Neues bei MainBook: Meine Lesetipps für den März

Im März 2019 hat sich die Sonne zwar vereinzelt aus dem Winterschlaf zurückgemeldet, doch können Wind und Regen nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Frühling noch ein wenig auf sich warten lässt. Ideale Bedingungen also, um es sich auf dem Sofa oder im Lieblingscafé bequem zu machen und sich in Geschichten zu verlieren!

Echte Lokalpatrioten greifen hierbei freilich zu Frankfurter Lektüre – so wie diesen beiden druckfrischen Büchern aus dem Hause Mainbook, die ich euch nun vorstelle.

Robert Maier: „Virus Cop – Der Tote an der Nidda“

Mit „Pankfurt“ veröffentlichte Robert Maier im Jahr 2016 seinen ersten Roman. Damals konnte ich nicht anders, als das Debut an dieser Stelle in den höchsten Tönen zu preisen und euch wärmstens ans Herz zu legen. Auf das zweite Werk aus Maiers Feder war ich also ganz besonders gespannt.

Dieses ist im Februar 2019 erschienen, trägt den TItel „Virus Cop – Der Tote an der Nidda“ und ist laut Verlag der Auftakt zu einer Serie von Geschichten um den Ruheständler Olaf, dessen Sohn Tobias Kommissar bei der Kripo ist.

Worum geht’s?

Tobias hat’s nicht immer einfach: Seine Kollegen nehmen ihn nicht so recht für voll. In den Augen seines Vaters hat er sich ohnehin für den falschen Beruf entschieden – doch jetzt, wo das Kind in den Brunnen gefallen ist, möchte Olaf ihm ein wenig unter die Arme greifen.Als der namensgebende Tote an der Nidda gefunden wird, wittert er seine Chance: Als IT-Experte installiert er einen Virus auf Tobias‘ Diensthandy, der ihm Informationen zuspielt und den Zugriff auf polizei-interne Dokumente gestattet.

Gemeinsam mit seinem alten Freund Gottfried, Frankfurter Urgestein und trotz seiner Krebserkrankung geschäftlich in aller Welt unterwegs, beginnt Olaf auf eigene Faust zu ermitteln. Der Plan ist, Tobias mit den Ergebnissen des Alleingangs zu versorgen und ihn am Ende als den Helden darstellen zu lassen, der den Mörder oder die Mörderin schnappt und in Polizeikreisen endlich Anerkennung findet.

Dazu begibt sich Olaf nicht nur auffällig oft in Apfelweinwirtschaften, sondern auch ins studentische Milieu: Der Tote, stellt sich heraus, war nämlich ein begabter Physikstudent. Als es Olaf gelingt, den Laptop des Opfers zu hacken, nehmen die Dinge ihren Lauf – und gemeinsam mit Gottfried wühlt er sich nicht nur durch die familiäre Vergangenheit des Toten, sondern erlebt auch manch erotisches Abenteuer…

Mein Fazit

Ein Vater installiert einen Trojaner auf dem Diensthandy seines Sohnes, welcher bei der Polizei arbeitet – und greift auf interne Informationen zurück, um auf eigene Faust Ermittlungen anzustellen. Puh – es hat ein wenig gedauert, bis ich mich auf dieses Setting einlassen konnte.

Sowohl Vater Olaf als auch Sohnemann Tobias scheinen mir recht dünn gezeichnet. Abgesehen davon, dass die beiden eine gemeinsame Junggesellenbude bewohnen – Tobias‘ Mutter kam bei einem tragischen Autounfall ums Leben – bleiben weite Teile der Charaktere über das Buch hinweg verborgen. Großartig willensstark und kämpferisch zeigt sich dagegen Olafs alter Freund Gottfried, dessen Unterhaltungswert mich beim Lesen ausnahmslos zum Schmunzeln brachte.

Die Nebenfiguren erscheinen mir ein wenig arg klischeebehaftet. Ob alkoholkranker Onkel, arroganter Professor oder die Professor-Gattin, die ihre Sinnlichkeit für ihre ganz eigenen Ziele benutzt: Hach, das ist dann doch ein wenig ausgeleiert.

Ein fremdgesteuerter Polizist: Ja, diese frische Grundidee hat Potential und verspricht noch weitere Abenteuer von dem altgedienten IT-Experten Olaf, dessen krebskranken Freund und natürlich Tobias, der sich mühsam seinen Stand in der Kriminalpolizei erarbeitet. Schade aber, dass in diesem ersten Teil der Reihe die Idee des „Virus Cops“ nur selten zum Treiber der Geschichte wird. Für die Fortsetzung wünsche ich mir, dass der „Virus“ noch viel mehr zum Aufriss der Erzählung wird. Dennoch bin ich gespannt darauf, ob Gottfried genesen und zum Bestandteil neuer Abenteuer werden wird.

Die liebevoll eingestreuten Episoden in mir allzu gut vertrauten Frankfurter Räumlichkeiten und Ortschaften können allerdings jede Durststrecke und Klischee-Kauerei entschädigen. Ja, auch das Buchcover, welches Erinnerungen an schlecht gestaltete Hüllen von Computerspielen aus den frühen Neunzigern erinnert. Wenn die Romanhelden in Sachsenhäuser Wirtshäusern versacken, in Bockenheimer Studenten-WG’s einfallen und sich mit Alkoholikern in – na klar! – Griesheim herumärgern, dann lacht das Frankfurter Herz.

Versierte Krimi-Fans können sicherlich zu ausgeklügelterer Lektüre greifen – eingefleischte Frankfurter kommen an diesem Buch jedoch nicht vorbei. Alle anderen indes dürfen sich auf das zweite Abenteuer des „Virus Cop“ freuen, in dem kleine Schwächen hoffentlich ausgebügelt sind und die Idee des „Virus-Cop“ ein wenig mehr in den Vordergrund rückt. Dass Maier schreiben kann, hat er mit „Pankfurt“ schließlich eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Da geht noch was!

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Andreas Heinzel: „Herr Neumann will auf den Olymp“

Auch das zweite Buch, das ich euch heute vorstellen mag, ist das zweite „Kind“ seines Autors. Das Debut von Andreas Heinzel, „Die Monarchos“, wurde im Jahr 2016 bei mainbook publiziert. Mit „Herr Neumann will auf den Olymp“ legt der gebürtige Frankfurter nun eine Geschichte nach, auf die man erst einmal kommen muss.

Worum geht’s?

Die Handlung entführt uns in eine Post-Feldmann-Ära, genauer: In eine Zeit, in der Frankfurt von einem hippen Oberbürgermeister regiert wird. Balthasar Neumann ist ein smarter Typ, bekennend schwul und wird von den Frankfurtern nicht nur für sein Lächeln geliebt. Analogien zu Klaus Wowereit sind natürlich bloßer Zufall!

Allerdings hat „Balla“, wie die Frankfurter ihr Stadtoberhaupt aufgrund seiner Extrovertiertheit liebevoll nennen, auch eine andere Seite: Durchaus narzisstisch veranlagt, träumt er im Stillen von einem „Groß-Frankfurt“, in dem der Hochtaunuskreis, Darmstadt und Hanau nur noch Stadtteile der Mainmetropole sind.

Der Protagonist denkt eben gerne groß. So groß, dass er auch vor einer Bewerbung für die olympischen Sommerspiele nicht zurückschreckt. Gemeinsam mit seiner rechten Hand, dem gewieften Lebemann Stefan Drosdorf, klügelt er mit „Five for Frankfurt!“ nicht nur einen taffen Slogan aus, sondern kann das Olympische Komitee mit einem aufwendig gedrehten Image-Film von Frankfurt als Austragungsort überzeugen. Dass beim Film mitunter mit recht fragwürdigen Mitteln gearbeitet wurde, muss ja niemand wissen

Nachdem die Stadt den Zuschlag bekommen hat, fangen die Probleme an: Der ganze Einfallsreichtum des „Frankfurter Olympischen Komitees (FOK)“ ist gefragt, wenn es beispielsweise darum geht, einen geeigneten Platz für das Olympiastadion zu finden. Auch für das olympische Dorf will ein adäquater Platz gefunden werden – was sich schwierig gestaltet. Dass die Nachbargemeinde Maintal wenig begeistert von Neumanns Idee ist, das Stadion kurzerhand auf dortiger Fläche zu errichten, ist nur der Anfang einer Welle der Widrigkeiten.

Da ist zum Beispiel der Stadtkämmerer Beierle, der vor explodierenden Kosten warnt und Neumann dazu zwingt, sämtliche Gelder für Reparationen von Straßen und Spielplätzen auf Eis zu legen. So wird auch Kindergärtnerin Britta zu Neumanns Widersacher, weil dieser die Rutsche ihres Kindergartens nicht in Schuss bringen lässt. Kurzerhand bildet sie eine Protestbewegung gegen die olympischen Spiele. Ob Stefan Drosdorf sie mit einer Charme-Offensive für das Projekt einnehmen kann?

Neumann verliert indes zusehends die Nerven. Als endlich ein Platz für das olympische Dorf gefunden ist, will ausgerechnet ein altes Ehepaar sein Haus nicht räumen, um Platz für die Baustelle zu machen. Die Kosten gleiten langsam aus dem Ruder, und auch Drosdorf stößt an seine Grenzen. Als dann noch ein findiger Manager einer US-amerikanischen Burger-Kette den olympischen Rummel in Frankfurt für eine an Absurdität kaum zu überbietende Marketing-Kampagne nutzt, drohen dem Oberbürgermeister die Dinge endgültig aus der Hand zu gleiten…

Mein Fazit

Kinder, was habe ich gelacht! „Die folgende Geschichte ist von vorne bis hinten an den Haaren herbeigezogen“, schreibt der Autor im Epilog. Eine maßlose Untertreibung! Okay, ich gebe zu, dass ich einige Seiten gebraucht habe, um mich auf das hanebüchene Setting einzulassen.

Der Romanheld ist mir dann aber mitsamt seiner Gefolgschaft direkt ans Herz gewachsen. Vom selbstverliebten Oberbürgermeister bis hin zur jungen Architektin des Stadions sind sämtliche Figuren in ihren Macken und Eigenarten derart liebenswürdig gezeichnet, ihre vielen Konflikte sind selten hervorsehbar, doch immer glaubwürdig. Das Erzähltempo ist flott, schnell wechseln sich Handlungsstränge ab und immer wieder werden neue Nebenschauplätze eröffnet.

Die Handlung wirkt auf eine positive Art und Weise konstruiert – was sich vor allem zum Ende der Lektüre hin bemerkbar macht, wenn auch Schicksal und Beweggründe einer jeden noch so kleinen Nebenfigur restlos aufgeklärt werden. Kaum, dass ich das Buch aus der Hand gelegt hatte, war ich fast ein wenig traurig darüber, dass das Geschehen nur Fiktion ist und Frankfurt wohl vorerst keinen ausgeflippten „Balla“ als Stadtoberhaupt bekommt. Auch von den olympischen Sommerspielen in meiner Stadt werde ich wohl nur träumen dürfen.

„Die tolldreiste Geschichte, wie Frankfurt die Sommerspiele bekam“: Selten hat mich Satire so gut unterhalten, ohne dass sie auf Kosten der Spannung agiert. Selbst Nicht-Frankfurtern sollte Heinzels Zweitveröffentlichung den einen oder anderen lauten Lacher entlocken.

All das macht „Herr Neumann will auf den Olymp“ zu meiner größten Empfehlung für den März 2019. Chapeau für diese Romanidee – da muss‘ man erst mal drauf kommen!

Andreas Heinzel: „Herr Neumann will auf den Olymp“
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Lese-Tipp: Des Rauschers neue Abenteuer

Wann kommt man zum Lesen, wenn nicht im Winter? Auch ich ziehe mich an den kalten, grauen Tagen mit Vorliebe zurück, um mich der Abarbeitung meines Lese-Stapels zu widmen. Dessen letzten Zuwachs hat mich nicht nur bestens unterhalten, sondern mir obendrein auch immer wieder ein lokalpatriotisches Schmunzeln ins Gesicht gezaubert. Grund genug, um euch eines meiner Lieblingsbücher des Winters 2018 vorzustellen! 

Über Autor Gerd Fischer habe ich auf diesem Blog schon mehrfach berichtet: Mit seiner Krimi-Reihe um den hitzköpfigen Kommissar Andreas Rauscher hat mir der gebürtige Altenstädter schon viele Stunden der Lesefreude beschert. Nachdem sein dem Apfelwein nicht abgeneigter Protagonist in seinem letzten Fall noch einen Anschlag auf sein – und natürlich auch mein! –  geliebtes „Stöffche“ abwehren musste, taucht er während der Ermittlungen seines jüngsten Falles in die Geheimnisse seiner Ahnen ein. 

Worum geht’s? 

„Frau Rauschers Erbe“, veröffentlicht in den ersten Dezembertagen 2018, beginnt mit einer Rückblende. Frankfurt, im Jahr 1985: Ein Herr bekommt seine Henkersmahlzeit in Form zünftiger Küche vorgesetzt. Rippchen mit Kraut, dazu ein Bembel Ebbelwoi – wenig später dann der letzte Atemzug des nichtsahnenden Namenlosen. 

Einmal umblättern, und der Leser befindet sich inmitten der Gegenwart: Der aufgrund einiger Verstöße gegen die Dienstordnung suspendierte Kommissar Rauscher findet in seinem Briefkasten ein Schreiben von einem Notar vor. Zu seiner Überraschung wird er zum Alleinerben seiner just verstorbenen Tante Adelheid erklärt. Der Bockenheimer kann sich darauf zunächst keinen Reim machen, denn schon seit seiner Kindheit ist der Kontakt zu seiner Tante abgebrochen. 

Dass etwas mit dem Erbe „faul“ ist, wird dem Kommissar schnell bewusst. Spätestens, als dieser von seinem Cousin Thomas angegangen wird, welcher das Erbe für sich beansprucht und auch vor Gewalttaten nicht zurückschreckt, schwant ihm, dass hier Etwas im Argen liegt. Seine Eltern erweisen sich während seiner Ermittlungen nicht als sonderlich auskunftsfreudig, sodass er sich zunächst allein der Hilfe seiner Freundin Jana an seiner Seite sicher sein kann. Die Polizei-Kollegin ist ebenfalls vom Dienst suspendiert, nachdem sie sich an Rauschers Alleingängen in dessen letzten Fall beteiligt hatte. 

Nicht nur, dass die Kommissarin dem Romanhelden mittels heißem Apfelwein am Leben hält – auch steht sie ihm bei der Aufklärung des rätselhaften Todes seines Onkels beiseite. Dass Rauscher seinen Sohn Max noch mehr vermisst als einen Bembel Süßgespritzten, sieht sie ihm mehr als nach: Sogar mit Rauschers Ex-Freundin Elke ist sie befreundet. Diese ist mit dem gemeinsamen Sohn nach Hamburg verzogen, nachdem Rauscher sie in einer Hals-über-Kopf-Aktion vor dem Traualtar hat stehen lassen, um eine Selbstmörderin zu retten. 

Während das Paar bei Rauschers Eltern noch auf Granit beißt, zeigen sich Andere jedoch ausgesprochen auskunftsfreudiger: Sowohl ein Ahnenforscher als auch der Hausarzt von Rauschers verstorbenen Tante wissen Fakten zu verlauten, die Kommissar Rauscher und seine Freundin Jana in einen Strudel familiärer Zerwürfnisse, rätselhafter Nachrichten und ungeklärten Fragen ziehen. Antworten auf diese erfährt allein der Leser des Romans, der im Taschenbuch-Format vom mainbook-Verlag publiziert wurde. 

Lesen & Verschenken: Eine gute Idee!

Ich habe gelesen, dass 26 Prozent aller Deutschen glücklicherweise noch immer Bücher zum Weihnachtsfest verschenken. Falls ihr also noch immer nach der Suche nach einem passenden Geschenk für einen eurer Lieblingsmenschen seid, da wisst ihr Bescheid, gelle? 

Klar, Lokalkrimis sind nicht immer literarische Meilensteine und sind auch eher selten für die Shortlist des Deutschen Buchpreises nominiert. Doch das müssen sie auch gar nicht: Ein Protagonist, mit dem sich zumindest alle Eigensinnigen und Apfelwein-liebhabenden Frankfurter (wie ich es einer bin!), macht gelegentlich holprige Dialoge allemal wieder wett. Und wenn sich der Romanheld im „Gemalten Haus“ mit einem wertvollen Zeugen trifft oder seine Freundin im Niddapark joggen geht, dann ist man als einheimischer Frankfurter dazu geneigt, sich zu neigen – hinein in die Kissen von Sessel oder Sofa, um der kalten Welt da draußen zu entfliehen. Hinein in die des Kommissars Rauscher. Der in seinem jüngsten Fall nicht nur in die Abgründe seiner Familie eintaucht, sondern sich gleichfalls auf die Suche nach der Herkunft seines Familiennamens macht. Ob er wohl verwandt mit der berühmten Dame aus der Klappergass‘ ist? Na, lest doch einfach selbst! 

In diesem Sinne: Auf ein frohes, neues Lesejahr! 

„Frau Rauschers Erbe“ 
erschienen im „Mainbook“-Verlag 
bestellbar hier – oder noch besser: 
beim Buchhändler in eurer Nachbarschaft. 

Bücher kaufen für den guten Zweck: Im „OXFAM Bookshop“

Nicht allein das Schreiben ist eine meiner großen Leidenschaften. Ich bin nämlich gleichwohl ’ne richtige Leseratte und verlasse meine Wohnung  niemals ohne Buch im Rucksack. Insofern hab‘ ich mich natürlich erstmal gefreut, als „Hugendubel“ kürzlich eine weitere Filiale mitten auf der Zeil eröffnet hat. 

Bücher kaufen, das geht blöderweise auch schnell ins Geld. Angesichts meines Bücherverschleißes wäre ich vermutlich schnell ein armer Mann, würde ich ein jedes Buch neu und druckfrisch erwerben. Wie gut, dass es Antiquariate und Flohmärkte gibt, wo sich echte Bücher-Schnäppchen machen lassen.

Und noch besser, dass es einen Laden gibt, bei dem der Bücherkauf zur guten Tat gerät: 

Der „OXFAM Bookshop“ in der Töngesgasse.

Die Welt ein kleines Stückchen besser machen

Das Ladengeschäft in der Töngesgasse 35 existiert bereits seit über 15 Jahren und wird betrieben von der Hilfs- und Wohltätigkeitsorganisation OXFAM. 

Über 70 (!) ehrenamtliche Mitarbeiter nehmen hier tagtäglich Bücherspenden an, kategorisieren die einzelnen Werke und zeichnen sie mit einem wirklich fairen Preis aus. Selten steht ein Buch hier für mehr als 3,50 EUR zum Verkauf. Das gilt sogar für aktuelle Titel!

Der Verkaufserlös wird unmittelbar weitergeleitet an OXFAM, die davon ihre zahlreichen Hilfsprojekte in der gesamten Welt finanziert.

Hier profitiert also jeder:

Der Bücherfreund, der sich hier mit Lesestoff versorgen kann, ohne ein Vermögen ausgeben zu müssen. Und schließlich all die Menschen, die an Armut leiden oder sich in Not befinden – und von der humanitären Hilfe der OXFAM-Projekte erreicht werden.

 

„Ein jedes Buch befindet sich in gutem Zustand“

Als ich neulich mal wieder auf der Suche nach neuem Lesestoff vor Ort war, hatte ich das Glück, mich mit den beiden netten Verkäufern ein wenig zu unterhalten.

Beide, so erzählen sie, arbeiten ehrenamtlich hier. Das Verkaufen mache nur einen kleinen Teil der Arbeit aus: Fast täglich würden hier Bücher angeliefert. Mal nur einzelne, mal gleich ganze Kartons.

Und jedes einzelne Buch, so wird mir versichert, würde umgehend auf seinen Zustand hin begutachtet. Was zerfleddert wirkt oder bereits nicht vorgesehene Bekanntschaften mit Kaffee, Wein und sonstigen Flüssigkeiten gemacht hat, wird aussortiert und nicht verkauft.

Was übrig bleibt, wird thematisch eingeordnet und in eines der vielen Regale eingeräumt, wo es fortan auf Kundschaft wartet. Ob Weltliteratur, Klassiker der Belletristik, Fachliteratur, seichte Urlaubsunterhaltung oder spannende Krimis: Ein jeder Leser solle hier auf seine Kosten kommen.

Wie lange es dann dauert, bis ein Buch einen neuen glücklichen Besitzer findet, das lasse sich indes kaum sagen: Gerade aktuelle Titel seien ratzfatz wieder verkauft, manche Bücher warten aber auch Monate lang auf einen Käufer. Und manche, die müssen dann eben irgendwann Platz machen für „Frischware“.

 

Der Bücherkauf als Erlebnis

Dass wirklich Jedermann hier fündig werden kann: Das kann ich nur bestätigen!

Klar, benötigt man ein ganz bestimmtes Buch, ist man beim gewöhnlichen Buchhändler besser aufgehoben. Möchte man dagegen einfach nur „mal schauen“, sich überraschen oder inspirieren lassen – dann ist man hier goldrichtig. Und macht es nicht auch verdammt viel Freude, sich durch die Regale zu stöbern?

Wie viele tolle Bücher ich hier schon entdeckt habe, die ich vermutlich ansonsten niemals gelesen hätte, vermag ich schon gar nicht mehr zu sagen. Meist verlasse ich den OXFAM-Buchshop dann mit gleich drei Büchern, für die ich gerade einmal so viel gezahlt habe wie für ein druckfrisches bei HUGENDUBEL & Co. Und natürlich mit dem guten Gewissen, einen kleinen Beitrag für eine bessere Welt geleistet zu haben.

Auch heute bin ich wieder fündig geworden: 

Voltaire ist es geworden, „Candide oder der Optimismus“, eine recht bekannte Erzählung des französischen Philosophen.

Für erschwingliche zwofuffzich!

Somit bin ich wieder mal sehr glücklich darüber, dass es den OXFAM-Buchshop gibt. Und damit das noch lange so bleiben mag, kann ich auch euch nur ans Herz legen, dort einmal vorbeizuschauen, wenn euch demnächst mal wieder der Lesestoff ausgeht.

Es lohnt sich gleich doppelt!

OXFAM Buchshop
Töngesstraße 35
Geöffnet:

Mo-Fr 10.00-18.30
Sa 10.00-16.30