Lese-Tipp: Des Rauschers neue Abenteuer

Wann kommt man zum Lesen, wenn nicht im Winter? Auch ich ziehe mich an den kalten, grauen Tagen mit Vorliebe zurück, um mich der Abarbeitung meines Lese-Stapels zu widmen. Dessen letzten Zuwachs hat mich nicht nur bestens unterhalten, sondern mir obendrein auch immer wieder ein lokalpatriotisches Schmunzeln ins Gesicht gezaubert. Grund genug, um euch eines meiner Lieblingsbücher des Winters 2018 vorzustellen! 

Über Autor Gerd Fischer habe ich auf diesem Blog schon mehrfach berichtet: Mit seiner Krimi-Reihe um den hitzköpfigen Kommissar Andreas Rauscher hat mir der gebürtige Altenstädter schon viele Stunden der Lesefreude beschert. Nachdem sein dem Apfelwein nicht abgeneigter Protagonist in seinem letzten Fall noch einen Anschlag auf sein – und natürlich auch mein! –  geliebtes „Stöffche“ abwehren musste, taucht er während der Ermittlungen seines jüngsten Falles in die Geheimnisse seiner Ahnen ein. 

Worum geht’s? 

„Frau Rauschers Erbe“, veröffentlicht in den ersten Dezembertagen 2018, beginnt mit einer Rückblende. Frankfurt, im Jahr 1985: Ein Herr bekommt seine Henkersmahlzeit in Form zünftiger Küche vorgesetzt. Rippchen mit Kraut, dazu ein Bembel Ebbelwoi – wenig später dann der letzte Atemzug des nichtsahnenden Namenlosen. 

Einmal umblättern, und der Leser befindet sich inmitten der Gegenwart: Der aufgrund einiger Verstöße gegen die Dienstordnung suspendierte Kommissar Rauscher findet in seinem Briefkasten ein Schreiben von einem Notar vor. Zu seiner Überraschung wird er zum Alleinerben seiner just verstorbenen Tante Adelheid erklärt. Der Bockenheimer kann sich darauf zunächst keinen Reim machen, denn schon seit seiner Kindheit ist der Kontakt zu seiner Tante abgebrochen. 

Dass etwas mit dem Erbe „faul“ ist, wird dem Kommissar schnell bewusst. Spätestens, als dieser von seinem Cousin Thomas angegangen wird, welcher das Erbe für sich beansprucht und auch vor Gewalttaten nicht zurückschreckt, schwant ihm, dass hier Etwas im Argen liegt. Seine Eltern erweisen sich während seiner Ermittlungen nicht als sonderlich auskunftsfreudig, sodass er sich zunächst allein der Hilfe seiner Freundin Jana an seiner Seite sicher sein kann. Die Polizei-Kollegin ist ebenfalls vom Dienst suspendiert, nachdem sie sich an Rauschers Alleingängen in dessen letzten Fall beteiligt hatte. 

Nicht nur, dass die Kommissarin dem Romanhelden mittels heißem Apfelwein am Leben hält – auch steht sie ihm bei der Aufklärung des rätselhaften Todes seines Onkels beiseite. Dass Rauscher seinen Sohn Max noch mehr vermisst als einen Bembel Süßgespritzten, sieht sie ihm mehr als nach: Sogar mit Rauschers Ex-Freundin Elke ist sie befreundet. Diese ist mit dem gemeinsamen Sohn nach Hamburg verzogen, nachdem Rauscher sie in einer Hals-über-Kopf-Aktion vor dem Traualtar hat stehen lassen, um eine Selbstmörderin zu retten. 

Während das Paar bei Rauschers Eltern noch auf Granit beißt, zeigen sich Andere jedoch ausgesprochen auskunftsfreudiger: Sowohl ein Ahnenforscher als auch der Hausarzt von Rauschers verstorbenen Tante wissen Fakten zu verlauten, die Kommissar Rauscher und seine Freundin Jana in einen Strudel familiärer Zerwürfnisse, rätselhafter Nachrichten und ungeklärten Fragen ziehen. Antworten auf diese erfährt allein der Leser des Romans, der im Taschenbuch-Format vom mainbook-Verlag publiziert wurde. 

Lesen & Verschenken: Eine gute Idee!

Ich habe gelesen, dass 26 Prozent aller Deutschen glücklicherweise noch immer Bücher zum Weihnachtsfest verschenken. Falls ihr also noch immer nach der Suche nach einem passenden Geschenk für einen eurer Lieblingsmenschen seid, da wisst ihr Bescheid, gelle? 

Klar, Lokalkrimis sind nicht immer literarische Meilensteine und sind auch eher selten für die Shortlist des Deutschen Buchpreises nominiert. Doch das müssen sie auch gar nicht: Ein Protagonist, mit dem sich zumindest alle Eigensinnigen und Apfelwein-liebhabenden Frankfurter (wie ich es einer bin!), macht gelegentlich holprige Dialoge allemal wieder wett. Und wenn sich der Romanheld im „Gemalten Haus“ mit einem wertvollen Zeugen trifft oder seine Freundin im Niddapark joggen geht, dann ist man als einheimischer Frankfurter dazu geneigt, sich zu neigen – hinein in die Kissen von Sessel oder Sofa, um der kalten Welt da draußen zu entfliehen. Hinein in die des Kommissars Rauscher. Der in seinem jüngsten Fall nicht nur in die Abgründe seiner Familie eintaucht, sondern sich gleichfalls auf die Suche nach der Herkunft seines Familiennamens macht. Ob er wohl verwandt mit der berühmten Dame aus der Klappergass‘ ist? Na, lest doch einfach selbst! 

In diesem Sinne: Auf ein frohes, neues Lesejahr! 

„Frau Rauschers Erbe“ 
erschienen im „Mainbook“-Verlag 
bestellbar hier – oder noch besser: 
beim Buchhändler in eurer Nachbarschaft. 

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