#LESESTOFF: „Pankfurt“ – Eine Zeitreise ins wilde Frankfurt der frühen Achtziger

Wie allgemein bekannt, bin ich ja ein großer Fan von jeglicher Lektüre mit Bezug auf meine Heimatstadt.

Und neulich, da hab‘ ich einen echten Zufallstreffer gelandet, den ich euch gern kurz vorstellen will:

Das Buch „Pankfurt“ des Autors Robert Maier ist 2016 im Charles-Verlag erschienen und entführt den Leser zurück ins Jahr 1981.

In eine Zeit, in der es hoch her ging in Frankfurt:

Im Nordend formierten sich die „Grünen“, erste Stimmen gegen die Atomkraft wurden laut. Ein Hüttendorf leistete Widerstand gegen den geplanten Bau der Startbahn West, die Sponti-Szene machte Schlagzeilen.

Als Höhepunkt der damaligen Eskalation gilt bis heute die Ermordung des hessischen Wirtschaftsministers Heinz-Herbert Karry, zu der sich die reaktionären Zellen bekannten.

Ein turbulenter Abschnitt Frankfurter Stadtgeschichte als Schauplatz für einen Roman: Hey, das klingt doch vielversprechend!

 

Worum geht’s?

Der Protagonist Frank entstammt der hessischen Prärie, genauer: Der Kleinstadt Butzbach in Mittelhessen. Gerade sein Physik-Studium in Frankfurt begonnen (in Bockenheim, versteht sich – an den „Campus Westend“ war schließlich noch lange nicht zu denken…), ist er des Pendels schnell überdrüssig.

Ohnehin, er ist ziemlich angeödet vom Spießertum seiner Heimatstadt, sucht Anschluss an Gleichgesinnte, wünscht sich ein wildes Studenten-Leben.
Das findet er dann auch mehr als ursprünglich beabsichtigt:

Über eine Anzeige im „Pflasterstrand“ (na, wer erinnert sich?) landet er als neuer Mitbewohner in einer astreinen Revoluzzer-WG in Bockenheim. Etwas blöde nur, dass seine neuen Freunde aus der Wohngemeinschaft bereits im Fadenkreuz der Gesetzeshüter sind. Insbesondere Hauptkommissar Berger hat längst seine Augen auf das „anarchistische Treiben“ der Studenten geworfen.

Ein paar doofe Zufälle und ein Besuch des „Hüttendorfs“ am Flughafen tun ihr übrigens, und Frank gerät zum Gejagten. Gar die Vorbereitung eines Attentates auf den Ministerpräsidenten wird ihm vorgeworfen. Neben ziemlich viel Bier, Punk-Konzerten und politischen Diskussionen beschert Frankfurt ihm auch eine neue Liebschaft, die das Drama seinen Lauf nehmen lässt. Aber ich mag ja nicht zu viel verraten!

 

200 Seiten später: Mein Fazit

Zunächst einmal:

Protagonist Frank ist ein überaus sympathischer Zeitgenosse. Ich jedenfalls konnte mich auf Anhieb gut mit ihm identifizieren:

Auch ich bin aus der hessische Prärie nach Frankfurt geflüchtet, auch ich halte nicht viel vom frühen Aufstehen und beginne – ganz wie Frank – meine Tage am liebsten mit der ausgiebigen Lektüre der Frankfurter Rundschau auf dem Klo.

Die Figuren im Roman – allen voran die Mitbewohner seiner „revolutionären“ Wohngemeinschaft und der altbackene Hauptkommissar Berger als Franks Gegenspieler – sind stark überzeichnet und entsprechen sämtlich gängigen Klischees. Und auch ich spiele nur allzu gern mit Klischees!

Klischees begegnen dem Leser während der gesamten Romanhandlung, besonders erheitert hat mich eine Reise in die DDR, während der Frank erstmals mit dem ostdeutschen Alltag konfrontiert wird.Und auch sonst fühlte ich mich gut unterhalten: Zwischen Rebellentum und Studium mangelt es nicht an Komik.

Besonders schön für mich als Frankfurter natürlich, dass zahlreiche der Handlungsorte – auch Cafés und Kneipen, die heute noch existieren – bestens bekannt sind. Die Ausdrucksweise des Autors entspricht nun freilich keinem Bestsellerautor, das Buch lässt sich jedoch flüssig lesen. Nur manchmal nervt es ein wenig, dass der Protagonist so ziemlich alles wahlweise „cool“, „geil“ oder „spießig“ findet. Das ist dann doch ein bisschen zu viel des Pseudo-Jugendsprech der Achtziger.

Am allermeisten überrascht hat mich jedoch der Plot, der sich wahrlich nicht zu verstecken braucht: Hey, das Buch ist richtig spannend! 

Anders als den meisten anderen Autoren von Lokalkrimis ist es Robert Maier gelungen, ’ne richtig spannende Story zu ersinnen. Schlüssig, aufregend, manchmal auch nachdenklich stimmend.

Der Konflikt zwischen der Nachrkiegsgeneration und den „alten Spießern“, die selbst noch den Krieg erlebt hat, zieht sich durch den gesamten Roman. Und das Ende, das ist fast ein wenig – ja, schön.

 

Scheut nicht vor dem Kauf zurück

Ich hoffe, ich habe euch ein wenig neugierig machen können auf „Pankfurt“.
Einen Erwerb des Buches kann ich euch jedenfalls nur ans Herz legen!

Beziehen könnt ihr es – na klar, wo sonst – bei Amazon.

Viel Freude euch beim Lesen! 

 

 

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