„FEE vs. Cönig“: Chronologie einer Premiere

Freunde der Dichtkunst und Liebhaber der Musik haben in Frankfurt selten Grund, auf dem Sofa zu versauern.Längst haben sich zahlreiche Poetry Slams und Konzertveranstaltungen etabliert. In großen und in kleinen Rahmen gibt’s immer was zu gucken und erleben, insbesondere an Wochenenden.

Nun haben die wunderbare Frankfurter Liedermacherin Fee und der längst über die Stadtgrenzen hinaus bekannte Jan Cönig gemeinsame Sache gemacht und mit „Fee vs Cönig“ in vorläufig vier Ausgaben ein weiteres Format im Veranstaltungskalender verankert. Schon in den Monaten zuvor hatten beide (zum Glück!) keine Bühne ausgelassen und versprechen eine „Show voller Musik, Spoken Word und Action“. Nach einer mustergültigen Kampagne in den einschlägigen sozialen Medien, in der wirklich alle Waffen des Marketing gezückt wurden, wurde schlussendlich auch mein Interesse geweckt. Doch zunächst stellte sich für mich die Frage: Brauchte die Kulturwelt meiner Stadt tatsächlich noch eine weitere Veranstaltungsreihe? Noch dazu eine, deren Name ein gewisser Privatfernseh-Touch anheftete?

 

Brotfabrik und Spiele: Zwei Frankfurter Künstler im Duell



Das, da war ich ich mir schnell sicher, galt es für mich herauszufinden – auch, wenn ich mittlerweile fürchtete, mich angesichts des großen Angebots an Veranstaltungen irgendwann tatsächlich zwei-, wenn nicht gar dreiteilen zu müssen. Was soll’s, beide Gastgeber schätzte ich schließlich schon lange als Bereicherung der Frankfurter Unterhaltungslandschaft. Auch auf die mir bislang unbekannten Gäste in Gestalt des Musikers Tilmann Claas sowie der Marburger Poetin Leticia Wahl hatte ich eine gewisse Neugierde entwickelt. Am Abend des 15. Septembers 2018 machte ich mich somit auf den Weg zur von mir sehr geschätzten Brotfabrik im Stadtteil Hausen, auserkoren zum Schauplatz des Spektakels.

 

Falls ihr, liebe Leser, an jenem Abend ein Tinder-Date hattet oder anderweitig verhindert wart und euch nun fragt: „Was hab‘ ich verpasst?“:
Hier die Ereignisse der Show im Schnelldurchlauf! 

18:42 Uhr
„Hoffentlich wird das kein Reinfall!“, denk ich mir. Eigentlich hatte ich den heutigen Abend im Publikum der „Die drei Fragezeichen“-Tour in Offenbach verbringen wollen. Wer mich kennt, der weiß: Es fällt mir schwer, den drei Detektiven eine Abfuhr zu erteilen. Nun ja, immerhin sitze ich nun in der U-Bahn in Richtung Hausen statt auf dem Weg nach Offenbach zu sein. Ist ja auch was.

19:05 Uhr
„Ach, da isse ja!“ – Zusammenkunft mit meiner lieben Begleitung geglückt. Noch nix los in der Brotfabrik. Nicht schlimm, zu erzählen haben wir uns genug.

19.42 Uhr
Nach einer Cola zum Wach- schwenke ich nahtlos zum Apfelwein zum Betrunkenwerden über. Das, weiß ich als alter Hase, macht auch schlechte Shows erträglicher. Cheers!

19.58 Uhr
„Sind wir hier am Pool eines Pauschalurlaub-Hotels?“ Menschen reservieren Stühle zwar nicht mit Handtüchern, dafür aber mit Schals, Handtaschen, Jacken, und was sie sonst noch finden. Doch wir haben Glück: In der ersten Reihe ist noch was frei. Läuft bei uns.

20.05 Uhr
Applaus, Applaus. Fee und Cönig entern die Bühne, begleitet vom eigens komponierten Oeuvre. Nett.

20.09 Uhr
Auch Tillmann Claas und Leticia Wahl sind nun on stage und lümmeln sich ins Sofa. Auf dem Tisch vor ihnen winkt: Eine Winkekatze. Ich winke mal zurück.


20.10 Uhr

Fee greift zur Gitarre. Hach, ihre Musik muss man einfach mögen. Zumindest heimlich!

20.18 Uhr
Fee schleudert einen Schaumstoffwürfel ins Backstage. War nicht so geplant, denn eigentlich wird gerade etwas anderes gespielt: Hausnummernwürfeln. Die Sängerin bildet gemeinsam mit Tillmann Claas ein Team. Das Pendant, gebildet aus Jan Cönig und Leticia Wahl, würfelt dagegen unfallfrei. Nützt aber nix.

20.22 Uhr
Spielstand 1:0! Team Fee geht in Führung.

20.24 Uhr
Wahl kann auch Klavier. Dazu ein Text über einen Elefanten aus Porzellan. Frage mich, warum ich damals doch gleich den Klavierunterricht vorzeitig abgebrochen hatte.

20.34 Uhr
Wahl kann auch ohne Klavier. Und wie! Ein Text über einen Elefanten aus Porzellan. Ich beschließe, sie zu mögen.

20.36 Uhr
„Was hat acht Arme und kann gut addieren? – Ein Oktoplus!“
König reißt schlechte Witze, ich muss trotzdem lachen. Bin ich tatsächlich derart primitiv?

20.38 Uhr
Noch ein Text von Wahl. Schritte zurück und Schritte vor. Täusche ich mich, oder ahmt sie sie tatsächlich mit Schlägen auf unterschiedliche Partien ihres Körpers einen perfekten Herzschlag nach? Ich bin schwer beeindruckt! Vom Text selbst dagegen sehr berührt, kann ich nicht anders sagen. Sie hat mich endgültig gepackt. Hach ja.

20.44 Uhr
Ich realisiere, dass Tillmann Claas mit Nachnamen so heißt wie Claas Heuer-Umlauf mit Vornamen. Unbeeindruckt von dieser Tatsache wirft dieser Holzkugeln auf eine Leiter. Dabei stellt er sich weit besser an als Jan Cöni – der hat nämlich kein einziges Mal getroffen. Willkommen im nächsten Spiel: „Leitergolf“!

20.45 Uhr
Spielstand 2:0. Team Fee baut die Führung aus. Hierfür allein verantwortlich: Gamemaker Tillmann Claas.

20.50 Uhr
„Du stellst wirklich gute Fragen!“, bescheinigt Claas der Gastgeberin ein Moderationstalent. Diese hatte ihn  zuvor danach gefragt, wo ihn seine Inspiration ereile.Er halte es da wie Picasso: „Inspiration gets you at work!“  Man hat sich wieder niedergelassen, bisschen Gequatsche auf dem Sofa. Claas erzählt  auch von seinem  „Bürotag“, den er wöchentlich bestreite. Dass er dabei einen Anzug trage, mag ihm niemand abkaufen. Herrlich komisch!  Cönig macht Witze über die Moderationskarten seiner Konkurrentin, Claas zitiert Picasso. Leticia Wahl spielt im Schneidersitz mit dem Schaumstoffwürfel. Ich fühle mich bestens unterhalten. Auch, wenn offen bleibt, ob Picasso wirklich des Englisch mächtig war.

21.01 Uhr
Claas steht schnipst in ein Mikrofon und schnipst. Das Publikum schnipst vereinzelt mit. Fee und Cönig kabbeln sich mal wieder wegen ihrer Moderationskarten. Nun aber: Pause!

21.12 Uhr
Frische Luft, Rauchen im Innenhof. „Das ist mal eine ganz andere Unterhaltung, noch dazu von so jungen Leuten!“, nebenan unterhalten sich zwei Damen mittleren Alters. Doch auch andere Stimmen sind zu vernehmen: „Damit kann ich gar nichts anfangen!“. Ein wenig mehr „Knackigkeit“ wäre schön gewesen, egal, man gehe jetzt nach Hause. Ich zünde noch eine Zigarette an.

21.25 Uhr
Die Kamera macht mich nervös. Ständig turnt jemand herum und filmt. Aktuell steht Jan Cönig im Fokus der Aufnahmen, ein Text über seinen Opa und die Zeitnot unserer Generation. Kenn‘ ich zwar schon, find‘ ich aber trotzdem gut. Unterschreibe alles. Auch Pumuckl hätte gerade seine helle Freude: Fee trinkt erstmal ’nen Tee.

21.31 Uhr
„Die schönen Momente“, sagt Cönig, „sind doch diejenigen, während derer man die Zeit vergisst“. Ich unterschreibe abermals, während Claas sich von der Ottomane erhebt.


21.32 Uhr
Tillmann Claas erleidet einen epileptischen Anfall, während er eine elektrische Gitarre malträtiert. Er windet sich und zuckt. „Der Krach drückt die Welt in meinem Kopf aus“, betont er. Gelächter im Saal, ich stimme ein.

21.44 Uhr
Claas‘ Anfall ist vorüber. Eines seiner Lieder lässt mich alles über seinen Freund Thorsten wissen. Ein Anderes zeigt: Claasen und mich, uns eint der Erfolg: Wir beide stehen äußerst erfolgreich auf und schlafen ebenso erfolgreich irgendwann ein. Auch lerne ich, dass Rauchen kein Sport ist. Verdammt, hätt‘ ich das mal früher gewusst.

21.50 Uhr
Ich bekomme keine Luft mehr. Mit „Wat is mit dir“ liefert Claas eine herrlich absurde Punk-Nummer ab, ich erleide einen Lachanfall. Der Autor sollte auch am nächsten Tag noch einen Ohrwurm haben. Beifall, als der Künstler abtritt, ergo: Sich wieder aufs Sofa setzt. „Der Saal tobt“ zu schreiben, träfe zu, erscheint mir aber als längst zu platt. Entscheide, sein Fan zu werden.

21.51 Uhr
Stelle fest, dass meine Finger schmerzen. Der „Triple-Schnips“ ist schuld.

21.56 Uhr
„Wie soll ich bitteschön eine Druckerpatrone darstellen?!“
Wir befinden uns im dritten Spiel: Pantomime. Besser klappt’s dagegen mit der Visualisierung eines Bademeisters, welcher im Bruchteil einer Sekunde vom Publikum als solcher erkannt wird.Chapeaux!

21.58 Uhr
Obwohl Fee mustergültig einen fiktiven Pfandflaschenautomaten bedient, geht die Runde an Team Cönig-Claas. Zwischenstand: 2:1 !

22.05 Uhr
„Soll noch mal jemand sagen, das Rauchen wäre schädlich!“
Cönig hat in Erfahrung gebracht, wie Leticia Wahl zum Poetry Slam gekommen ist. Diese erzählt noch ’nen kleinen Schweif, ich höre gern zu. Als nächstes Spiel soll folgen: Der Buchstabierwettbewerb

22.15 Uhr
Fee und Tillmann verhaspeln sich beim Versuch, die Wörter „Hieroglyphe“ und „Stracciatella“ zu buchstabieren. Glück für die Gegner: Obwohl Jan Cönig beim folgenden Lieder-Raten die Red hot chili peppers mit Robbie Williams verwechselt (kann ja mal passieren!), gelingt der Ausgleich. Spielstand: 2:2

22.20 Uhr
Jetzt wird’s gemein, und zwar für mich: Die Zuschauer sind aufgerufen, mittels Hochhalten einer Karte ihren Favoriten zu bestimmen. Wie soll ich mich da bitte entscheiden? Die Künstler verfügen schließlich ganz unterschiedliche Talente und entstammen verschiedenen Zünften. Davon einmal abgesehen, haben sie allesamt großartige Auftritte hingelegt! Ich ringe und kämpfe und rangle mit mir, entscheide mich dann aber einzig aus Gründen der Solidarität für das Team von Fee. Ein flaues Gefühl bleibt.

22.23 Uhr
Die Frankfurter Musikerin grinst, während sie das Fallblatt umdreht und den Entstand verkündet. 3:2 für sie und Tillmann Claas. Der geschlagene Cönig bekommt ’ne fiese Aufgabe gestellt und wird bei der nächsten Show über seine Erfahrungen im Waxing-Studio berichten. Höhö.

22.29 Uhr
Fee greift nochmals zu Gitarre. Ich hätte fast schwören können, dass ich am heutigen Tage noch einmal ihr Vorzeigestück „Einzimmerwohnung“ hören werde. Und, tatsächlich: So sei es. Feinfein!

 

Wenn Künstler ein Konzept in den Schatten stellen: Mein Fazit

„Nächster Halt: Hauptwache“, 23:02 Uhr.
Ich sitze in der U-Bahn und überlege. Hat es sich gelohnt? Ja, ja und nochmals ja. Zu bemängeln wäre da allenfalls, dass die eigentliche Konzeption der Show als Wettkampf ein wenig im Schatten der fantastischen Darbietungen der Künstler stand. Die Spiele hätten ein wenig gewitzter sein können, doch haben Fee & Cönig ja noch genügend Zeit, um sich die Disziplinen ihres nächsten Duells zu überlegen. Wirklich mies war, die so unterschiedlichen Charaktere während der Abstimmung mit „besser“ und „schlechter“ bewerten zu müssen.

Ich jedenfalls ziehe meinen Hut vor der Organisation eines solchen Events. Herzlichen Glückwunsch für das glückliche Händchen bei der Auswahl der beiden Gäste! Frankfurt, resümiere ich, braucht diese Show. Der bunte Mix aus Poesie und Musik, gepaart mit spannenden Gästen und dem (wenn auch etwas in den Hintergrund geratenen Spielkonzept) macht Sinn und Spaß. Danke dafür, ihr Beiden!

Wenn auch ihr nun so richtig Bock auf Fee & Cönig bekommen habt, checkt doch mal deren Facebook-Seite. Vielleicht seid auch ihr am 18. Januar bei der „Wintersause“ mit von der Partie? Ich jedenfalls bin schon jetzt gespannt darauf. 

Summer in the City: Eine Stadt im Rausch

„Hot town, summer in the city“, röhrt Joe Cocker in seinem Klassiker. „Back of my neck gettin‘ dirt and gritty.“ Auf dem Matthias-Beltz-Platz dagegen singt niemand Lieder der verstorbenen Musik-Legende. Vom GUDES aus wabert Reggae-Musik herüber, auch bei 30 Grad hat sich in den Abendstunden wieder einmal ein gefühltes halbes Frankfurter Nordend rund um das Wasserhäuschen und auf dem Platz bequem gemacht.

So sitze auch ich irgendwo zwischen den Sonnenblumen, gepflanzt von einigen eifrigen Anwohnern. Ein Wunder, dass sie trotz des Feinstaubs, welcher unentwegt über der Friedberger Landstraße weht, ihre gelben Blüten nimmersatt gen Sonne strecken. Ich beiße in eine Nektarine, Saft tropft auf meine Oberschenkel und vermengt sich augenblicklich mit meinem Schweiß. „Was soll’s“, denke ich mir. Wenn sich Sommer nicht genau so anfühlt – ja, wie eigentlich dann?

Eine Stadt im Rausch

Ein Tennisball rollt an mir vorbei, ein kleiner Hund hechtet hinterher und hinterlässt Staubwolken. Ein Mann spielt mit seinem vierbeinigen Freund, amüsiert beobachte ich das Treiben. Eine Frau hat es sich im mitgebrachten Liegestuhl bequem gemacht, ist versunken in ihr Buch, nippt abwechselnd an Apfelwein und Mineralwasser. Ein Haufen Halbstarker hat sich um einen Tisch geschart und spielt Karten, gleich nebenan kichern junge Frauen mit großen Sonnenbrillen und öffnen kleine Sektflaschen. Braungebrannte Männer geben sich High Five und öffnen große Bierflaschen. „Kann ich die haben?“, ein Mann sammelt Pfandflaschen. Selbst er hat ein Grinsen im Gesicht. „Klar, Bruder. Kannste haben!“

Im Baum über mir hat jemand eine Leinwand an einem Ast aufgespießt, das nennt sich dann wohl „Urban Art“. Ein Anderer schüttet sich Wasser in den Nacken, es ist wirklich heiß an diesem Montag. Ich schütte derweil einen Schluck Apfelwein in mich hinein, schaue herüber zu meinem Wohnhaus. Die sommerliche Tollerei kann nicht jedermann genießen, Anwohner laufen Sturm. Sie haben Flugzettel in den Briefkästen der Nachbarschaft verteilt und dazu aufgerufen, bei Lärm die Polizei zu rufen. Ich bin ebenfalls ein Anwohner und habe die „Kampagne“ mit eigenen Flugblättern erwidert, habe die Nachbarn dazu eingeladen, doch einfach mal Platz zu nehmen auf dem Matthias-Beltz-Platz.

Sich auch einfach mal ein Bier zu öffnen, mit den Menschen ins Gespräch zu kommen oder in Lektüre zu versinken. Einfach mal entspannt zu bleiben. Nun; auch eine Art, sich mit es mit den Nachbarn zu verscherzen.

Nicht ganz in der Nachbarschaft, doch nicht einmal einen Kilometer weit entfernt hat in diesem Moment das STOFFEL den Günthersburgpark in Beschlag genommen und in ein fröhliches Festivalgelände verwandelt. Schon beim Eröffnungstag bildeten uzählige Picknickdecken einen Teppich auf den Wiesen des Parks und ließen kaum mehr einen Grashalm erkennen. Braucht sich die Frankfurter Kulturlandschaft schon im Winter nicht zu verstecken, so scheint die Stadt im Sommer geradezu zu bersten vor kulturellen Highlights.

Für ganze drei Sommerwochen lang haben die Macher des Stalburg-Theaters (fast) Tag für Tag ein buntes Bühnenprogramm auf die Beine gestellt, welches sich wahrlich nicht zu verstecken braucht. Schon ab dem Nachmittag sorgen Lesungen, Aufführungen und Auftritte (nicht nur musikalischer Art!) dafür, dass Frankfurter Feierabend auf das Vorzüglichste genossen werden können.

Ein ganz normaler „STOFFEL“-Abend

Auch die Macher des Kulturfestivals Sommerwerft haben sich nicht lumpen lassen. Sogar ein Zirkuszelt wurde aufgebaut, um das östliche Mainufer über Wochen hinweg zur alternativen Bühne und interkulturellen Zusammenkunft werden zu lassen. Jeden Tag aufs Neue finden Konzerte, Theateraufführungen, Poetry Slams oder Filmvorführungen statt, umweht von einem Hauch Karibik.

Als seien das kulturelle Angebot der beiden Freiluft-Feste und damit die Qual der Wahl noch nicht groß genug, kommen Theaterfreunde zeitgleich im Grüneburgpark auf ihre Kosten: Die Dramatische Bühne gastiert in einer der schönsten Grünanlagen der Stadt und lässt Zuschauer frische Sommerluft statt trockene Saalluft atmen.

Kultur gibt’s nicht umsonst

Die zahlreichen Möglichkeiten, heiße Feierabende zu verbringen, sind keineswegs ein Grundrecht. Wir alle – hier spreche ich wohl nicht für mich alleine –  vergessen  oft nur allzu sehr, dass hinter den Veranstaltungen Menschen stecken, welche eine Menge Zeit, Geld und Herzblut in deren Organisation stecken. Für diese Idealisten ist es Jahr für Jahr aufs Neue eine Herausforderung, trotz Zuschüssen seitens der Stadt bei freiem Eintritt kostendeckend zu arbeiten. Ohne die zahlreichen freiwilligen Helfer, die Zelte auf- und abbauen, Programmhefte drucken und durstige Kehlen beglücken, wären die Veranstaltungen ohnehin undenkbar. Doch nie zuvor stand beispielsweise das STOFFEL auf derart wackligen finanziellen Füßen wie in diesem Jahr: So haben unter anderem gesteigerte Sicherheitsauflagen die Kosten für das Fest weiter in die Höhe getrieben. Machen wir uns das bewusst – und geben wir den Veranstaltern ein wenig Support, indem wir uns unsere Freunde schnappen und auf ein, zwei Kaltgetränke bei STOFFEL, Sommerwerft & Co vorbeischauen!

 

Frankfurt, ein Sommermärchen

Ja, der gemeine Frankfurter wünscht sich, im Sommer zwei-, wenn nicht gar dreiteilen zu können:  So servieren obendrein etwa die Gutleuttage statt Ausblicke auf die Theaterbühne spannende Einblicke in einen zu Unrecht etwas in Verruf geratenen Stadtteil.

Auch hinter dieser Veranstaltung stecken weder Stadt noch große Event-Unternehmen – vielmehr engagierte, junge Köpfe mit einem gewissen Hang zum Risiko und einer großen Portion Liebe zu unserer Stadt. Mit jeder Menge Liebe werden auch zwei „Klassiker“ gestaltet, die sich längst im Frankfurter Sommer etabliert haben: So bietet das Osthafen-Festival in etwa ein hochkarätiges Konzertprogramm und Eisenbahn-Sonderfahrten entlang der alten Hafenanlagen. Ganz zu schweigen vom Museumsuferfest mitsamt seines atemberaubenden Feuerwerk!

Doch auch der Alltag jenseits der zahlreichen Feste gestaltet sich im Frankfurter Sommer deutlich entspannter. Manchmal, schmunzele ich während ich einen Blick auf die immer noch in ihr Buch versunkene Frau im Liegestuhl neben mir werfe, mag man sich in diesen Tagen fast wie im Süden fühlen!

Theater, Freunde, Apfelwein: Auf der „Sommerwerft“

Selbst auf der für gewöhnlich vom Konsumterror beherrschten Zeil hetzen die Menschen ein wenig langsamer über das heiße Pflaster. Manche stellen gar die prall gefüllten Primark-Tüten ab, um auf einer der Sitzbänke Platz zu nehmen und sich für einen Moment lang von den Sonnenstrahlen im Gesicht streicheln zu lassen. Auf dem Wochenmarkt an der Konstablerwache dominiert Obst das Tagesgeschäft, ein kalter „Rauscher“ sorgt für eine kühle Erfrischung auf hessische Art und Weise. Auf den Treppenstufen sitzen Pärchen, Cliquen und Familien. Die Kleinen trinken kalte Cola, die Großen Bier, die Harten Jack-Daniels-Cola aus der Dose.

Auch in den grünen Oasen der Stadt herrscht Ausnahmezustand: Im Brentanobad wird um jeden freien Quadratmeter der Liegewiese gekämpft, auf dem Lohrberg stauen sich die Autos über mehrere hundert Meter hinab bis zur Bundesstraße. Im Ostpark, der neben den Nilgänsen vor allem für seine große Grillfläche bekannt ist, werden die weißen Pavillons über Nacht gar nicht erst abgebaut. Im Bethmannpark rücken alte Herren an großen Schachfiguren, überdenken ihren nächsten Zug bei einem Schluck aus der Bierflasche. Jenseits der 30 Grad hält es eben auch die größte Couch-Potatoe nicht mehr in der überhitzten Wohnung. Bänker köpfen Champagner-Flaschen auf versnobten Rooftop-Bars, auf dem Main stehen Standup-Paddler auf wackligen Beinen, während Tanzende auf dem Deck des vorbeifahrenden Ausflugsschiff ihr sommerliches „Afterwork“ begießen.

Ein Fluss als Zweitwohnzimmer

Überhaupt, der Main: Die Uferflächen erweisen sich in der schönsten Zeit des Jahres als ein auf 10 Kilometer erstrecktes Sommerparadies. Anlaufstelle erster Wahl dabei: Das MainCafé, in dessen Dunstkreis kein Stückchen Wiese unbesetzt und keine Kehle trocken bleibt. Wenn es dann irgendwann dunkel wird, und sich die Skyline im Mondschein im Fluss spiegelt, fällt es besonders schwierig, sich nicht in diese Stadt zu verlieben. Nur, wenn es ganz still ist, erreichen gedämpfte Bässe vom Yachtklub-Boot dieses Stückchen Süden am Main.

Viel zu häufig bleibt der drollige Nidda-Fluss vom großen Schatten des namensgebenden Main verdeckt. Wer nicht gleich eine tagesfüllende Radtour unternehmen will, schwingt sich auf den Sattel und gleitet ihre schattigen Ufer entlang. Unterwegs hängen bewegungslustige Großstadtbewohner ihre Füße ins kalte Wasser der Staustufe Nied, erfrischen sich mit einem Drink am Niddastrand – oder fahren gleich durch bis in den westlichen Stadtteil Höchst, in dem es sich an der Alten Schiffsmeldestelle ohne Weiteres einen ganzen Tag vertrödeln lässt.

Der erste Sommer

„Hey, Matze! Mal wieder faul am Rumhängen?“ Ich werde von einer lieben Bekannten am Nacken gepackt und aus meinen Gedanken gerissen. „Auch noch ’nen Apfelwein für dich?“

Ich betrachte den Füllstand meiner Flasche und bejahe. Mich beschleicht eine dunkle Vorahnung, dass dieser Abend noch lange andauern wird. Macht ja nix: In dieser Nacht werden die Temperaturen nicht unter zwanzig Grad sinken. Es sind diese Momente, welche mich meine Heimat besonders lieben lassen.

„Ich hab‘ mich am Anfang in Frankfurt nicht wirklich wohl gefühlt“, diesen Satz habe ich von Zugezogenen schon oft gehört. „Doch dann kam mein erster Sommer in der Stadt.“

Ich verstehe nur allzu gut, was sie meinen. „Eingeplackte“ eben.

Vom Apfelwein als Jungbrunnen: Warum sauer nicht nur lustig macht

„Kein Ausweis – kein Apfelwein!“

Die Kassierin des Supermarktes mit den weißen Buchstaben auf rotem Grund ums Eck klingt wenig kompromissbereit, als sie mir den Kauf einer Flasche Apfelwein verwehrt. Das sei nun mal ihr Job, da könne ja schließlich jeder kommen. Ein Konto eröffnen und ein hochwertiges Smartphone in der Tasche tragen, das könne ja außerdem heutzutage jeder Fünftklässler. Auch meinen flehenden Einwurf, ich WÄRE gern noch einmal Achtzehn ignoriert sie mit stoischer Bestimmtheit. Den Rest meiner sorgfältig aufs Kassenband geschichteten Einkäufe, den könne ich freilich gerne mitnehmen – „aber alt genug für Alkohol sehen Sie mir nun einmal nicht aus!“ 

Ein Blick auf die ungeduldig mit den Augen rollende Schlange hinter mir an der Kasse mahnt mich, nun besser nicht zu lamentieren. Ich schwöre mir also, beim Joggen das nächste Mal neben EC-Karte und Mobiltelefon auch amtliche Dokumente zwecks Verifizierung meiner Volljährigkeit mitzuführen. „Sehen Sie’s als Kompliment“, muntert mich immerhin die Dame mit offensichtlicher Vorliebe für Stangensellerie hinter mir auf, bevor ich mit Klopapier und roten Zwiebeln, jedoch fluchend sowie ohne „Stöffche“ von dannen ziehe.

Goldes Elixier der ewigen Jugend

Noch auf dem Heimweg beginne ich zu lachen, denn just in diesem Moment kommt mir eine schon einige Jahre zurückliegende Begebenheit in den Sinn. Ich saß – damals noch als Bornheimer – in der altehrwürdigen Apfelweinwirtschaft Solzer und fiel aus allen Wolken, als mir mein Gegenüber sein wahres Alter eröffnete.

Hatte ich ihn bislang für Mitte zwanzig gehalten, erzählte dieser ganz freimütig,dass er schon ganze 34 Lenze auf dem Buckel hatte. Angesichts seiner rosigen, zarten Haut und seinen frischen Augen bestand ich auf die Vorlage seines Bundespersonalausweises – und fiel aus allen Wolken. Ungläubig fragte ich ihn damals also nach dem Geheimnis seiner scheinbar ewigen Jugend, schließlich wünschte auch ich mir schon damals ein spurloses und würdevolles Älterwerden.

Seine Antwort verblüffte mich. „Sauergespritzter“, sagte er er schlicht und schaute mich an, als lebe ich hinterm Mond – oder zumindest jenseits der Stadtgrenze nach Offenbach. „Ich trinke so oft wie möglich sauergespritzten Apfelwein, zwischendurch allein Kaffee und Minerwalwasser. Allein dies ist die Quell meiner ewigen Jugend“, schloss er seine Erklärung.

Ganz begeistert schwor ich prompt, es ihm künftig gleich zu tun. „Ja, wenn das so einfach ist“, sagte ich, „dann werde auch ich künftig möglichst viel des Ebbelwoi meine Kehle hinunterfließen lassen“. Schließlich wünschte ich mir, dass auch meine eigenen Lebensjahre derart spurlos an mir vorüberziehen würden.

„Obacht!“, mahnte mich daraufhin mein Bornheimer Gegenüber. „Nicht IRGENDEIN Apfelwein!“. Allein die sauergespritzte Darreichungsform des flüssigen Goldes sei geeignet zur nachhaltigen Verjüngungskur.

Ich dankte ihm inständig und besiegelte meine Erleuchtung mit einem weiteren Schoppen. Wie der Abend ausging, entschließt sich leider meiner Erinnerung – gut möglich aber, dass es ein wenig später wurde.

 

Der Unterschied macht’s: Von der Typologie des „Sauren“

Nun, da mir just der Apfelweinkauf im Supermarkt untersagt worden war, ging ich äußerlich offenbar wohl immer noch als 17-Jähriger Snapchat-Suchti durch. Der Rat meines Bornheimer Bekannten war also tatsächlich Gold wert gewesen.

Damit auch ihr den eigenen altersbedingten Verfallsprozess nachhaltig stoppen und euch der ewigen Jugend erfreuen könnt, kann ich euch folglich nur ans Herz legen: Trinkt „Sauren“ wann nur immer möglich – denn sauer macht nicht nur lustig, sondern gleichermaßen jung!

Doch wann ist ein Apfelwein eigentlich ein „Saurer“?
Ein „Sauergespritzter“ ist zunächst einmal ein mit Mineralwasser versetzter Apfelwein. Für das genaue Mischungsverhältnis existieren keine exakt definierten Regeln, doch gilt gemeinhin ein Anteil von 70-80 Prozent Apfelwein als üblich. Alles darunter gilt als „Tiefgespritzter“, wobei Mischungsverhältnisse mit einem mehr als 50-prozentigen Mineralwasseranteil gemeinhin als gesellschaftlich nicht akzeptiert gelten.

In Apfelweinwirtschaften lässt sich ein „Saurer“ derweil nicht im Bembel bestellen; es gilt also stets, zusätzlich eine Flasche Mineralwasser zum Apfelweinkrug zu bestellen und die finale Mischung der Getränke selbst vorzunehmen.

Weitaus bequemer ist die Bestellung am Tresen der nächstbesten Kneipe. Hier wird auf die Bestellung eines „Sauren“ nämlich wahlweise ein großes (0,5 Liter) oder kleines (0,3 Liter) Glas serviert – während in Apfelweinwirtschaften ausschließlich kleine „Gerippte“ auf dem Tisch landen. Tunlichst vermeiden sollte man allerdings, wortwörtlich einen „Sauergespritzten“ zu bestellen.Schnell outet man sich so nämlich als Einwohner eines der umliegenden Landkreise oder schlimmstenfalls sogar Tourist.

Merke: Der Eingeplackte bestellt schlicht „Sauren“. Für echte Cracks gibt es ferner sauren Apfelwein fertig gemischt in der Dose. Als Pendant zum Berliner Wegbier versüßt (oder besser: versauert?) der „Schoppen to go“ den Marsch zu Freunden oder auch nur zum Briefkasten. Besonders praktisch: Das Trinkbehältnis ist pfandfrei!

Dabei ist Apfelwein natürlich nicht gleich Apfelwein: In verschiedensten Goldtönen kommen die „Stöffche“ aus der Flasche, bestenfalls auch aus dem Hahn. Neben dem „klassischen“ Apfelwein existieren mittlerweile auch diverse sortenreine Weine – unbedingt einmal probieren! Nun ist jedoch auch Apfelwein eine Sache des Geschmacks – viele Kenner schwören jedoch auf die naturtrübe Variante. Im Zweifel also ganz explizit einen „naturtrüben Sauren“ bestellen – und schon steht der Verjüngungskur nichts mehr im Wege…

 

Strahlendes Lächeln & Strandfigur: Weitere gute Gründe für den „Sauren“

All das klingt zu schön und einfach, um wahr zu sein? Dann haltet euch nun besser gut fest: Denn es gibt noch viele weitere Gründe, den Sauergespritzten zum elementaren Bestandteil eures Alltags werden zu lassen!

Vitamine, Vitamine!

Jedes Kleinkind weiß: „An apple a day keeps the doctor away“. Ein einziger Apfel enthält bereits Unmengen an Vitamin C. Könnt ihr euch nur ansatzweise vorstellen, wie viele Äpfel in einem einzigen Liter Apfelwein verarbeitet sind? Ein einziges Glas des sauren Goldes deckt euren Vitaminbedarf folglich um ein Zehnfaches – und lässt in Kombination mit dem Mineralwasser eure Haut gar säuglingsgleich erstrahlen. Vitamine und Wasser – mehr braucht’s nicht für ein langes Leben. Zu eurem hundertstem Geburtstag bin ich doch hoffentlich eingeladen?

Support your locals!

Auch wenn Ernte an heimischem Streuobst längst nicht mehr ausreicht, um genug Apfelwein für all die durstigen Kehlen zu keltern, befindet sich neben aus Osteuropa importiertem Konzentrat meist immer noch ein erheblicher Anteil an heimischem Kernobst im Gerippten.

 

 

Somit unterstützt ihr beim Trinkprozess nicht nur heimische Obstbauern, sondern sichert auch nachhaltig die vielen Arbeitsplätze in den Keltereien im Frankfurter Umland. Wer die Wirtschaft unserer Region ankurbelt, kann guten Gewissens in der Wirtschaft sitzen! Echte Experten unternehmen auch gerne einmal einen Fahrradausflug in die nahe Wetterau (oder zumindest zum Wochenmarkt auf der Konstablerwache), um ihr Flüssiggold direkt beim Erzeuger zu erstehen. Einen netten Plausch gibt’s meist gratis mit dazu! Apfelwein bedeutet Heimat.

Nie wieder Bierbauch: Der Kaloriengehalt

Hey, der nächste Sommer kommt bestimmt – doch der Strandfigur steht der Bierbauch noch im Wege? Apfelwein schafft Abhilfe: Mit nur 26 kcal auf 100 ml sorgt das „Stöffche“ für einen figurbewussten Rausch.

 

 

Die sauergespritzte Variante weist durch die Mischung mit kalorienfreiem Wasser sogar eine weitaus geringere Energiebilanz auf – während ein Radler durch die gezuckerte Limonade gleich doppelt auf die Hüften schlägt. Der geneigte Schoppepetzer blickt den Tagen im Freiband derweil entspannt entgegen, denn er weiß: Apfelwein zu trinken ist Sport.

 

Fahne? Nein, Danke!

Nun stellt euch einmal vor: Es ist Samstagabend, ihr habt in Kneipe oder Club diesen wunderbaren Menschen kennengelernt. Du hast ihm verheißungsvolle Blicke zugeworfen, dann und wann gezwinkert – du hast Lust auf „Sexytimes“. Du hast dich vorgestellt, „Lust auf ’nen Drink?“, hast du gefragt – und sitzt deinem Schwarm nun an der Bar gegenüber. Alles könnte so perfekt sein, du setzt zum Kuss an – doch der Mensch deiner Begierde wendet sich ab. „Du riechst ja wie ’ne ganze Kneipe!“. Tja, hättest du mal bloß kein Bier getrunken. Apfelwein dagegen verursacht keine Fahne – und einer leidenschaftlichen Nacht steht rein olfaktorisch nichts im Wege… Liebe für alle!

Allerbeste Zahngesundheit

Lasst euch von Begriffen wie „Feinherb“ oder „Naturmild“ nicht täuschen: Der „Saure“ heißt nun einmal nicht umsonst so. Ja, Apfelwein enthält eine Menge Säure. Glaubt ihr nicht?

Dann schaut doch mal in die Gesichter der Touristen im „Gemalten Haus“, wenn sie anlässlich ihres Frankfurt-Besuchs pflichtgemäß zu ihrem ersten Schoppen greifen.

Es dauert seine Zeit, bis Mund- und Magenschleimhaut immun gegen den Schoppen geworden sind und das Trinken zum Genuss wird. Doch ist dies erst einmal gelungen, kann man sich über eine blendende Zahngesundheit freuen – putzt die enthaltene Säure doch ratzfatz auch hartnäckigste Zahnbeläge weg und bereitet jeglichen Bakterien im Mundraum ratzfatz den Garaus. Euer Zahnarzt wird sich freuen, „Zahnfleischentzündung“ oder „Karies“ werden fortan Fremdwörter für euch. Merke: Was für Kalkablagerungen im Bad der Essigreiniger, ist für eure Beißerchen der tägliche Schoppen. Experten gurgeln zwei Mal täglich – und lassen damit selbst Dr.Best ganz neidisch dreinblicken.

Überzeugt?

Ich hoffe sehr, euch von der Vielzahl der Vorteile des Sauergespritzten überzeugt zu haben. Worauf wartet ihr also noch? Spart euch den Yoga-Lehrer, spart euch das viele Geld für teuren Kosmetikquatsch und all die leeren Versprechungen der Werbeindustrie – und lasst den Apfelwein mitsamt seinem prickelnden Schuss an wertvollem Mineralwasser auch zu eurem ewigen Jungbrunnen werden. Apfelwein: Discover the healthy way of lifestyle!

Ich jedenfalls geh‘ jetzt noch mal runter zum Wasserhäuschen, um Stöffche zu holen. Diesmal nehm‘ ich den Perso aber besser mit.

Hüttenkäse & American Dreams: Neues aus der Innenstadt

Nein, man muss unsere Innenstadt nicht mögen. Dass sich in ihr aber ständig etwas tut: Das kann man ihr nicht absprechen.

Gleich zwei neue Freizeitangebote locken seit wenigen Tagen in Frankfurts Zentrum. So unterschiedlich sie auch sein mögen: Beide sind mir es wert, erwähnt zu werden:

 

„CityAlm“: Was soll der Hüttenkäse?

Was haben Trachtenmode und Maßkrugstemmen mit Frankfurt am Main gemeinsam? Rein gar nichts. Insofern blieb mir während des Frankfurter Oktoberfestes nichts übrig, als mich zwei Wochen lang fremdzuschämen – in der wohligen Gewissheit, dass der Spuk alsbald vorbei sein wird.

Auch das Dach eines Innenstadt-Parkhauses hat mit einem Strand in etwa so viel gemein wie die B-Ebene des Hauptbahnhofs mit einer heimeligen Wohlfühloase oder das Nordend mit erschwinglichen Mieten. Nichtsdestotrotz haben windige Geschäftsleute auf dem Dach des Parkhauses Konstablerwache schon vor geraumer Zeit den Strandclub „CityBeach“ errichtet. Okay, man mag hier zugute halten, dass der gemeine Bänker wirklich eine schöne Aussicht auf Stadt und Skyline hat, wenn er sich an einem lauen Sommerabend den Champagner-Cooler kredenzen lässt, während er – ganz ohne Armani-Socken – die Füße im Pool baumeln lässt. Auch Abkühlung tut schließlich Not.

Nun haben ebendiese windigen Geschäftsleute aber feststellen müssen, dass auch in Frankfurt jeder Sommer mal zu Ende ist. Was also tun?

Ihr habt es vielleicht befürchtet: Während der kalten Tage ist ab sofort statt einem Strandclub eine Almhütte auf dem Dach des Parkhauses zu finden. Ja, eine ALMHÜTTE. Ich könnte jetzt die Frage danach stellen, was bitteschön die angepriesene „Hüttengaudi“ mit Frankfurt am Main zu tun hat, noch dazu auf einem PARKHAUSDACH (!). Mach‘ ich aber nicht, sondern schüttele einfach mal fassungslos den Kopf – und wünsche schon mal viel Spaß dabei, der „Resi“ ins Dekolletee zu glotzen.

Bildrechte: genussmagazin-frankfurt.de

In einer Almhütte. Auf einem fucking Parkhausdach in Frankfurt am Main. Was soll der Hüttenkäse? Ein weiterer Grund, sich auf den kommenden Sommer zu freuen….

Banaler Alltag, inszenziert im Pavillon: „Buddies“

Nächste Frage: Was haben ein US-amerikanisches Wohnzimmer voller leerer Pepsi-Dosen mit Frankfurt gemein? Richtig, ebenso wenig.

Anders als bei der Almhütte auf einem Parkhausdach darf der Besucher jedoch einen kulturellen Mehrwert erwarten, wenn er derzeit den Pavillon des Frankfurter Künstler-Kollektivs „saas.fee“ betritt. Dort gastiert bis noch bis zum 2. Dezember die Ausstellung „Buddies“, gemeinsam vom Künstlerduo Yarisal & Kublitz mit dem Berliner Andreas Koch erschaffen.

Die Ausstellung ist eine Hommage an deren gemeinsame Zeit in Toronto, im Pavillon wird ein vermeintlich stereotypisches, mittelamerikanisches Eigenheim inszeniert. Alltagsgegenstände sollen durch Kombination mit wertigen Materialien in ihrer Banalität gesteigert werden und zu Kunst verschmelzen, Symbole aus der virtuellen Welt sollen haptisch werden und Fragen aufwerfen.

Manches erschließt sich erst auf den zweiten Blick, manch ist offensichtlich: Wie die Message der US-Flagge, die ihre „Stars & Stripes“ verloren hat, welche nun heillos durcheinander vor ihr auf dem Boden liegen.

Ein guter Grund, sich in die Innenstadt zu wagen. Nach einem Rundgang durch die Ausstellung gibts selbstverständlich auch ne Pepsi aus dem Stehkühlschrank.

www.saasfee.de/pavillon 
Bleichstraße 64-66
Mi-Fr 11-18 Uhr 

 

Noch so’n Stadtmagazin? – Blog „frankfurtdubistsowunderbar“ jetzt auch als Print-Ausgabe

„Boah Matze, wie schaffst du es eigentlich, immer so up-to-date zu bleiben im Frankfurter Stadtgeschehen?“

Diese Frage wird mir oft gestellt. Und zugegeben, es ist nicht immer leicht, am Frankfurter Ball zu bleiben.

Da gilt es beispielsweise täglich, den Lokalteil der Frankfurter Rundschau zu studieren, samt Terminübersicht für den jeweiligen Tag. Alle zwei Wochen, da flattert das JOURNAL FRANKFURT in den Briefkasten, informiert über Neuigkeiten aus Gastronomie, Kultur und Nachtleben. Klar, dass auch hier ein (wirklich empfehlenswerter!) Veranstaltungskalender beiliegt. Nebenbei stöbere ich natürlich auch gern in Frankfurter Online-Magazinen und Blogs. Einmal im Monat, da blättere ich auch schon mal in der aktuellen Ausgabe von „FRIZZ Frankfurt“ herum, und schlussendlich entdecke ich ja auch selbst immer wieder unendlich viel Neues, wenn ich mich in der Stadt umhertreibe.

Eigentlich, da fühle ich mich also bestens informiert. Bis mir dann neulich ein Kumpel, wir waren gerade gemütlich am stoffeln, ganz beiläufig erzählte, dass der Blog „frankfurtdubistsowunderbar“ (den ich im Übrigen sehr mag!) nun den Sprung in die Offline-Welt gewagt hat und jüngst eine erste Print-Ausgabe durch die Druckmaschinen gejagt hat.

 

 

„Nee, noch so’n Stadtmagazin? Was soll ich denn bitte noch alles lesen?“

Das war mein erster Gedanke. Aber dennoch hat meine Neugierde wieder einmal gesiegt, und ich hab mir bei Tia Emma eine druckfrische Ausgabe ergattert.
Etwas skeptisch hab ich’s mir also im Café Sugar Mama gemütlich gemacht, um das im eindrucksvollen Zeitungsformat gedruckte Magazin zu begutachten.

Ich meine, sämtliche Cafés, Kneipen und Hotspots der Stadt sind doch mittlerweile derart bei YELP, Tripadvisor & Co. totrezensiert worden, sodass ich selbst oft gar keine Lust habe, den viertausendachthundertzweiundsiebzigsten Artikel über Café, Kneipe oder schöne Fleckchen Frankfurts zu verfassen.

 

Was also sollte mich da schon Neues erwarten?
Ein erster Blick verrät mir jedenfalls:

Der Verleger, das Frankfurter Kreativbüro „esistfreitag“ hat sich bei Layout und Bildauswahl reichlich Mühe gegeben. Für mich als Rundschau-Leser war der Umgang mit den großformatigen Seiten zwar eine kleine Herausforderung, aber meine netten Sitznachbarn haben mir es nicht weiter verübelt, dass meine Lektüre gleich den ganzen Tisch in Anspruch nahm. Außerdem sorgen die große Seiten dafür, dass die Inhalte weder überladen wirken und die Seiten sehr übersichtlich und leicht zu lesen sind.

 

„Wann hast du zum letzten Mal etwas zum ersten Mal erlebt?“ 

Direkt auf der zweiten Seite hat mich das Magazin gepackt.
Fettgedruckt steht dort nämlich genau die Frage, die ich mir selbst immer wieder stelle und die mein Antrieb dafür ist, immer wieder Neues entdecken und erfahren zu wollen. Gespannt blättere ich weiter, entschuldige mich dabei bei meinen Tischnachbarn. Blättern nimmt hier eben Raum in Anspruch.

Frankfurter werden gefragt, welche Farbe die Stadt für sie habe. Was würde ich wohl darauf antworten? Das muss ich noch fertig denken, blättere lieber erstmal weiter.

 

Entdecke einen kleinen Artikel über das alteingesessene Bürstenhaus in der Töngesgasse – hach, dass das außer mir noch jemand kennt! Schön.

Zwei Bewohner der Altstadt werden zu Hause besucht, ihre Wohnung erhält gleich ’ne ganze Doppelseite. Zumindest mein Voyeurismus ist bedient, und ganz ehrlich: Hey, würd‘ nicht jeder gern mal einen Blick in die Wohnung der Nachbarn werfen?Weiter geht’s, ich ärgere mich ein bisschen.

„Die perfekte Woche“ – ein Wochenplan mit Tipps für jeden Wochentag und jede Uhrzeit, ansehnlich aufbereit mit Spalten und roten Balken.

 

 

Warum bin ich da noch nicht selbst drauf gekommen? Die Locations, klar, die kenne ich. Doch mit deren Auswahl, da bin ich d’accord. Sehr hipster-lastig, klar, aber eben der Zielgruppe entsprechend. Lediglich ein einziger Besuch des „Café Sugar Mama“ in der Woche, das scheint mir dann doch ein wenig unangebracht, kann man ruhig öfter hin.

Doch gerade diejenigen, die noch nicht sonderlich bewandert sind in Frankfurt, die haben so eine wirklich praktische Entdecker-Hilfe an der Hand. Genial!

Weiter im Programm, Kunst, Mode, Kultur, mal mehr, mal weniger interessant für mich.

Aber eine große Doppelseite, die packt meine Aufmerksamkeit dann wieder vollends am Schopf: „Am Wasser gebaut“, so die Überschrift. 

Ein großer Main, der sich über beide Seiten erstreckt. Versehen mit 9 Orten zwischen Niederrad und Offenbach, an denen es sich im Sommer ganz wunderbar aushalten lässt. Frankfurt liegt zwar nicht am Meer, aber dennoch kann man hier schließlich jede Menge Spaß am Wasser haben!

Auch diese 9 Orte habe ich allesamt bereits besucht; ich muss nicht überall wieder hin. Das „Oosten“ mag ich gar nicht, dafür freue ich mich aber, dass das „Orange Beach“ als einer meiner liebsten Geheim-Tipps hier Empfehlung findet.

 

 

 

 

Kurz darauf schlage ich die Zeitung dann auch wieder zusammen:
Mehr als zwanzig Seiten umfasst die Erstausgabe nämlich nicht.

„Frankfurt & Du, ihr seid so wunderbar!“, lässt mich die letzte Seite wissen.
Lieben Dank, ich nehm‘ das mal als Kompliment!
Ich vergewissere mich, dass meine Sitznachbarn keine bleibenden Schäden davon getragen habe, und denke nach. Wie ist meine Meinung zu diesen zwanzig Seiten?

 

Gerne noch ’ne Ausgabe!

Mein erster Gedanke, da bin ich ganz ehrlich, war:
„Herrje, braucht Frankfurt wirklich noch ein x-tes Stadtmagazin“?

Nun, nachdem ich mich der ausgiebigen Lektüre gewidmet habe, da kann ich aber sagen:

„frankfurtdubistsowunderbar“ hebt sich dann aber doch deutlich genug und in angenehmer Art und Weise von anderen Formaten ab, um eine Daseinsberechtigung zu erlangen.

Das große Zeitungsformat des Magazins ist zunächst gewöhnungsbedürftig. Doch bieten die großen Seiten eben auch viel Platz für Texte und Bilder, ohne dass diese aneinander gedrängt wirken würden.

Der Preis erscheint mit fünf Euro für zwanzig Seiten natürlich erst mal happig; an der Druckqualität ist dafür aber auch nichts auszusetzen.

All diejenigen, die noch nicht allzu bewandert sind in Frankfurt, die können jedenfalls bedenkenlos zugreifen.

Und auch ich hätte keinesfalls was gegen eine zweite Ausgabe! Dann auch gern ein wenig umfangreicher. Wo ihr eure Ausgabe des Magazins ergattern könnt, das erfahrt ihr übrigens auf www.frankfurtdubistsowunderbar.de !

Von einer Flucht in die Stadt der Quellen: Ein Kurztrip nach Bad Vilbel

Es ist mein einziger freier Tag der Woche. Ich eile über die Berger Straße, ein paar Termine gilt es noch wahrzunehmen. Man kam ja sonst zu nichts die letzten Tage, ich bin froh, wenn ich’s gepackt habe – und freue mich auf einen Ausflug, den ich für heute mit einem guten Freund geplant habe. Endlich raus aus der Arztpraxis, das Handy vibriert: „Sorry“, heißt es in der Nachricht vom Kumpel, „bin krank.“ Auch das noch. Ich steige aufs Fahrrad, ein rüstiger Rentner ermahnt mich, mein Fahrrad gefälligst zu schieben. „Spießer!“, rufe ich ihm hinterher. Erneuter Blick aufs Telefon, ja, an was ich noch alles denken soll. Und meine Finanzen, ja, die wollen heute auch noch geregelt werden.

Kurzum: Es ist einer dieser Momente, in denen ich kurz vorm Durchdrehen bin.

Und ganz schnell raus muss aus dem Großstadt-Stress, ein paar Stunden für mich durchatmen muss. Genau für diese Momente, da führe ich praktischerweise eine Liste allerlei Dinge, mit denen ich mir selbst schon immer mal eine Freude machen wollte (sollte jeder tun!).
Ein kurzer Blick darauf, Bad Vilbel, da wollte ich schon immer mal hin. Ist auch nicht allzu weit weg, aber immerhin: weg.

Ich springe also mitsamt Fahrrad hinein in die Straßenbahn der Linie 18 – um einen kleinen Ausflug zu beginnen, der mich Stress und Trubel zumindest für einige Stunden lang vergessen lässt.

Und weil’s mir so gut gefallen hat in der Stadt der Mineralquellen, da will ich euch gern dran teilhaben lassen – damit auch ihr euch einen kurzen Tapetenwechsel gönnen könnt, wenn euch mal wieder alles über den Kopf wächst.

 

Auf geht’s in die Quellen-Stadt!

Die 32.000 Einwohner zählende Kleinstadt, die ihren Aufstieg den dortigen Mineralwasserquellen zu verdanken hat, liegt direkt an der Nidda und ist somit hervorragend mittels einer kleinen Radtour am Flussufer entlang zu erreichen.

Als Ausgangspunkt hab‘ ich den „Gravensteiner Platz“ als Endhaltestelle der Straßenbahn-Linie 18 gewählt, da diese vom Nordend ganz bequem mit dem Fahrrad zu erreichen ist. Alternativ könnt ihr auch mit den U-Bahnen der Linie 5 bis zur Haltestelle „Preungesheim“ fahren, die nicht weit entfernt ist.

Wenn ihr Glück habt, findet am Gravensteiner Platz gerade der Wochenmarkt statt, an dem ihr euch mit ein wenig Proviant eindecken oder für den Ausflug stärken könnt.

Danach könnt ihr euch aufs Fahrrad schwingen und über die Straße „Am Dachsberg“ gen Norden fahren. Dort erreicht ihr das schnuckelige Flecken Frankfurt Berkersheim, wo ihr ein wenig Dorfluft atmen könnt und entlang der Berkersheimer Bahnhofsstraße schlußendlich die Nidda erreicht. Auf dem Weg lassen sich Apfelbäume, Pferde und sogar Traktoren beobachten – wie damals auf dem Dorf, gelle?

 

Kurz anhalten, innehalten und genießen

Ihr habt’s gehabt: Die Großstadt ist hinter euch! Rechts der Nidda entlang verläuft ein Radweg, von dem aus ihr Frischluft, Flora & Fauna der Niddauen genießen könnt.

Nach kurzer Durchquerung der ersten Vilbeler Ausläufer gilt es nun die Nidda auf einem Steg zu überqueren, die nahe Eisenbahnbrücke im Blick.

 

Und dann heißt es auch schon: Willkommen in der Stadt der Mineralbrunnen!

Ihr könnt es machen wie ich, euch einen Kaffee schnappen, auf den Treppen vor der Stadtbibliothek Platz nehmen. Mit Blick auf die Nidda die Großstadtseele baumeln lassen. Oder aber ihr macht es wie die „Locals“, die während meines Besuchs gleich nebenan den Marktplatz säumten und sich mit Eisbechern den Winterfrust herunterschleckten.

Hello, Locals! Nice to be here! 

 

Blütenpracht im Kurpark, Festung im Wasser & putzige Tierchen

Nun ist es – ganz klar – an der Zeit für ein wenig Sightseeing und Kulturprogramm. Eis und Kaffee gibt’s ja schließlich auch in Frankfurt.

Im Kurpark könnt ihr eine Runde drehen und euch an der Blütenpracht erfreuen. Dort findet ihr auch den Tempel, der die seit Urzeiten sprudelnde Hassia-Quelle umschließt und euch vom Etikett der gleichnamigen Mineralwasserflaschen bekannt sein dürfte.

Bad Vilbel, das ist schließlich die Stadt des Mineralwassers. Lange Zeit verdankte die Stadt ihren Reichtum allein seinen zahlreichen Quellen, dessen Abfüllung und Export viele Arbeitsplätze schuf. Davon zeugen auch heute noch die vielen bunten Skulpturen in Form von Wasserflaschen, die das Stadtgebiet schmücken. 

Wenn ihr den Park durchquert habt, stoßt ihr auf die unverfehlbare alte Wasserburg, deren ältesten Teile noch aus dem zwölften Jahrhundert stammen. Schaut euch auch unbedingt den schönen Innenhof der Burg an, den ihr über einen Steg erreichen könnt!

Mein ganz persönliches Highlight jedoch, waren all die putzigen Tierchen, die an den Wassergräben der Burg herumtollten.Von den Enten war ich schnell gelangweilt, kennt man ja schließlich, quak quak. 

Vielmehr waren es die putzigen Nagetierchen, die meine Aufmerksamkeit auf sich zogen.

„Oh wie süüüüüß, ein Biber!“, stieß ich einen Ruf der Entzückung aus. Kniete mich hernieder, staunte über die Zutraulichkeit der Viecher. Umgehend jedoch, da korrigierte mich ein älteres Ehepaar. Nein, keine Bieber seien das, ich solle doch mal auf die Füßchen gucken. Tatsächlich: Flossen.

„Nutrias sind das“, klärt mich die nette Dame auf. „Auch bekannt als Biberratten“. So oder so, ich bin verliebt und spiele Streichelzoo. 

 

Heilbrunnen und Wissensdurst

Folgt ihr der Nidda noch ein Stück weiter, so findet ihr einen Heilbrunnen, an dem ihr euren Durst stillen könnt. Euren Wissensdurst allerdings kann erst gestillt werden, nachdem ihr über eine kleine Brücke die Nidda überquert habt:

Dort befindet sich in einem schmucken Fachwerkhaus nämlich das Mineralbrunnenmuseum.

Ebenso schmuck ist auch das Rathaus, wenn auch nicht ganz so imposant wie der Römer.

Ich schließe meine Großstadtflucht mit einem kleinen Bummel über die Einkaufsstraße ab, bevor ich wieder auf dem Fahrrad sitze und mich entlang der Nidda Frankfurt nähere. Und mich schon deutlich besser fühle.

Wer außer Puste ist, kann natürlich auch bequem mit der S-Bahn fahren, welche euch in nicht einmal zwanzig Minuten zurück nach Frankfurt bringt.

 

Dankeschön, Bad Vilbel!

Wieder einmal habe ich festgestellt, dass manchmal schon ein paar Stunden Wunder wirken. Einfach raus, einfach weg, einfach mal kurz Tapetenwechsel. Als schnell erreichbares Ausflugsziel bietet sich Bad Vilbel dafür ganz hervorragend an, zumal die Anfahrt der Nidda entlang bereits Genuss ist.

Zurück in Frankfurt, da fühl‘ ich mich bedeutend besser, kann wieder klar denken. Dafür ein dickes Dankeschön, Bad Vilbel – war echt schnieke und ich komm‘ gern wieder!

Wenn euch also mal wieder die Decke auf den Kopf fällt, euch alles zuviel wird und ihr kurz vorm Durchdrehen seid – dann schwingt euch rauf aufs Rad und folgt der Nidda!

Dass die Stadt deutlich hübscher anzuschauen ist als die „Geschlossene“ von innen – davon konnte ich euch hoffentlich überzeugen.

Ich mach‘ mich derweil mal schlau,  ob sich ein Nutria als Heimtier eignet.

Tipps für kalte Tage: Drei schnell erreichbare Ausflugsziele

Brrrr, ist das kalt da draußen!
Ich weiß ja nicht, wie es euch so ergeht – aber ich bin ja ein echter Kältemuffel.

So unternehmungsfreudig ich auch sonst sein mag:
Beim Blick aus dem Fenster und auf das Thermometer fühle ich mich von der Außenwelt oftmals schlicht angefeindet.

Um nicht endgültig dem Winter-Blues zu erliegen, schleife ich mich mich dann oft – schwer bepackt mit Lektüre – in eines der wunderbaren Cafés unserer Stadt.

Aber manchmal will ich auch einfach mal raus aus der Stadt, kurz durchatmen. Ein bisschen Frischluft atmen und Kraft tanken.

Lange Ausflüge, Radtouren und Wanderungen sind leider nicht drin, wenn es bereits ab nachmittags um 4 schon dämmert.

Zum Glück habe ich jedoch drei Ausflugsziele für eine kurze Stadtflucht für mich entdeckt, welche ich euch gern empfehlen möchte!

Allesamt sind sie schnell erreichbar und lassen ein wenig Aktivität und anschließendes Einkehren und Aufwärmen gut vereinbaren.

Also: Gut aufpassen, dicke Jacke anziehen – und raus mit euch an die frische Winterluft! Soll ja schließlich auch ganz gut sein für den Teint.

 

Jacobiweiher / Stadtwald

Warum hin?

Der Jacobi-Weiher im Frankfurter Stadtwald ist ein echtes Idyll und Zufluchtsort für den stressgeplagten Großstädter. Mitten im Stadtwald gelegen, könnt ihr hier in aller Seelenruhe um den See schlendern, Waldluft atmen und den Vögeln beim Zwitschern zuhören. Mitunter auch den ganz großen „Vögeln“, die gerade ihren Landeanflug auf den Frankfurter-Flughafen begehen.

Nehmt Platz an einer der schönen Bänke am kleinen See, haltet Inne auf einer der Brücken.

Oder auch, gerade jetzt im Winter: Packt euch eure Schlittschuhe ein und dreht ein paar Runden auf dem zugefroren Weiher!

Wenn ihr dann glücklich, frischluftversorgt und durchgefroren seid, könnt ihr im Gasthaus Oberschweinstiege einkehren und euch bei Heißgetränk und Mahlzeit aufwärmen und stärken.

Ein idealer Ort, um für kurze Zeit allem Trubel zu entfliehen – und einfach mal durchzuatmen! Muss ja schließlich auch mal sein.

Wie hinkommen?

Kaum zu glauben, aber in nicht einmal 20 Minuten gelangt ihr von der Innenstadt aus mitten hinein ins Idyll. Vom Hauptbahnhof aus könnt ihr direkt in die Straßenbahn-Linie 17 einsteigen. Diese könnt ihr auch von Konstablerwache aus erwischen, wenn ihr von der Konstablerwache aus mit der S-Bahn bis zur Haltestelle „Stresemannallee“ düst.

Und schon die Anfahrt ist ein echtes Highlight:

Nach einem letzten Halt in Sachsenhausen-Süd verlässt die Tram die Zivilisation, beschleunigt auf rekordverdächtige 50 km/h und fährt auf der alten Trasse der Eisenbahnstrecke Frankfurt – Neu Isenburg mitten durch den Stadtwald. Bereits der Blick über die Schulter über des Straßenbahnfahrers ist ein echtes Vergnügen! Die Bahn erreicht praktischerweise schnell die Haltestelle „Oberschweinstiege“ hält.

Von hier aus seid ihr dann bereits mitten drin in Wald, Frischluft und Spaziergangs-Freuden !

 

Der große Feldberg

Warum hin?

Hättet ihr gedacht, dass man in nicht einmal einer halben Fahrtstunde von Frankfurt aus Ski-Fahren kann? Im Schnee wandern, rodeln, einen wahren Winter-Traum erleben kann?

Nein? Dann solltet ihr euch dringend einmal auf zu Hessens höchster Erhebung machen: Dem großen Feldberg im Taunus. Dank dem Höhenunterschied zwischen Stadt und Naturpark liegt hier selbst dann Schnee, wenn Frankfurt noch vollkommen befreit von aller weißer Pracht ist.

Und dank Ski-Verleih in Oberschmitten am Fuße des Feldbergs könnt ihr euch sogar euren ganz eigenen Ski-Kurzurlaub quasi vor eurer Haustür ermöglichen.

Egal, ob ihr euch dazu entschließt, die Kufen zu schwingen – oder ob ihr an einem der Parkplätze auf der den Berg hinaufführenden Straße parkt und den Gipfel dann zu Fuß erklimmt:

Nachdem ihr weiße Pracht und Natur genossen habt, solltet ihr dringend einkehren im Restaurant „Feldbergblick“. Diese hat etwas von einer alpinen Berghütte und beschert euch einen traumhaften Ausblick über Umland und auf die Stadt.
Wie hinkommen?

Wenn auch ihr mal echte Gipfelstürmer werden wollt, dann könnt ihr sogar mit den „Öffentlichen“ bis direkt auf den Gipfel fahren: Von der U-Bahn-Endhaltestelle „Oberursel-Hohemark“ verkehrt ein Bus bis zur Haltestelle „Großer Feldberg“. Leider nur alle zwei Stunden.

Besser dran seid ihr mit dem Auto:
Dies lässt sich bspw. bei Flinkster sogar recht günstig für euren  Kurzausflug mieten.

Ich empfehle euch, am Parkplatz „Große Kurve“ zu parken (A661 bis Ausfahrt Oberursel-Hohemark, dann der Beschilderung gen Feldberg folgen) und dann den Aufstieg auf den Gipfel zu wagen. Dieser nimmt – je nach eurem Tempo – ca. 60-90 Minuten in Anspruch und belohnt euch mit traumhafter Stille, unschuldig weißem Schnee und einem Ausblick, der seinesgleichen sucht.

Nach einer wohlverdienten Pause (Tipp dafür: Siehe oben) geht’s dann kräfteschonend wieder bergab zum Parkplatz – und zack, ’ne halbe Stunde später seid ihr wieder daheim.

Fühlt sich an wie ein echter Kurzurlaub!

 

Erst Treppensteigen, dann Staunen: Der Goetheturm

Warum hin?

Der Goethe-Turm ist nicht nur höchster Holzturm der Republik, sondern auch lohnenswertes Ausflugsziel: Einmal bestiegen, habt ihr auf stolzen 43 Metern Höhe einen atemberaubenden Ausblick über Baumwipfel hinweg auf die Skyline.

Um euch diesen Ausblick zu verdienen, könnt ihr vorher einen gemütlichen Spaziergang durch den den Turm umgebenden Stadtwald wagen. Hier gibt es unter anderem zahlreiche historische Brunnen zu entdecken.

Und wenn ihr vom Spazierengehen und Treppensteigen so richtig außer Puste seid, dann kehrt ein im Gasthaus am Fuße des Turmes, und lasst euch Apfelwein, Kaffee oder eine heiße Suppe schmecken. Bevor ihr euch wieder aufmacht in den Frankfurter Alltag.

Wie hinkommen?

Auch am Goetheturm seid ihr schneller, als ihr vermutlich denkt:

Entweder ihr fahrt von der Innenstadt aus mit der Buslinie 36 zur Endhaltestelle „Sachsenhäuser Warte“ und gönnt euch einen ca. 20-minütigen Spaziergang. Oder ihr macht’s auf die faule Art und Weise und nutzt den Bus der Linie 48, welcher euch halbstündlich direkt von der Innenstadt (Lokalbahnhof) aus an den Turm bringt.

Na, überzeugt? Raus aus der Bude mit euch, trotzt der Kälte – Bewegung und frische Luft tun gut, durchatmen sowieso – und Frühling wird’s wieder früh genug. Da bin ich mir ganz sicher!


Haben euch meine Tipps gefallen – oder habt ihr noch weitere für einen winterlichen Ausflug? Ich freue mich auf eure Kommentare!

 

36 Lieblingsorte in schwarz und weiß – Teil II / IV

Im ersten Teil meiner Bilder-Serie „36 Lieblingsorte“ hatte ich bereits darüber berichtet, wie ich zu meinem neuen, kleinen Hobby gekommen bin. Die analoge Fotografie begeistert mich, hat ein neues Bewusstsein für das einzelne Bild geschaffen.

„Ein Bild machen“ statt „einfach mal drauf losschießen.“

Sich Gedanken um Motiv und Szene machen, die kostbaren Restaufnahmen des Filmes im Sinn zu schätzen lernen, statt den Speicher von Smartphone oder DSLR nach Gutdünken zu füllen oder leeren.

Darum geht es.

Und so bin ich fast ein wenig stolz darauf, euch im nun folgenden zweiten Teil meiner Bilderreihe die nächsten meiner 36 Frankfurter Lieblingsorte präsentieren zu können. 36 Orte, die ich auf jeweils eigene Art und Weise liebe und schätze. Bekannte wie unbekannte Orte, zu denen mich meine Streifzüge mit meinem kleinen, schwarzen, analogen Schätzchen geführt haben.

Ein Film. 36 Aufnahmen. 36 Orte. 36 Leidenschaften.

Ich wünsche viel Freude beim Betrachten und Entdecken – und bin gespannt auf euer Feedback.

Los geht’s!


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Das Café Sugar Mama hat mich gelehrt, dass es sich auch an einer vielbefahrenen Hauptstraße ganz hervorragend entspannen lassen kann.

Ist nicht einmal irgendwo ein Namensschild angebracht, ist es dennoch kein Geheimtipp mehr: Kein Wunder, denn unweit der Konstablerwache lässt es sich hier ganz Berlin-like auf Sperrholzmöbeln bequem machen und sich auf das Herzlichste mit Kaffee, Kuchen & Sandwiches verwöhnen lassen. Im Sommer scheint hier die Sonne noch, wenn anderswo längst die Schatten den Abend ankündigen – und auch zur kalten Jahreszeit vermag das Café mit Ausstellungen und Café-Konzerten anzulocken. „Savoir Vivre!“ – schön, dass es dich gibt, du Zuckermama!


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Ein jeder „Bernemer“ wird die Frage nach der Besten der zahlreichen Frankfurter Apfelwein-Wirtschaften prompt wie folgt beantworten: Apfelwein Solzer!


Kein Wunder, denn die um einen Baum herum errichtete Gaststätte vermag auch mich mit ihrer Authentizität und Gemütlichkeit in ihren Bann zu ziehen. Auf der oberen Berger Straße verbirgt sich in einem alten Fachwerkhaus samt angeschlossenem Garten ein Ort ganz ohne Touristen-Trubel, wie er in den bekannteren Wirtschaften in Sachsenhausen anzutreffen ist. Hier wird auf den Bänken eng zusammen gerückt mit Fremden, der Bembel mit Freunden wie anderen Gästen geteilt. Und bei grundsolider, preiswerter hessischer Kost – und spätestens dem dritten Mispelchen – lässt sich dann der Alltagsstress ganz schnell vergessen. Bornheim ist und bleibt eben Bornheim.

 


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Immer wieder zugleich verstörend wie faszinierend zugleich wirkt auf mich ein Besuch des ehemaligen Polizeigefängnisses Klapperfeld inmitten der Innenstadt.

Schlicht kaum zu glauben, dass dieses Zeugnis der nationalsozialistischen Willkür noch bis 2004 als Abschiebehaftanstalt genutzt wurde. Dass Menschen in einem Bunker, vollkommen isoliert von der Außenwelt, Haftstrafen verbüßten oder ihre Rückführung abwarteten – während lediglich wenige Meter weiter der Trubel der Zeil stattfand. Das heute von der Initiative „Faitre votre Jeu!“ Bunkergebäude zählt unbestritten zu meinen Lieblingsorten, ist er doch liebevoll von dieser zu einer musealen Gedenkstätte wie auch Party-Location gewandelt worden. Hut ab für dieses Engagement – und bis zum nächsten Besuch!


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Ein anderer, herrlicher Ort der heimeligen Gemütlichkeit. Ebenso ganz dort, wo man ihn kaum vermuten würde: Am ansonsten wenig schmucken östlichen Ende der Zeil befindet sich das Café Maingold.

Wer auf biedere, pastellfarbene Polstermöbel steht, wird das „Maingold“ lieben. Frischer Kaffee von meiner liebsten Frankfurter Rösterei Wacker wird hier ganz in der entrückten Inneneinrichtung der 1970er serviert. Der ideale Ort, um sich nach anstrengenden Besorgungen in der Hektik der nahen Zeil auf eine kleine Zeitreise zu begeben und durchzuatmen.



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Ein Musterbeispiel für all die Schätze, die sich in unserer Stadt verstecken, ist für mich der koreanische Garten des Grüneburgparks im Westend.

Ich liebe es, der Dame gleichzutun und mein Fahrrad neben einer ruhigen Bank an diesem exotisch anmutenden Fleckchen Frankfurt abzustellen, ein Buch zu zücken und die Seele baumeln zu lassen. Was mir zu Hause selten gelingt, wird hier zum Kinderspiel.



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Wem immer ich erstmals den „Ort der Stille“ der Liebfraunkirche zeige, verschlägt es zunächst einmal die Sprache. Und das ist hier auch angebracht:

Nur wenige Schritte vom wohl hektischsten, rastlosesten Ort der Stadt – der Hauptwache – befindet sich im Innenhofe der Kirche ein Altar, der zu Schweigen gebietet. Nein, ich kann mit Glauben und insbesondere Religionen, mit Gotteshäusern aller Art so gar nichts anfangen. Und trotzdem erfüllt mich ein eigenartiges Gefühl von Ehrfurcht und der Stille, sobald ich hier eintrete. Wie schön, dass es diesen Ort gibt. Zum Innehalten, Nachdenken, sich der eigenen Kleinheit bewusst zu werden. Der eigentlichen Unbedeutendheit so vieler eigenen Probleme und Sorgen. Und sich danach irgendwie befreit wieder in den Großstadtstress zu stürzen.


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Bereits seit 1931 überragt er den Frankfurter Stadtwald – und bietet, sobald man seine Stufen erklummen hat, auf 43 Metern Höhe einen unvergesslichen Ausblick auf die Frankfurter Skyline: Der Goetheturm.

Keine Radtour, kein Spaziergang durch den Stadtwald ohne anschließenden Besuch des Turmes. Wenn immer ich – etwas außer Puste – die Aussichtsplattform erreicht habe, macht mich das Panorama hoch über den Bäumen sprachlos. Ja, ich fühle mich fast ein wenig romantisiert. Vielleicht sollte ich mein nächstes Date ja einfach hier stattfinden lassen.



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Eine alternativ angehauchte Kneipe, wie sie in unserer Stadt leider viel zu rar gesät ist, ist das „Feinstaub“ an der Friedberger Landstraße im Nordend.

Jeder Mann braucht so etwas wie eine Stammkneipe. Einen Ort, an dem man persönlich begrüßt wird. Ohne jegliche Bestellung einen Apfelwein auf den Tresen gestellt bekommt, in die man auch gern allein geht, weil man ja eh immer irgendjemanden kennt. Und auf dem Bierdeckel auf Vertrauensbasis abgerechnet wird. Bei mir ist dieses zweifelsohne das „Feinstaub“. Es bezeichnet sich selbst als Musik-Kneipe, auch wenn diese für meinen Geschmack doch ein wenig in den Hintergrund gerät. Dafür locken entspanntes Publikum, faire Preise und stets herzliche Besucher.  Aber auch, wenn ich einfach in Ruhe noch ein wenig lesen mag, nehme ich hier jederzeit gern am Tresen Platz. Tut es mir doch einmal gleich!



edelkiosk

Ein triftiger Grund, in der kalten Jahreszeit einmal im Ostend vorbeizuschauen:
In der Rhönstraße versteckt sich hier ganz unscheinbar hinter beschlagenen Scheiben das vegane Café Edelkiosk.

Die herzliche Inhaberin Anna backt jeden Morgen frisch für ihre Gäste. Und so lassen sich herzhafte Sandwiches, duftender Kuchen und natürlich Kaffee in einer Vielzahl von Variationen hier genießen. Warum ich auch als Nicht-Veganer immer wieder gerne hier bin? Alte Sofas zum Hineinfläzen, ein Röhrenfernseher samt angeschlossener Super Nintendo-Konsole, immer nette Besucher – mit denen sich immer ein netter Plausch ergibt: Noch Fragen?

Insbesondere dann, wenn es draußen so richtig ekelhaft ist, lässt sich beim Blick auf die farbenfrohen Wände und beim Blick hinaus aus dem Fassadenfenster so richtig gemütlich schon vom nächsten Urlaub träumen. Bei 30 Grad und Sonnenschein, versteht sich.


Ich hoffe, ihr hattet viel Freunde beim Betrachten meiner Bilder. Habt vielleicht Lust darauf bekommen, einige meiner Lieblingsorte selbst einmal für euch zu entdecken. Und einen hoffentlich ansehnlichen Einblick in die vielen so unterschiedlichen, kontrastreichen Facetten unserer Stadt gewinnen können. 

Ich fröne derweil weiter meinem neuen, kleinen Hobby der analogen Fotografie – nunmehr mit meiner mittlerweilen vierten Kamera. Ja, Betonboden und Filmverschlüsse vertragen sich nicht immer gut. Dennoch lasse ich mir die Freude dadurch nicht vermiesen!

Neun weitere meiner Frankfurter Lieblingsorte, die ich bei meinen Streifzügen sonst noch im analogen Bilde festgehalten habe, stelle ich euch dann im nächsten Teil meiner Bilderreihe vor.

Bis dahin: Kommt mir gut durch den Herbst!

36 Lieblingsorte – Teil 1/4

… ein Foto-Projekt in schwarz und weiß.


Arbeit und gelegentlicher Frust haben sich gelohnt: Das Album kurz vor der Fertigstellung. Daneben: Meine “neue, alte Kamera”.


Welch schöner Zufall mich zu meinem neuen, kleinen Hobby – der analogen Fotografie – gebracht hatte, habe ich euch bereits in einem Beitrag berichtet. Und auch, wieso ich an dieser in Zeiten von Smartphone- und digitalen Spiegelreflexkameras doch etwas rückständigen Art und Weise der Knipserei eine solch große Freude gefunden habe.

In diesem Beitrag gibt’s ebenfalls einen kleinen Bilderbogen meiner ersten Werke zu bewundern – verbunden mit der Ankündigung einer Projekt-Idee, welche sich in meinem Köpfchen manifestiert hat und mich in den letzten Wochen beschäftigte.

Tadaaa! – nun ist es soweit, und ich kann euch (mit ein wenig Stolz, das gebe ich gern zu!) mein jüngstes Werk präsentieren.

Doch zunächst:

Wie erging es mir eigentlich in den vergangenen Wochen als „Retro-Fotograf“? Nun, ich bin um viele Erfahrungen reicher geworden. Unter anderem, dass früher auch nicht alles ausschließlich besser gewesen ist.

Die langen Wartezeiten für das Entwickeln (insbesondere von Schwarzweiß-Filmen) zehren genauso an den Nerven wie vom Labor vergessene CDs mit digitalisierten Aufnahmen oder den mittlerweile doch recht happigen Preise für Filme und deren Entwicklung.

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