Bin ich eigentlich merkwürdig? Warum ich am liebsten allein ins Café gehe.

Manchmal frage ich mich ja, inwieweit ich eigentlich noch ganz normal bin.
Wobei: Normal – was bedeutet das eigentlich?

Wer bestimmt, was „normal“ ist, und:
Ja, wer ist das eigentlich schon?

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Die Idee zu diesem Artikel kam mir, als ich mit meinem guten Freund Michael im Café verabredet war. Ich war mal wieder ein wenig spät dran, und als ich Michael dann – mit schlechtem Gewissen ob meiner Unpünktlichkeit – erspähte, sah ich ihn seelenruhig bereits am Tisch sitzen. Vertieft in sein Buch.

Und wie ich ihn da so sitzen sehe, denke ich mir, dass auch ich genau dieses Bild oft abgebe. Alleine im Café lümmeln, die Tageszeitung vor mir ausgebreitet.
Für mich kann ein Tag kaum wunderbarer beginnen.

Oftmals werde ich aber  immer wieder ungläubig bis verstört angeschaut, wenn ich erzähle, dass ich den ganzen Nachmittag im Café verbracht habe. Oder auch den (Feier-)Abend an der Bar. Und zwar allein.


„Was sollen da die Leute denken?“

 

„Du gehst alleine ins Café?!“ – oftmals ernte ich für mein größtes Hobby nur Unverständnis. Ich wiederum vermag nicht zu begreifen, weshalb so viele Mitmenschen stets darauf bestehen, sich am Eingang des verabredeten Cafés, , dem Eingang der verabredeten Kneipe zu treffen.

Einst habe ich einen guten Freund, mit dem ich ich mich in einer Sachsenhäuser Schankwirtschaft verabredet hatte, fröstelnd vor der Türe der Kneipe vorgefunden. Ein wenig verwundert hatte ich den frierenden Kerl gefragt, warum er bei dieser Schweinekälte denn nicht bereits in die warme Stube hineingegangen sei.

„Ich geh‘ da doch nicht alleine rein, was sollen denn da die Leute denken?“ – so seine Antwort.

Und meine Kinnlade so: Runter. 

Tja, was denken „die Leute“ eigentlich über Menschen wie mich, denen im Kaffeehaus Tageszeitung und Buch als Begleitung vollkommen ausreichen?

Die abends mit Notizblock und einem frisch gezapften Bier ihren Feierabend verbringen? Denken „die Leute“ etwa, solche Menschen seien bemitleidenswerte Kreaturen ohne Freunde?

Soziopathen, komische Käuze, Eigenbrötler?

Nein, sowas möchte ich nicht auf mir sitzen lassen. Möchte mich verteidigen, möchte klarstellen und erläutern. Klar, könnte mir auch egal sein, was „die Leute“ so denken. Ist’s mir dann aber doch nicht ganz. 


Weil, liebe „ich geh‘ doch nicht alleine Kaffee trinken!“ – Fraktion:

Alleine im Café sitzen ist großartig! Auf mein tägliches Ritual könnte ich niemals verzichten, schöner kann ich einen Tag nicht beginnen und nicht enden lassen.

Und warum das so ist, das mag ich euch nun erklären. Auf dass auch ihr euch traut, auf dass auch ihr euch einmal alleine auf den Weg zum nächstbesten der zahlreichen so wunderbaren Cafés dieser Stadt macht.

Warum das einfach unendlich viel Freude bereitet, mag ich euch nun anhand einiger Punkte aufzählen. 

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Weil ich alleine frei bin

Ohne ein Gegenüber, mit dem ich verabredet bin, bin ich frei in dem was ich tue oder lasse. Ich bin nicht dazu verpflichtet, einem anderen Menschen meine Aufmerksamkeit zu schenken. Ich muss nicht fürchten, dass sich eine andere Person von mir vernachlässigt oder nicht ausreichend unterhalten fühlt.

Alleine dagegen kann ich in Ruhe meine Tageszeitung lesen. Kann dabei ganz unverschämt Kopfhörer tragen, um meine Lieblingsmusik zu genießen.Kann mich gänzlich isolieren von der Außenwelt. Kann vor die Türe schreiten, um zu rauchen. Wann ich will, so oft ich will.

Ich kann den Blick von meiner Zeitung heben, kann den fremden Tischnachbarn auf die Nachrichten des Tages ansprechen. Mich mit ihm austauschen – sofern mir danach ist. Ich kann in Ruhe meinen Tag planen, kann die Einrichtung des Cafés intensiv studieren.

Kann den Inhaber darauf ansprechen, kann es aber auch bleiben lassen. Ich kann nach einer halben Stunde zahlen und weiterziehen, ohne unfreundlich zu wirken. Oder einfach stundenlang verweilen, ohne jemanden zu langweilen.

Und ja, man kommt so unendlich leicht ins Gespräch mit fremden Sitznachbarn. . Wirklich. Doch dazu mehr später – vorerst halte ich fest:

Alleine im Café bin ich mein eigener Herr, bin nicht alleine, wenn ich nicht will. Und dennoch gänzlich ungestört, wenn ich es sein mag.

Ich bin einfach gänzlich frei.

 

Weil People-Watching so unendlich aufschlussreich ist

Wisst ihr eigentlich, wie spannend es sein kann, nichts weiter zu tun als fremde Menschen zu beobachten? Ihre Kleidung zu betrachten? Ihnen zuzuschauen bei dem, was sie so tun? Oft überlege ich mir, welchen Job sie ausüben könnten.

Und wenn meine Neugier über mich siegt, dann spreche ich sie gern darauf an.

Natürlich kann man auch ganz hervorragend fremde Gespräche belauschen, was durchaus erheiternd wie lehrreich sein kann. Und häufig auch überaus unterhaltend wie amüsant!

Der gemeine Betrachter kann durch sein Beobachten unendlich viel über das (zwischen-)menschliche Verhalten lernen. Wie ein offensichtliches Tinder-Date nach dem dritten Glas Wein nach einem anfangs drögen Gespräch doch noch seine Vorliebe füreinander entdeckt. Wie ein offensichtlich Berlin-Mitte entflohener Hipster hochkonzentriert vor dem MacBook sitzt und stundenlang in die Tasten hämmert, während er an seinem vierten ColdBrew-Kaffee schlürft.

Wie gegenüber eine junge Frau verzweifelt versucht, einzuparken – und sich nach dem vierten Anlauf von einem zufällig vorbeilaufenden Passanten helfen lässt. Und sich mit hochrotem Kopf dafür bedankt.

Wie vier hochgradig wichtig wirkende Männer im Anzug über Börsenkurse diskutieren, während am Nachbartisch drei Pubertierende ihre prall gefüllten Primark-Tüten abstellen. Sich gegenseitig davon erzählen, mit welchen heißen Billig-Fummeln sie Freitagabend den Kevin aus der Neunten zu beeindrucken gedenken.

Hätte ich im Beisein einer Begleitung Zeit, meine Umwelt derart zu beobachten?
Wohl eher nicht.

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Weil es so spannend ist, einfach abzuwarten – und man dabei wertvolle Bekanntschaften macht.

Kleines Gedanken-Experiment:

Welchen Menschen könnte ich begegnen, genösse ich Lektüre und Kaffee auf meinem Sofa? Bestenfalls dem Mitbewohner, regelmäßig auch dem Paketboten, seltener dem Ableser für Heizung, Gas, Wasser, Schei… ach, nee, die wird ja gar nicht abgelesen (ein Glück!).

Über Besuch pflege ich mich zu freuen, aber auch dieser ist mir in der Regel bereits bekannt.

Ganz anders gestaltet sich all dies jedoch im öffentlichen Raum von Café und Kneipe: Ist es nicht einfach eine unendlich schöne Vorstellung, sich alleine niederzulassen und nicht zu wissen, welchen Menschen man innerhalb der nächsten Stunde(n) begegnen wird? Ist es nicht aufregend, jeden Tag aufs Neue Gespräche führen zu können, die niemals absehbar waren und deswegen so ganz besonders wertvoll sind?

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Ja, mit Fremden ins Gespräch zu kommen erfordert Mut. Und doch ist es so einfach, geschieht quasi zwangsläufig – und stärkt obendrein das Selbstbewusstsein.

Ich bin dankbar um jede einzelne Bekanntschaft, um jeden einzelnen Menschen, den ich auch nur für einige Minuten lang kennen lernen durfte.

Die junge Frau, die ich auf ihr Tattoo ansprach – und die mir daraufhin die letzte, zündende Idee für mein lang ersehntes, neuestes Kunstwerk unter meiner Haut lieferte.

Der junge Student, der – einige Jahre nach mir – in meiner Heimatstadt geboren wurde. Die ältere Dame, welche mir so viel Aufschlussreiches über das frühere Leben in Frankfurt berichten konnte, der Herr, der ambitionierte Anzug-Träger, welcher sich seine Zukunft hier am Main erhofft. Die junge Ostdeutsche, die Wahl hatte zwischen Wartebereich eines Arbeitsamtes in der Niederlausitz oder einem Job in Frankfurt. Die Künstlerin im Bahnhofsviertel, die so lebensfrohe Dame aus dem Café, welche zwar überaus vergesslich ist, aber meine Vorliebe für die Frankfurter Rundschau teilt. Die Blogger-Kollegin, welche ich aufgrund ihres „WordPress für Dummies“ – Buches angesprochen hatte. Meine liebste Nachbarin, deren Bekanntschaft ich einst schloss, als ich mich nach Feierabend mitsamt meines Buches unter dem Sternenhimmel einer Sommernacht im Biergarten des „Feinstaub“ niederließ.

Um jede Einzelne dieser Begegnungen bin ich dankbar, keine einzelne davon möchte ich missen. Ist man verabredet, so ist die eigene Aufmerksamkeit dann doch dem Gegenüber geschuldet – alleine jedoch bin ich offen für all meine Mitmenschen, welche auch immer in meiner Nähe Platz nehmen werden.

Und genau deswegen liebe ich es, einfach Platz zu nehmen, zu genießen und abzuwarten. Auf Das- und Denjenigen, was und wer auch immer kommen mag.

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Weil ich mich hier am besten konzentrieren kann

Ich lese bekanntlich viel und gerne. Und ebenso gerne verfasse ich selbst Texte, bearbeite die Ausbeute meiner fotografischen Streifzüge durch die Stadt.

Nur: All das fällt mir in den heimischen vier Wänden schwer. Zu schnell bin ich dort abgelenkt, zu verlockend sind andere Beschäftigungen.

Hier das Regal, das noch schnell abgestaubt werden könnte, hier der Teller, der noch weggeräumt werden müsste – und, ach ja, wenn ich doch eh noch mal in die Küche gehe, dann kann ich ja direkt noch eine Maschine Wäsche anstellen. Ist ja auch längst überfällig. Irgendwo beneide ich ja Menschen, die einfach stundenlang zu Hause auf dem Sofa liegen können. Dabei ein Buch lesen, einen Film anschauen, ihr neues Projekt fertigstellen.

All dies gelingt mir jedoch am besten in einer ruhigen Ecke im Café oder im schummrigen Licht an einer Bar. Hier gibt es für mich sonst nichts weiter zu tun, hier kann ich jederzeit um Meinungen bitten, kann Pausen machen und kurz mit den Sitznachbarn plauschen, wenn es mir beliebt. Fast überall in der Stadt sind mittlerweile offene WLAN-Netzwerke verfügbar, sodass mir die gesamte Welt offen steht, wenn ich meinen Klapprechner in meine Tasche packe. Oder einfach das Buch, auf dessen Erscheinung ich doch schon so lange gewartet habe.

Und der schönste Moment des Tages ist doch sowie derjenige, in dem sich der stechende Geruch der Druckerschwärze einer frisch gedruckten Zeitungen mit dem herrlichen Aroma einer dampfenden Tasse Kaffee vermengt.

Ja, dafür bezahle ich auch gerne Geld. Zu Hause ist’s umsonst, auswärts ist es lebenswert. Finde ich. Ist das jetzt unnormal?

 

Traut euch!

Auch abschließend vermag ich nicht zu sagen, ob ich nicht doch ein „schräger Vogel“ bin und vielleicht diesbezüglich psychotherapeutische Hilfe in Anspruch nehmen sollte.

Aber: Wenn ich tief in mich gehe, dann bin ich unendlich dankbar für all die wunderbaren und nicht vorhersehbaren Begegnungen und Momente, welche mir meine Allein-Besuche der Cafés  in dieser Stadt beschert haben.

 

Liebe Leute, die ihr dies nicht zu tun pflegt: 

Mag sein, dass ihr besser darin seid, zu Hause auf dem Sofa konzentriert eure Serie zu verfolgen. Darauf gern auch mal ein Buch lest, weil’s „zu Hause doch am schönsten ist“. Es genießen könnt, es euch bequem zu machen mit einem Kaffee aus der heimischen Maschine, während ich für eine einzelne Tasse dafür gern auch mal nur für mich so viel bezahle, wie ihr für ein ganzes Pfund.

Doch: Dieses Geld ist gut investiert.  „Auswärts“ alleine sein ist schön, ganz ohne Verpflichtungen, und doch voller Überraschungen.

Dennoch bleibt dieses Gefühl in mir. Dieses Gefühl, welches mir sagt, dass es nicht „ganz normal“ ist, was ich so gern tue. Doch immer dann, wenn ich meinen Blick streifen lasse – und andere entdecke, die es sich mit Buch, Zeitung oder Notebook bequem gemacht haben und ein Getränk ihrer Wahl genießen –  dann weiß ich, dass ich nicht alleine bin.

Und dass es sich – vorausgesetzt, mir steht der Sinn danach – lohnt, mutig zu sein, ein Gespräch zu beginnen. Mal schauen, welch Mensch hier gerade neben mir sitzt.


Die nächste spannende Begegnung, das nächste wertvolle Gespräche lauert schließlich an jeder Ecke. Darauf noch ’nen großen Café Creme mit Sojamilch. Ach ja, und ein Glas Leitungswasser dazu. Für den Hals.

 

24 thoughts on “Bin ich eigentlich merkwürdig? Warum ich am liebsten allein ins Café gehe.

  1. Hallo Matze,
    ich habe deinen Artikel in einer Blogger-Gruppe auf Facebook gefunden. Das Thema spricht mich total an, weil ich diese Leidenschaft gerade erst für mich entdeckt habe und zukünftig noch weiter ausbauen möchte. Als ich vor paar Wochen einer guten Freundin von meinem Solo-Nachmittag in einem Café berichtet habe, hab ich sehr viel Unverständnis dafür geerntet. Das würde sie niiieee machen, weil… macht man eben nicht. Von solchen Aussagen lasse ich mich jedoch nicht entmutigen. Ich sehe das genau wie du: Allein in Cafés (Bars etc.) gehen, bringt jede Menge Vorteile mit sich 🙂

    Übrigens: Ich bin wie du Städteblogger und finde es daher doppelt toll, dass ich deine Seite entdeckt habe. Ich würde mich sehr gern öfter mal mit anderen Bloggern aus meiner Nische austauschen. Kennst du vielleicht ein passendes Netzwerk?

    Viele liebe Grüße aus Erfurt,
    Jessi

    • Hi, Jessi!

      Lieben Dank auch für deine netten Worte – ich freue mich sehr darüber, dass du meine Leidenschaft teilst! 🙂

      Du betreibst also einen Städte-Blog über deine wunderschöne Heimat Erfurt?
      Darf ich da mal vorbeischauen?

      Ein überregionales Netzwerk ist mir leider nicht bekannt.
      Vielleicht ja eine echte Marktnische? 😉

      Liebe Grüße aus einem Frankfurter Café,

      Matze

      • Ich habe auch das Gefühl, dass ein solches Netzwerk noch nicht existiert. Leider fehlen mir aktuell die Kapazitäten, eines zu gründen. Aber vielleicht können wir uns ja hin und wieder irgendwo irgendwie austauschen?
        Ach und sehr gern darfst du auf meinem Blog vorbeischauen 😉

        Liebe Grüße (aus dem Home Office),
        Jessi

  2. Ich gehe auch gern allein ins Kaffee – hauptsächlich um irgendeine Arbeit fürs Studium zu schreiben:) Und ich kann deine Erfahrung nur Bestätigen dass es toll ist. Ich liebe die Situationskomik die man durch manche Gespräche mitbekommt. Und auch die Möglichkeit ein Gesptäch anzufangen und u verfänglich wieder zu beenden – weil man ja noch eine andere Tätigkeit hat☺️

    Übrigens grosses Kompliment für deinen Blog, deine Texte sind klug, witzig und authentisch! Weiter so, lieber Mathias!

    • Hi, Alina!

      Auch dir lieben Dank für dein Kompliment – schön, dass dir mein Beitrag so gefällt, und vor allem:
      Dass du meine Leidenschaft teilst und verstehst 😉

      Wo auch immer du dich gerade befindet (vielleicht ja in deinem Lieblingscafé?)

      – dorthin liebe Grüße dir und einen schönen Tag!

      Matze

  3. Für mich als armer Student reicht das Geld nicht, um es zum regelmäßigen Hobby zu machen, aber die Male die ich allein im Café war, waren alles andere als „unnormal“. Bist also bei Weitem nicht alleine, auch wenn du sicherlich zu den Wenigen gehörst, die sich aktiv darüber Gedanken machen und diese bloggen 🙂
    Gruß,
    Karol

  4. Hallo Mathias,

    Genialer Beitrag! Danke dafür! Ich bin nicht mehr allein, aber als meine Kinder noch nicht da waren, fand ich es auch schön, allein in ein Cafė zu gehen. Ich mag beides…Das Allein-Sein und die Treffen mit Freunden im Cafė. 😉 Das Warten im Wartezimmer ist seit meiner Mutterschaft sogar entspannt/interessant. Dabei habe ich stets mein aktuelles Projekt dabei.
    Finde deine Einstellung sehr interessant und manchmal ist es recht traurig, dass viele Leute es verlernt haben, offen für ihre Unwelt zu sein.

    Liebe Grüße aus der Marzipan-Hauptstadt

    Rini

  5. Total interessanter Artikel. Ich selber gehöre zu den Leuten, die sich unwohl fühlen, wenn sie irgendwo alleine sind – gemäß dem Motto (was du ja auch schriebst) „was sollen die anderen denken“. Umgekehrt muss ich aber sagen, dass ich mir noch nie irgendwann darüber Gedanken gemacht habe, wenn ich eine Person alleine irgendwo gesehen habe. Irgendwie kurios 😉 . Ich wünschte, ich wäre auch mutiger und würde mich „trauen“, alleine irgendwo hinzugehen. Mal schauen, vielleicht werde ich mich ja mal überwinden…

  6. Ich bin auch durch die Bloggergruppe auf deinen Blog gestoßen 🙂
    Ich kann das alles gut nachvollziehen und ich bin auch sehr gerne alleine und beobachte einfach nur. Allerdings habe ich das selbst noch nicht so oft gemacht, werde ich aber definitiv mal ausprobieren 🙂
    Danke für den ermutigenden Text.
    Liebe Grüße,
    juli

  7. Ein toller Bericht 🙂 Wenn man mal gelernt hat, in gewissen Situationen alleine zu sein, dann lernt man es lieben. Ich liebe es alleine eine neue Stadt zu erkunden, alleine in einem Cafe zu sitzen, alleine eine Reise zu starten. Die Vorteile hast du sehr schön beschrieben. Weiter so 🙂 Lg Nele

  8. Schöner Beitrag! 🙂
    Ich gehe mittlerweile auch gern allein irgendwo hin. Man sollte sich einfach mal von dem Gedanken „Was denken die anderen?“ verabschieden. Ich bin ein Egoist. Mit 2 kleinen Kindern zuhause, brauche ich auch mal ne Auszeit. Ich arbeite i.d.R von zuhause aus. Und da tut es mir gut, auszukommen. Kein Haushalt der sagt „kümmer dich um mich!“, kein Hund der jammert „spiel mit mir!“, keine Kinder die Fangen durch die Wohnung spielen.
    Ich bummel durch die Straßen, sitze gern in Cafes oder esse auch mal allein meinen Brunch. Ich bin Autorin und finde erst draußen meine Kreativität. Mit dem Notebook kann man überall hin.
    Manche sind der Meinung, das sei armselig, man habe keine Freunde. Aber vielleicht gibt es einfach nur Menschen die es schön finden ab und zu(!) mal für sich zu sein. Inzwischen habe ich auch kein Problem mehr auch allein ins Kino zu gehen. Manchmal wollen die Leute den Film nicht sehen, den man selbst gern im Kino gucken will – und nicht erst wenns auf BlueRey raus kommt.
    Man sollte einfach das tun, wonach einem ist.

    LG

  9. Ich kann mich damit total identifizieren. Ich hatte lange nicht den Mut, mich einfach so alleine in ein Café zu setzen, eben aus Angst komisch zu wirken und weil mir andere (vorrangig alte Menschen) auch immer so leid tun, wenn sie allein sitzen 😀 aber mittlerweile mag ich es richtig gerne, auch mal alleine die Seele baumeln zu lassen 🙂 schön, dass diese Leidenschaft geteilt wird 🙂
    Liebe Grüße,
    Julie

  10. Auch ich bin ein leidenschaftlicher Allein-Unternehmer, ganz egal ob Kino, Café, Reisen, Museumsbesuch… und das heißt nicht, dass ich diese ganzen Dinge nicht auch gern mit lieben Menschen gemeinsam verbringe. Aber manchmal brauche ich Ruhe und Zeit für mich, und dann kann ich mich super auf mich konzentrieren und fokussieren. „Was die Leute denken“ – keine Ahnung. Meine Oma sagt immer: „Du kannst du den Leuten nur vor den Kopf gucken.“ Da hat sie recht, also: keine Ahnung, was die Leute denken. Es ist auch nicht wichtig. Ich bin wichtig. Und es ist meine Zeit, mein Buch, meine Zeitung, die ich im Café lese. Meine Neugierde, die mich ins Museum oder auf Reisen treibt. Es ist herrlich, dass es auch anderen Menschen so geht!

  11. Hallo Matze

    Mit einem Schmunzeln im Gesicht habe ich deinen Beitrag gelesen. Ich bin auch „Pro Alleine“. Können viele nicht verstehen, müssen sie aber auch nicht. Ich denke, wenn man so alleine unterwegs ist, lernt man mit sich selber klar zu kommen. Man reflektiert sich und sein Verhalten und wie Du so schön gesagt hast; Man hat Zeit andere zu beobachten und neue Menschen kennen zu lernen. Ich verreise auch sehr gern alleine, werde dafür auch schräg angekuckt, aber das bin ich bereits gewohnt. Wenn Du Lust hast, les mal meinen Artikel zu dem Thema: https://wasmansonichtsagendarf.ch/2016/10/11/ja-ich-bin-alleine-hier/

    Liebe Grüsse,

    Paula

  12. Hi,

    Ich kann nichts seltsames am „allein im Café sitzen“ erkennen. Leute, die das komisch finden und sich dabei unwohl fühlen, haben in meinen Augen ein geringes Selbstwertgefühl und vielleicht noch ein Trauma aus der Grundschule, wo nur die Loser allein in der Pause auf dem Schulhof saßen.
    Ich glaub, dass steht sogar in Selbsthilfe Ratgeber als Tipp drin – sich trauen allein ins Café zu gehen.
    Ich mache Aktivitäten oft lieber alleine, als in der Gruppe, weil ich dann genug Zeit für das hab, was ich machen will. Fotografieren, Kaffee trinken etc. Ich bin an meinem Geburtstag sogar schon mal nach Berlin gefahren, um allein in meinem Lieblingcafe zu sitzen, erst danach bin ich dann zu meiner Familie gefahren, um zu feiern.

    LG Myriam

  13. Pingback: Friday Five – die Kunst des Alleinseins, selbstbestimmte Schwangerschaft und viele bunte Schmetterlinge – THE HAPPY SPOT

    • Dankesehr für dein Kompliment – wie schön, dass du meine Gedanken teilen kannst, und auch Zeit alleine ganz hervorragend genießen kann! 🙂

  14. Pingback: Wie viele Cafés braucht der (Großstadt-)Mensch? | Mainrausch

  15. Ist anfangs wirklich ungewohnt alleine in einem Kaffee zu sitzen, man denkt immer Ohje was denkt der Ohje was denkt die, aber im Endeffekt würden es die meisten selbst gerne tun trauen sich es aber einfach nicht zu….. einfach einen drauf geben was Leute von einem denke…. man lebt nur einmal und man soll machen worauf man Lust hat… Einfach LEBEN und nicht die wertvolle Lebenszeit besonders im Sommer zuhause in den 4 Wänden vertrieben. Wer weiß vielleicht taucht sogar irgendwann jemand interessantes für einen auf wäre doch ein wunderschöner Beginn….man hat sich in einem kleine Café an einem Sommerabend in der Stadt kennengelernt… Schön!!

  16. Hallo Matze,

    gerade auf deinen Blog gestoßen … 🙂
    Danke für diesen tollen Beitrag. Ich dachte -bis jetzt- immer, dass es wirklich komisch rüber kommt – dieses sich „Alleine“ irgendwo reinsetzen. Du hast mich vom Gegenteil überzeugt und ich weis, was ich die Tage machen werde….

    Danke dafür!!!

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