.

Ohnehin, er ist ziemlich angeödet vom Spießertum seiner Heimatstadt, sucht Anschluss an Gleichgesinnte, wünscht sich ein wildes Studenten-Leben.
Das findet er dann auch mehr als ursprünglich beabsichtigt:

Über eine Anzeige im „Pflasterstrand“ (na, wer erinnert sich?) landet er als neuer Mitbewohner in einer astreinen Revoluzzer-WG in Bockenheim. Etwas blöde nur, dass seine neuen Freunde aus der Wohngemeinschaft bereits im Fadenkreuz der Gesetzeshüter sind. Insbesondere Hauptkommissar Berger hat längst seine Augen auf das „anarchistische Treiben“ der Studenten geworfen.

Ein paar doofe Zufälle und ein Besuch des „Hüttendorfs“ am Flughafen tun ihr übrigens, und Frank gerät zum Gejagten. Gar die Vorbereitung eines Attentates auf den Ministerpräsidenten wird ihm vorgeworfen. Neben ziemlich viel Bier, Punk-Konzerten und politischen Diskussionen beschert Frankfurt ihm auch eine neue Liebschaft, die das Drama seinen Lauf nehmen lässt. Aber ich mag ja nicht zu viel verraten!

 

200 Seiten später: Mein Fazit

Zunächst einmal:

Protagonist Frank ist ein überaus sympathischer Zeitgenosse. Ich jedenfalls konnte mich auf Anhieb gut mit ihm identifizieren:

Auch ich bin aus der hessische Prärie nach Frankfurt geflüchtet, auch ich halte nicht viel vom frühen Aufstehen und beginne – ganz wie Frank – meine Tage am liebsten mit der ausgiebigen Lektüre der Frankfurter Rundschau auf dem Klo.

Die Figuren im Roman – allen voran die Mitbewohner seiner „revolutionären“ Wohngemeinschaft und der altbackene Hauptkommissar Berger als Franks Gegenspieler – sind stark überzeichnet und entsprechen sämtlich gängigen Klischees. Und auch ich spiele nur allzu gern mit Klischees!

Klischees begegnen dem Leser während der gesamten Romanhandlung, besonders erheitert hat mich eine Reise in die DDR, während der Frank erstmals mit dem ostdeutschen Alltag konfrontiert wird.Und auch sonst fühlte ich mich gut unterhalten: Zwischen Rebellentum und Studium mangelt es nicht an Komik.

Besonders schön für mich als Frankfurter natürlich, dass zahlreiche der Handlungsorte – auch Cafés und Kneipen, die heute noch existieren – bestens bekannt sind. Die Ausdrucksweise des Autors entspricht nun freilich keinem Bestsellerautor, das Buch lässt sich jedoch flüssig lesen. Nur manchmal nervt es ein wenig, dass der Protagonist so ziemlich alles wahlweise „cool“, „geil“ oder „spießig“ findet. Das ist dann doch ein bisschen zu viel des Pseudo-Jugendsprech der Achtziger.

Am allermeisten überrascht hat mich jedoch der Plot, der sich wahrlich nicht zu verstecken braucht: Hey, das Buch ist richtig spannend! 

Anders als den meisten anderen Autoren von Lokalkrimis ist es Robert Maier gelungen, ’ne richtig spannende Story zu ersinnen. Schlüssig, aufregend, manchmal auch nachdenklich stimmend.

Der Konflikt zwischen der Nachrkiegsgeneration und den „alten Spießern“, die selbst noch den Krieg erlebt hat, zieht sich durch den gesamten Roman. Und das Ende, das ist fast ein wenig – ja, schön.

 

Scheut nicht vor dem Kauf zurück

Ich hoffe, ich habe euch ein wenig neugierig machen können auf „Pankfurt“.
Einen Erwerb des Buches kann ich euch jedenfalls nur ans Herz legen!

Beziehen könnt ihr es – na klar, wo sonst – bei Amazon.

Viel Freude euch beim Lesen! 

 

 

Lesestoff trifft Lyrisches: Vom Dilemma der „Generation Maybe“

Über das jüngste Buch, das ich verschlungen haben, bin ich genau zur rechten Zeit gestolpert. Ich hatte selbst schlaflose Nächte, zerbrach mir den Kopf. Über den Weg, den ich bis heute gegangen bin. Über mein Dasein, über meine Träume, meine Wünsche, meine Ziele.

Wer will ich sein, wo will ich hin, und verplempere ich nicht ohnehin meine Zeit mit Nichtigkeiten? Wo liegt der Sinn, was sind meine Werte, bin ich überhaupt noch „Up to Date“? Es galt, eine große Entscheidung zu treffen.

Aber vorher noch schnell mal Facebook und SPIEGEL ONLINE checken, ich könnte ja schließlich was verpassen.

Und genau von diesem Dilemma handelt auch meine heutige Lese-Empfehlung für euch:

Das erschreckend treffende, erheiternde und nachdenklich stimmende Buch

„Generation Maybe – Die Signatur einer Epoche“ des Berliner Autors Oliver Jeges. 

 

Schon der Klappentext hätte aus meiner Feder stammen können

„Die  Generation Maybe“ hat mehr Möglichkeiten als irgendeine Generation vor ihr. Sie ist in Wohlstand gebettet, gut ausgebildet und ringt dennoch um Orientierung. Sie will atomfreien Strom, glückliche Hühner und trotzdem mit Billigfliegern die Welt bereisen. Ihr Lebensziel ist ein CO2-freier Fußabdruck, finanzielle Absicherung und die große Selbstverwirklichung. Das klappt schon irgendwie. Oder? Was nach außen wie ein Segen scheint, ist für diese Generation ein Fluch. Weil plötzlich alles möglich ist, sind alle heillos überfordert.“ 

Wie tröstlich doch, dass es offensichtlich nicht nur mir so ergeht. Dass vielleicht meine gesamte Generation damit zu kämpfen hat, die freieste aller Zeiten zu sein.

Noch keiner Generation vor uns irgendwann in den 80ern Geborenen stand die Welt ganz sprichwörtlich so offen wie uns. Nie zuvor hatten junge Menschen mehr Möglichkeiten, ihr eigenes Leben nach Gutdünken zu gestalten. Und dennoch fühle auch ich mich oftmals überfordert auf der großen Spielwiese, die sich „Multioptionalität“ nennt. Verloren irgendwo zwischen Beruf und erfülltem Privatleben, verloren im ständigen Vergleich mit anderen. Gern auch mal nur virtuell bei Facebook. Ja, der eigene Willen kann schnell abhanden kommen, wenn alle Türen offen stehen.

Es geht uns eigentlich gut. Aber es ist dieses schwerelose Gefühl, das uns alle verbindet. Das Gefühl, dass wir auf der Stelle treten. Dass wir wir uns schwertun mit Entscheidungen. Dass wir nicht wissen, was richtig und falsch ist. Jenes namenlose Gefühl ist die Urkraft meiner Generation. […]

Ich tue mich schwer, Entscheidungen zu treffen. Mich festzulegen. Mich einer Sache intuitiv zu widmen. Ich habe kein ADHS. Und dennoch bin ich aufmerksamkeitsgestört, entscheidungsschwach. Ich sehe all die Optionen  vor mir, die Verlockungen einer ultraschnellen Welt, in der alles möglich ist. 

Diese Zeilen stehen auf einer der ersten Seiten des Werks. Und bereits jetzt fühle ich mich „ertappt“. Ja, ich bin dann wohl auch ein „Maybe“. Bloß nichts verpassen, bloß nicht festlegen. Und auch die folgenden Seiten erschrecken mich. Schreibt hier jemand über sich selbst, gar über mich – oder einfach über „UNS“?

„Wir leben in einem ständigen Teufelskreislauf und denken, dass das Interessante immer da ist, wo wir gerade nicht sind. Egal, mit wem man gerade zusammen ist – es könnte da draußen einen Menschen geben, der noch besser zu uns passt, noch interessanter ist. Einen Job, der noch attraktiver ist. Eine Lebensart, die weit mehr Glück verheißt. Das ist das Dilemma unserer Generation. […]

Wer sind wir? Hedonisten oder Minimalisten? Egoisten oder freiheitsliebende Individualisten? Ichbesoffene Feierbiester, zwischenmenschliche Analphabeten oder handzahme Pragmatiker? Wahrscheinlich von allem etwas. Mal mehr, mal weniger. Vor allem aber wissen wir nicht so richtig, wo es langgeht. Es heißt, der Weg sei das Ziel. 

Quatsch. Weg ist das Ziel! 

Ich fühle mich erneut ertappt. Und – so erschrocken ich bin, über mich selbst und die übergeordnete Frage nach dem „Warum“ – kann das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Auch wenn ich – ganz klar – zwischenzeitlich den Drang verspüre, doch mal auf das nette, blaue Logo meiner Facebook-App zu drücken. Doch auch hierbei ertappt mich das Buch:

Wir können unser ganzes Leben chronoligisieren. Fotos auf Instagram, Gedankenfetzen auf Twitter, Ereignisse auf Facebook, gehörte Lieder auf Last.fm. […]

Das Internet mit all seinen Spielereien ist unser Tagebuch, in das wir alle anderen reinschauen lassen. Nur, dass darin keine Misserfolge, keine Niederlagen, keine Hänseleien, keine Fehler, keine Demütigungen, keine Erniedrigungen, keine Katastrophen vorkommen.“

Ja, so ist es. Vermag uns bereits das eigentliche Leben nur allzu oft zu überfordern, so kann uns das Internet endgültig zur Verzweiflung bringen lassen. In jeder Sekunde verpassen wir, verpasse ich, schließlich hunderte neue Artikel, neue Nachrichten, neue Bilder, neue Schnäppchen, neue Status-Nachrichten von vermeintlich glücklichen „Freunden“ wie Bekannten. Neue Musik, neue Events, neuer Input.

Und, ihr ahnt es bereits:

Wenige Kapitel später fühle ich mich abermals ertappt.

Wir haben Angst, das Leben zu verpassen. Daher beschleunigen und verdichten wir es, packen so viel hinein wie nur möglich, machen es effizienter und straffer. Doch dadurch verpassen wir unser Leben erst recht. 

Wie wahr, wie wahr.

Doch: Was tun mit der Erkenntnis, dass auch ich so ticke? Dass ich nicht alleine bin mit meiner Orientierungslosigkeit, dass diese ein gewaltiges Problem einer gewaltig freien – und dennoch in den grenzenlosen Möglichkeiten gefangenen – Generation ist? Die überfordert ist von all den Möglichkeiten ist, sich erschlagen fühlt von all dem permanten Input? 

Ich weiß es nicht, und auch der Autor lässt den Leser ratlos mit dieser Frage zurück. Nachdenklich, erwischt. 

Beschleicht auch euch die leise Ahnung, ein „Maybe“ zu sein? Oder seid ihr einfach neugierig geworden?

Tut euch selbst einen Gefallen, ersteht und lest dieses Buch! Falls euch das nicht beim lieben Buchhändler ums Eck möglich sein sollte, notfalls auch bei Amazon. 

 

Mein eigenes Dilemma: Lyrisch verpackt

Ich selbst habe übrigens – just an dem Tag, an dem ich die Lektüre begann – versucht, meinen Gedankenrausch lyrischen Ausdruck zu verleihen.

Es geht um Willen, um Entscheidungen, um die Frage nach dem „Wohin“. Und um das, was mir, was anscheinend uns allen fehlt: Mut und Rückgrat. Man sagt, man sei die Summe seiner Entscheidungen.

Und da ist vielleicht was dran. 

 

Lesestoff: Von roten Bändern und einer blauen Welt

Der Weihnachtsmarkt ist jüngst eröffnet worden, das Jahr nähert sich dem Ende. Und zusammen mit der Adventszeit stehen auch die kürzesten Tage und längsten Nächte vor der Türe. Die beste Zeit des Jahres zum Lesen also (okay, und zum Glühwein trinken, natürlich).

 

Also: Einkuscheln, Buch zücken, die Gedanken kreisen lassen!

Mein neuester Lese-Tipp für euch war für mich zunächst ein echter Zufallstreffer und Glücksgriff. Die Wartezeit am Bahnhof genutzt, um die Regale der Bahnhofsbuchhandlung zu durchstöbern, ein paar Klappentexte studiert – und beim Titel „Club der blauen Welt“ des spanischen Autors Albert Espinosa hängen geblieben.

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Dass es sich hierbei um die Fortsetzung des Buchs „Club der roten Bänder“ handelt, welche längst erfolgreich als TV-Serie des Senders VOX handelte, wusste ich zunächst nicht.

Nachdem ich an einem einzigen Tag das erste Buch verschlungen hatte, habe ich mir direkt dessen Vorgänger gekauft und ebenfalls innerhalb des Folgetags verschlungen. Weshalb die beiden Bücher dermaßen in ihren Bann gezogen haben und wieso ich euch deren Lektüre unbedingt ans Herz legen kann?

 

Selten hat mich Lektüre so bewegt

Zunächst zur Story der beiden Bücher:

Diese unterscheidet sich zwar grundlegend in der Handlung – so beschreibt der erste Teil („Club der roten Bänder“) beschreibt autobiographisch die Erfahrungen, welche der Autor in der Zeit seiner Krebserkrankung sammeln konnte. Und wie er diese nach seiner Heilung, welche ihn allerdings sein Bein kostete, auf ein neues, glücklicheres Leben übertragen konnte.

Der zweite Teil („Club der blauen Welt“) handelt dagegen von einer Gruppe unheilbar kranker junger Menschen, welche die letzten Tage bis zu ihrem sicheren Tod auf einer abgelegenen Insel verbringen. Ihren sicheren Tod vor Auge. Wie also verbringen sie ihre letzten Tage?

Letztlich geht es darum, den Tod zu akzeptieren. Nicht zu verdrängen, sondern von ihm ausgehend sein Leben neu auszurichten. Den sicheren Tod zu akzeptieren und als Gegengewicht zum Leben zu betrachten. Ja, was wäre ein Leben auch schon wert, ohne den Gegenwert des Todes? Nichts.

 

„Frei bist du, wenn du tust, was du nicht musst“

Nein, diese Bücher sind keine Lebensratgeber. Von diesen halte ich ohnehin nicht viel, davon distanziert sich der Autor auch in beiden Vorworten. Vielmehr Geschichten vom Tod als Ende, welches es zu akzeptieren statt verdrängen gilt – und aus einem Bewusstsein eines unabwendbaren Todes sein eigenes Leben zu leben. Und diesem schlussendlich Sinn zu verleihen.

Besonders bewegt mich momentan der Gedankengang, dass ein Menschenleben ohne Tod nichts wert ist. Wie oft verdränge ich, wie oft verdrängen wir alle das Bewusstsein darüber, dass auch unsere Existenz endlich ist?

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Wie schade eigentlich, Kann das Bewusstsein der eigenen Endlichkeit doch so viel Kraft freisetzen. Dabei helfen, sich auf des Wesentliche zu konzentrieren.

Und genau hierfür bewundere ich den Autor: 

Dem eigenen Tod unendlich oft ins Auge gesehen, ist es ihm gelungen, allen Umständen seines am Krebs erkrankten Lebens etwas abzugewinnen. Und diese Erkenntnisse auf ein Leben nach der Heilung zu übertragen. Nein, soweit soll es bei mir (und auch euch!) niemals kommen – aber auch ich habe nach der Lektüre das Bedürfnis, mein Dasein neu zu überdenken.

 

Wenn beim Lesen fast die Tränen kommen

Ganz besonder berührt haben mich die Worte, die dem Autor von einem im Krankenhaus im Sterben liegenden Zimmernachbarn mit auf den Weg gegeben wurden. Erinnern mich diese Worte doch so sehr an mein eigenes oftmaliges Unvermögen, das Wesentliche im Leben zu erkennen. Meine Neigung, mich in Nichtigkeiten zu verlieren, meinen Fokus falsch zu setzen. Oftmals lediglich zu funktionieren, statt zu leben. Daran, dass auch ich nur allzu gern verdränge, dass auch mein Dasein endlich ist.

Diese letzten Worte eines Sterbenskranken möchte ich hier kurz wiedergeben:


Die Basis für alles ist die Überzeugung,
dass du heute noch sterben wirst. Sie verleiht dem Leben
einen Sinn – mehr gibt es nicht.

Und wenn du am nächsten Tag doch wieder aufwachst, dann
ist die Freude groß, weil man dir weitere 24 Stunden geschenkt hat.
Rufe dir jeden Tag in Erinnung, dass du ihn auf deine Art und
weise verbringen musst.

Was bringt es denn, nach den Regeln anderer zu leben?

Diese lassen dich doch nur glauben, dass du noch tausend
Jahre vor dir hast. Damit du dich nicht auf die Gegenwart
konzentrierst.

Nein, wir werden nicht noch tausend Jahre leben.
Sondern nur noch einen Tag, Und dann noch einen –
und noch einen. Wenn du so denkst, bringen sie dich dazu, dein
Leben zu verpfänden.

Überleg‘ doch mal – wenn dir nur noch ein Tag bliebe,
würdest du dann arbeiten? Oder deine Rechnungen bezahlen?
Würden dich die Nachrichten interessieren?

Oder würdest du lieber versuchen, dich zu verlieben?
Spielen? Du musst nichts tun, was du nicht tun willst. Zwinge dich zu nichts, was du nicht willst. Oder nicht brauchst. Lebe jede Sekunde, genieße die Minuten.

Und vor allem: Vergiss die die ganzen Pflichten. Wenn du in diesem Kreis-
lauf einmal festhängst, bringt das immer neue Verpflichtungen mit sich.
Immer.

Im Leben nach fremden Regeln verstellt dir die Stadt den Blick auf deine Seele.
Diese riesigen Gebäude hat man dorthin gebaut, damit du sonst nichts siehst.

 

Diese Zeilen lösen etwas aus in mir. Und prompt verspüre ich das Bedürfnis, zu Handeln. Mehr hierzu demnächst an dieser Stelle.

 

Kaufen!

Ich lege euch den Kauf der beiden Bücher sehr an eure Herzen!
Diese sollte natürlich bestenfalls bei eurem Buchhändler ums Eck erfolgen.

„Support your Locals“ und so – ihr wisst schon!

Ansonsten – PFUI ! – klickt hier und hier.


Was ist der Sinn, den ihr eurem Leben verleihen wollt? 
Verliert auch ihr öfters einmal den Blick für das Wesentliche? 

Ich bin gespannt, ob die beiden Bücher euch ebenso bewegen wie mich.
Lasst es mich gern wissen – ich wünsche ein schönes Lesevergnügen!

Lesestoff für Schobbe-Freunde: „Süß, Sauer, Pur“.

Brrrr, das ging schnell. Nachdem ich mich gedanklich immer noch im Sommer befinde (oder zumindest in der Hitze Kaliforniens, die ich noch vor zwei Wochen genießen durfte), hat mich der Frankfurter November wieder knallhart auf den Boden der meteorologischen Tatsachen geschleudert. 

Ich versuche, das Beste daraus zu machen, indem ich mein Bücherregal weiter fülle. Meinen Horizont zu erweitern, wie man so schön sagt.

Dabei bin ich auf ein feines Büchlein gestoßen, welches mein unmittelbares Interesse umgehend erwecken konnte (warum nur?) :

Süß, sauer, pur. 

Klar, als Verfechter und Liebhaber des für nicht-Hessische ungenießbare Obstweines und Kind einer Familie, welche bereits seit Generationen alljährlich brav ihre Apfelernte bei der örtlichen Kelterei einliefert, liegt bei mir quasi ein naturgegebenes Interesse am „Stöffche“ vor.

Dieses lässt sich sich mit dem Buch „Süß, sauer, pur“ – jüngst erschienen im Oktober 2016 im Henrich-Verlag – ganz hervorragend erweitern.

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Also: Standesgemäß und stilecht ab in die Wirtschaft, sich mitsamt dieser Lektüre breitmachen und ’nen „Schobbe“ bestellen – oder ganz einfach den einsetzenden Schneeregen sein Dasein lassen und sich in die heimische Badewanne verkrümeln! 


Worum geht’s?

Primär natürlich um unser „Nationalgetränk“, den Apfelwein. Klar, an diesbezüglicher Fachliteratur herrschte auch bislang kein Mangel. Warum also solltet ihr euch dieses Buch zulegen?

Zum Ersten: 
Es ist wahrlich schön anzusehen. Mit dem Preis von 16 Euronen zwar nicht wirklich günstig, dafür im hochwertigen Druck gefertigt und mit zahlreichen brillanten Bildern garniert.

Zum Zweiten:
Es ist ehrlich. Keine Glorifizierung, keine trockene Analyse eines hierzulande beliebten, alkoholischen Getränkes.

Vielmehr schildern gleich 12 Frankfurter Autoren in 22 Kurzgeschichten ihre ganz eigenen Erfahrungen und Erlebnisse rund ums „Stöffche“.

Schnöde Auflistungen und Bewertungen sucht der Leser darin vergeblich, genauso wie schöngemalte Geschichten aus den einschlägigen Frankfurter Lokalen.

Dafür aber, zum Dritten:
Ein Sammelsurium von stolzen 22 ganz ehrlichen Berichten rund um Geschichte, Tradition und persönlicher Erlebnisse rund um das flüssige Gold.

Außerdem erfährt der Leser, warum er niemals Süßgespritzten bestellen sollte, dass es in Frankfurt nur lediglich drei Wirtschaften gibt, die ihren Apfelwein noch selbst keltern. Warum Sauerkraut zum Apfelwein – den man niemals als Äppler bezeichnen sollte! – zwar gut schmeckt, aber mit Vorsicht zu genießen ist. Und dass Frankfurter Apfelweinwirtschaften zwar kein Ort von Gemütlichkeit oder gar Freundlichkeit, dafür aber von absoluter Ehrlichkeit und Offenheit sind.

Mein Fazit

Kauft euch dieses Buch! Egal ob Apfelwein-Neuling oder Kenner, egal ob frisch zugezogen oder alteingesessen. Es ist kurzweilig und lässt sich ganz hervorragend beim Gerippten oder in der der heimischen, warmen Wohnung genießen. Hinterher macht’s außerdem auch im Bücherschrank was her und ist dank der zahlreichen Bilder äußerst schön anzusehen.

Von Seckbach bis Sachsenhausen wird sehr kurzweilig vom auswärtigen Genießen wie von der Selbstherstellung (vielleicht seid ihr ja auf der Suche nach einem neuen Hobby?) eingehend wie unterhaltsam berichtet. Prädikat:

Kaufen (notfalls auch bei Amazon), gemütlich machen, einschenken und lesen! Sofort!

 

 

Neuer Lesestoff: Von Bankgeheimnissen und gleich 66 Lieblingsplätzen.

Chapeau!

Nachdem ich den ersten Teil meiner Bilderserie „36 Lieblingsorte“ veröffentlicht hatte, bekam ich eine unerwartete Zuschrift von Ralf Thee. Der waschechte Frankfurter bekundete mir seinen Gefallen an meinen Bildern und meiner Idee – und wies mich darauf hin, dass auch er bereits 2012 diese Idee hatte. Wenn auch in etwas anderer Form: Ein ganzes Buch, mit stolzen 66 statt „nur“ 36 Lieblingsorten. 66 mitunter versteckte Plätze unserer Stadt, welche jeweils mit einem schmucken Bild und einem begleitenden Text vorgestellt werden. Letztere stammen von seinem Freund Bernd Köstering. 

Klar, dass ich mir das Werk umgehend zugelegt habe.

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Zeit für neuen Lesestoff!

Das Buch habe ich als neugieriger Stadtentdecker quasi in „einem Rutsch“ verschlungen. Fast ein wenig ironisch, dass die beiden Autoren nicht nur 4 Jahre vor mir die quasi selbe Idee hatten – nein, auch zahlreiche deren Lieblingsplätze decken sich mit meinen ganz persönlichen Lieblingsorten.

Besonders schön auch die Bilder, für die der Autor manch erstaunlichen Aufnahmepunkt wählte: Wer hätte schon gedacht, wie wunderschön unser Eschenheimer Turm vom Treppenhaus des benachbarten Fleming’s-Hotel aus anmutet?

Lesenswert auch die Begleittexte, welche das Wissen um Geschichte und Gegenwart unserer Heimatstadt auf interessante Art erweitern.

Und, wer hätte es gedacht: Auch sind Orte erwähnt, deren Existenz auch mir bislang nicht bekannt war, und die ich nun unbedingt entdecken möchte – wie zum Beispiel ein Wasserschloss im Frankfurter Westend.

Mein Fazit

Das Buch ist nicht nur für „Eingeplackte“ eine tolle Möglichkeit, die schönsten Flecken Frankfurts zu entdecken. Nein, auch Alteingesessene wie Etablierte finden darin eine unterhaltsame Streiftour durch die Stadt. Schön, dass neben all den doch eher bekannten wie touristischen Sehenswürdigkeiten auch ganz unscheinbare Orte Erwähnung finden.

Das Buch macht neugierig, schafft Bewusstsein für die Vielfalt der Stadt – und ist allein aufgrund der Bilder durchaus lesens- und betrachtenswert. Auch die Idee mit den 11 „Bankgeheimnissen“ gefällt mir außerordentlich gut – was es mit ihnen auf sich hat, findet ihr am besten selbst heraus.

Wessen Interesse nun geweckt ist, der begebe sich umgehend zur nächsten Buchhandlung seines Vertrauens (support your Locals, ihr wisst schon). Die Faulen unter euch können aber auch gern ihren Beitrag zur Vernichtung des heimischen Einzelhandels leisten und das Werk hier bestellen:

https://www.amazon.de/B%C3%A4nken-Banken-Frankfurt-Main-Lieblingspl%C3%A4tze/dp/3839213622

Viel Freude beim Lesen und Entdecken! 

Neuer Lesestoff: Mit Kommissar Marthaler im “LeseCafé”

Neuer Lesestoff: Mit Kommissar Marthaler im “LeseCafé”Klar, Kommissarin Julia Durant aus der Frankfurter Krimi — Reihe von Andreas Franz kennt jeder. Genauso wie ihren schwedischen Amtskollegen…

Klar, Kommissarin Julia Durant aus der Frankfurter Krimi — Reihe von Andreas Franz kennt jeder. Genauso wie ihren schwedischen Amtskollegen Kurt Wallander aus den Romanen von Henning Mankell.

Aber wer kennt eigentlich Robert Marthaler von der Frankfurter Mordkommission?

Ich bislang nicht — bis ich auf die Romanreihe des Autors Jan Seghers aufmerksam wurde. Dieser bezeichnet Henning Mankell als sein Vorbild, und so verwundert es kaum, dass zwischen seinem Protagonisten Robert Marthaler und dem schwedischen Romanheld Kurt Wallander einige parallelen existieren. Beide sind — Klischee, Klischee! — alleinstehend, Mitte 40, ein wenig in der Mid-Life-Crisis gefangen und mit ihrem Beruf verheiratet. Außerdem sind den beiden natürlich ein paar Kilo auf den Rippen zu viel sowie große Vorliebe für Wein gemein.

Der große Unterschied aber: Während Kurt Wallander in Schonen ermittelt, geht Robert Marthaler in Frankfurt am Main auf Verbrecherjagd. Wie schön, wenn man beim Lesen die Schauplätze allesamt kennt!

Freunden des gepflegten literarischen Mord & Totschlags kann ich die Reihe also unbedingt empfehlen. Bislang sind 5 Bände erschienen — in chronologischer Reihenfolge:

  • Ein allzu schönes Mädchen
  • Die Braut im Schnee
  • Partitur des Todes
  • Die Akte Rosenberg
  • Die Sterntaler Verschwörung

Die ersten beiden Bände habe ich jüngst vollendet, und ich freue mich bereits auf den dritten Band. Dem Autor ist es gelungen, packende Plots mit einer Portion Lokalkolorit und einem durchaus — trotz der unvermeidlichen Macken eines Kriminalkommissars — sympathischen Eindruck zu kombinieren.

Neugierig geworden? Klar, dass ihr euren Bücher-Dealer vor Ort — support your locals, und so! — durch euren dortigen Kauf unterstützt. Für die Lese-Faulen unter euch hat das ZDF die Bücher sogar eigens verfilmt und vertreibt diese als DVD.

Der Kommissar und das Lese-Café

Nicht nur für einen Café-Fan wie mich besonders schön:

Marthaler hängt ebenso gern in seinem Stammcafé herum wie ich. Zu seinem hat er das Lesecafé in Sachsenhausen unweit des Schweizer Platzes erkoren. Dort lernt er im ersten Band Teresa kennen, in die er sich zunächst ein wenig unglücklich verliebt, und im zweiten Teil sogar zusammen kommt. Hach, wie romantisch!

Da der Kommissar — wenn er nicht gerade bösen Buben den Garaus macht oder sich mit seinem Vorgesetzten anlegt — gefühlt auf jeder zehnten Seite dort verweilt, fand ich die Vorstellung überaus verlockend, selbst einmal dort vorbeizuschauen.

Den Kommissar konnte ich zwar nicht antreffen, dafür aber ein etwas verstecktes Café mit ganz viel Charme und — ich staune! — angeschlossener Buchhandlung.

Ich habe es mir nicht nehmen lassen, bei vorzüglichem Kaffee zu günstigstem Preis in meinem „Marthaler“ dort zu schmökern. Wer kein Buch zur Hand hat, kann sich an zahlreichen Tageszeitungen oder einem Plausch mit den Tischnachbarn erfreuen.

Ein wunderbarer Ort, um einmal abzuschalten und sich in ein gutes Buch zu vertiefen.

Wie schön, immer wieder Neues zu entdecken in dieser Stadt.

By MatzeFFM on June 19, 2016.

Exported from Medium on September 22, 2016.