Es schöner Tag im März: Bunte Vielfalt in Schwarzweiß

Bis heute vermag ich nicht zu sagen, weshalb genau – aber an freien Tagen zieht es mich in schöner Regelmäßigkeit hinaus in den Frankfurter Westen.

So auch vor drei Wochen einmal wieder, als ich neben zwei Äpfeln und der Tageszeitung auch meine Kleinbildkamera samt frischem Film in meinen Rucksack warf und mich auf den Weg zur Straßenbahnhaltestelle machte. Zu ihr ist es nur ein Katzensprung, und wie immer wieder war ich erstaunt darüber, in welch andere Welt mich die Tram der Linie 12 katapultiert, wenn ich nur lange genug in ihr sitzen bleibe.

Wobei „lange“ fast noch übertrieben ist:
Nur etwa eine halbe Stunde lang dauert die Fahrt vom Nordend hinaus nach Schwanheim, ganz unbemerkt und zwischendurch wird aus der Straßen- eine Waldbahn. Aus dem Stau auf der Friedberger Landstraße und dem Anblick endloser Altbau-Fassaden werden Natur und Wald. Die frische Luft tat ihr Übriges: Jawoll, zwar befand ich mich noch im Stadtgebiet – gefühlt aber im Urlaub!

Erst am Abend hatte ich einen Termin in Bockenheim, sodass ich mich in aller Ruhe treiben lassen konnte. Dass ich bis dahin gleich einen ganzen Schwarzweißfilm opfern würde, konnte ich zu Beginn meiner kleinen Reise freilich noch nicht ahnen! Doch hatten sich mir die Motive förmlich aufgedrängt, sodass ich zwei Wochen später einmal wieder um einige Mark erleichtert war und sechsunddreißig Abzüge in meinen Händen hielt.

Sechsunddreißig Aufnahmen, welche einmal wieder einen anschaulichen Beweis dafür erbracht hatten, dass Frankfurt eine Stadt geballter Kontraste ist.

 

Lasst ihr mit mir diesen Tag noch einmal eine schwarzweiße Revue passieren?

 

„Nächster Halt: Waldfriedhof Goldstein“: In diese Straßenbahn bin ich vor meiner Haustür im Nordend eingestiegen. Nach exakt 36 Fahrtminuten spuckt sie mich in einer gänzlich anderen Szenerie aus. Ich atme tief ein und schließe meine Jacke: Jawoll, so fühlt sich Urlaub an!

 

Nur wenige Schritte, und ich tauche ein in den Schwanheimer Wald. Der Schotter knirscht unter meinen Stiefeln, es ist ungewohnt still. Links wie rechts nur Bäume, der Jahreszeit angemessen kahl. Es dauert eine kurze Zeit, bis ich mich daran gewöhne, allein auf weiter Flur zu sein.Nur meine Kamera leistet mir Gesellschaft. Ich lasse auch sie einen Moment lang den Waldweg spüren.

 

Nachdem ich eine Weile durch den Wald marschiert bin, erreiche ich die Schwanheimer Wiesen. Und die sind wirklich groß! Ein laues Lüftchen bringt Farne zum tanzen. Ich treffe auf ein älteres Paar, „Ei Gude!“, – und auf ein bemerkenswertes Gewächs: Der „Struwwelpeter-Baum“ ist nämlich nicht nur schon 68 Jahre alt (da sind Andere schon in Rente!), sondern mit seinen zwei Augen nämlich auch ein Werk des Künstlers F.K. Waechters. Klar, dass ich auch ihm lieb hallo sage!

 

 

Das unbestrittene Highlight des Stadtteil Schwanheims sind natürlich die Schwanheimer Dünen. Auf einem Holzbohlenweg lässt sich hier die Binnendüne überqueren, während man seltenes Gewächs entdecken und verträumt in einen der Seen schauen kann.

 

Kein Wunder, dass diese Idylle schon im Jahr 1984 zum Naturschutzgebiet erklärt wurde!

 

 

Nachdem ich das Ende des Steges erreicht habe, verabschiede ich mich von der Dünenlandschaft mit einem Knipser in die Mittagssonne. Bis bald mal wieder!

 

 

Noch ein ganzes Stückchen hin ist es bis zum Anleger der Mainfähre „Walter Kolb“. Immer wieder freu‘ ich mich wie ein kleiner Junge, wenn ich mittels der letzten Fährverbindung im Frankfurter Stadtgebiet nach Höchst übersetzen darf. Klar, dass ich auch dem Fährmann einen guten Tag wünsche – schließlich hatte er mir einmal einen tollen Einblick in seinen Arbeitsalltag ermöglicht!

 

 

Während der Überfahrt lasse ich mir einen Blick auf das Panorama der Altstadt natürlich nicht entgehen!

 

 

Der Fluss ist überquert, ich betrete den Stadtteil Höchs und somit Festlandt. Eine Dame füttert Möwen, ein Schwan guckt skeptischi zu. Im Hintergrund zuckelt ein Frachtschiff und bringt irgendetwas irgendwohin. Fernweh.

 

Erste Anlaufstelle im 1928 eingemeindeten Stadtteil ist – natürlich! – das Höchster Schloss. Auch von nahem macht es eine rundum gute Figur! Der Schlossturm überragt die Altstadt und kann sogar bestiegen werden – nur stets ausgerechnet dann nicht, wenn ich zu Besuch bin. Ich gelobe Hartnäckigkeit und bekomme Kaffeedurst.

 

 

Nach meiner Kaffeepause am Schlossplatz schlendere ich durch die engen Gassen der Altstadt Höchst. Wie jedesmal kann ich auch heute kaum glauben, dass ich mich noch in Frankfurt befinde. Inmitten der schnuckeligen Fachwerkhäuser befindet sich auch die Straße mit dem kürzesten Namen der Stadt: Sie heißt ganz einfach „Wed“. Auch ziemlich schnuggelisch. 

 

Recht beschaulich geht es auch in den Höchster Hinterhöfen zu. Ich überlege kurz, nir einen Schluck aus der alten Wasserpumpe zu genehmigen – greife dann aber doch zu meiner mitgebrachten Flasche. Und zur Kamera, versteht sich.

 

Irgendwann dann aber zieht es mich doch zurück gen Innenstadt. Im Bahnhof erwartet mich vor der S-Bahn zunächst einmal das schmucke Empfangsgebäude, in dem ein wenig die Zeit stehen geblieben zu sein scheint. Auch, wenn es schon bessere Zeiten gesehen hat, kommt es zeitlos schmuck daher!

 

Vom Bahnsteig aus lässt sich der außergewöhnliche Kuppelbau des Empfangsgebäudes noch einmal genauer inspizieren. Nun aber husch-husch zurück gen Innenstadt. „Bitte zurückbleiben!“

 

An der Konstablerwache steige ich aus, denn ich habe Hunger. Weder als schnuckelig noch als schmuck empfinde ich das Bienenkorbhaus. Aufgrund seiner exorbitanten Hässlichkeit muss ich es dennoch fotografieren – irgendwann will ich es schließlich meinen Enkeln zeigen. Bis die geboren sind, wird es nämlich abgerissen sein. Hoffentlich.

 

Ich bin frisch gestärkt, das Curry war lecker. Ich hab‘ noch ein wenig Zeit bis zu meinem Termin – also statte ich dem „Briggegiggel“ noch einen kleinen Besuch ab. Schließlich ist er nach einer längeren Zeit der Abwesenheit auf die Alte Brücke (oder auch „aahl Brigg“?) zurückgekehrt, und macht neben dem Neubau des Henninger-Turms eine recht gute Figur…

 

Nur um wenige Grad brauche ich mich zu drehen, um auch Karl den Großen abzulichten. Gut, dass er nicht in Richtung des Main Plaza in seinem Rücken blickt – der Umstand, dass dieser NOCH größer ist, als er selbst, brächte ihn vermutlich um den Verstand. So aber: Friede, Freude, Eierkuchen auf meiner Lieblingsbrücke.

 

 

 

 

 

… und nochmals einige Grad nach links gedreht: Schwesternwohnheim meets EZB-Zentrale. Am Besten gefallen mir aber nach wie vor die Mainwiesen. Hach, wenn’s doch endlich wärmer wäre…

 

Nun ist’s aber allerhöchste Eisenbahn für mich, oder besser: Allerhöchste U-Bahn, ich muss nach Bockenheim. Bevor ich dalli-dalli hinunter in die „Konsti“ hechte, fange ich noch einen kleinen Leihfahrrad-Haufen ein. Klar, ich könnte auch mit dem Fahrrad fahren – mach‘ ich aber nicht, da zu faul.Bewegung, die hatte ich heute schon genug!

 

Kaum bin ich auf der Leipziger Straße ans Tageslicht gestolpert, begrüßt mich die wohl schönste und altehrwürdigste Fassade aller Apotheken. Fast verspüre ich eine subtile Lust darauf, krank zu werden. „Gibt’s hier auch was von Ratiopharm?“

 

 

Ich hab’s ja nicht so mit Gotteshäusern, aber dieser Bockenheimer Anblick lässt auch diesmal mein Herz regelmäßig höher schlagen…

 

 

Sind diese Rundungen nicht sexy? Das Wohnhaus im tiefsten Bockenheim lässt mich abermals die Kamera zücken.

 

A propos Rundungen….

 

Ebenfalls in recht runder Form thront der Europaturm über den Stadtteil. Mittlerweile annähernd funktionslos geworden, ist er dennoch ein echter Hingucker geblieben – findet ihr nicht auch?


Nachdem ich meinen Termin absolviert habe, kehre ich nach einem langen – aber schönen! – Tag zurück ins Nordend. Dort empfängt mich, na klar: Der „City Ghost“. Gute Nacht.


 

Skyline, zack, aus – fertig?

Alt und neu, Naturschutzgebiet und Beton: Fast unglaublich, welch An- und Ausblicke man an einem einzigen Tag in Frankfurt erleben kann, gelle? Als ich die Bilder jenen Tages in mein Album klebe, bin ich einmal wieder sehr glücklich darüber, hier leben zu dürfen.

Und einmal wieder bleibt mir nur ein leidliches Schmunzeln für diejenigen übrig, die Frankfurt am Main auf die Skyline reduzieren.

Doch nun verratet mir: Wie sieht euer perfekter Tag in Frankfurt aus?

 

Schwarz, weiß, Frankfurt: Ein aktueller Bilderbogen

Da streife ich Tag für Tag durch Frankfurt, meine analoge Kompaktkamera stets im Gepäck. Halte hin und wieder inne, fällt mir ein Motiv ins Auge. Wenn ich wieder einmal besonders angetan von der Stadtkulisse bin oder mich ein Moment des Stadtlebens besonders berührt.

In schöner Regelmäßigkeit hole ich dann meine Werke vom Labor ab, mache es mir im Café bequem und öffne mit zittrigen Fingern und kindlicher Vorfreude die Fototasche. Ich liebe den Moment, in dem ich zum ersten Mal meine Fotografien in den Händen halte und anschauen kann – denn ob ein Bild „was geworden ist“, das weiß man eben vorher nie so genau bei der analogen Fotografie.

Was früher diversen Gerüchten zufolge einmal normal war, ist in den heutigen Zeiten der Digital- und Handyfotografie dann doch eher bemerkenswert. Und genau deswegen so spannend.

Habe ich mir dann die in meinen Augen gelungensten Aufnahmen herausgesucht, klebe ich sie fein säuberlich in meine Alben hinein.

Habt ihr Lust, einen Blick hinein zu werfen?

 

Voilá, hier ist er:

Ein kleiner Bilderbogen aus den letzten Wochen des Frühjahrs und beginnenden Sommers. 100 Prozent analog, 100 Prozent schwarz&weiß, 100 Prozent Frankfurt !

 

Mutet ein wenig futuristisch an und fügt sich irgendwie nicht recht ganz in das Gesamtbild des Ostparks ein: Der jüngst eröffnete Neubau des Obdachlosenheims samt Druckraums der Drogenhilfe.

 

Zum ersten Mal über 25 Grad: Die Stadt dürstet nach Pausieren und Erfrischen. Und wie könnte es sich schöner vom Shopping-Rausch erholen lassen als bei einem kurzen Stopp beim Brunnen mitten auf der Zeil?

 

Von der Kaufkraft der Stadt gänzlich unbeeindruckt gönnen sich auch diese Frankfurter unter der bekannten Euro-Skulptur an der Taunusanlage eine kurze Hitzepause.

 

Westhafenwohlstandseinheitsbrei: Mal ganz im Ernst, wer möchte hier leben?

 

Gleich nebenan an der Alten Oper findet der Deutsche Schützentag statt. Diesen Herren hier allerdings recht egal, lieber sitzen sie am Fuße einer der schönen Lampen und schauen dem bunten Treiben zu. Recht haben sie!

 

Same procedure as every year: Kaum sind die langersehnten lauen Abende da, strömen die Frankfurter ans Mainufer. Und bei Schoppen, Klatsch & Tratsch lässt sich’s ja auch wahrlich gut aushalten!

 

Ziemlich enttäuscht stehen diese beiden jungen Damen vor dem abgesperrten chinesischen Garten im Bethmannpark. Hier kommt so schnell niemand mehr rein – denn in der Nacht zuvor wurde der große Pavillon in Brand gesetzt. Die Polizei ermittelt. Für mich ein echter Tiefpunkt des bisherigen Jahres!

 

„Savoir Vivre“ in Frankfurt:
Auf den Stühlen des Café Wacker am Bornheimer Uhrtürmchen kann man ganz hervorragend… nichtstun. Und Kaffee trinken, versteht sich.

 

Einheitsbauten links wie rechts: Leben im matschigen Brei von teurem Wohneigentum auf dem Gelände des ehemaligen Hauptgüterbahnhofs. Hässlich zerschnitten von der Europa-Allee. Frankfurt, du hast besseres verdient als das Europaviertel.

 

„Huch, ist der hoch!“ – diese junge Frau riskiert schon mal einen Blick hinauf zur Aussichtsplattform, bevor es gleich heißt: Treppensteigen! Goetheturm, Frankfut-Sachsenhausen.

 

… und das hier war in besseren Zeiten wohl mal ein Kaugummiautomat. Ffm-Ostbahnhof.

 

Ebenfalls im Osten der Stadt: Kleines Osthafenpanorama.

 

Freut nicht nur das Federvieh: Der „Yachtklub“ ankert wieder an prominenter Stelle und lockt mit Musik und kaltem Schoppen zum sommerlichen Abendausklang.

 

Wer’s gediegener mag, entspannt derweil im Bethmannpark und erfreut sich all der Blütenpracht…

 

Hafenanlagen und Industrie in Frankfurts Westen: Ausblick von der Leunabrücke.

 

Ich weiß nicht warum, aber irgendwie mag ich dieses Bild:
Mitten in der Innenstadt liefern sich diese beiden Kleinen ein Wettrennen vor einer verfallenen Häuserfassade am Klapperfeld…

 

Hattet ihr Gefallen beim Betrachten der Bilder? Habt auch ihr gar ein kleines Faible für die analoge Fotografie? Ich freue mich auf eure Kommentare!

36 Lieblingsorte – Teil IV/IV

In den ersten drei Teilen (Klickt hier für den ersten, für den zweiten und den dritten Teil) meiner Bilder-Serie „36 Lieblingsorte“ habe ich euch bereits 27 meiner Frankfurter Lieblingsorte vorgestellt. 

In Szene gesetzt auf Film. In schwarz und weiß, nicht perfekt und nicht gestellt.
So, wie meine Lieblingsorte eben sind: Mal lebendig, mal still, mal unscheinbar, mal beeindruckend.

Doch was sie allesamt sind wunderbare Flecken Frankfurts, die es zu erkunden lohnt.

In diesem letzten Teil meiner Bilderserie präsentiere ich euch die nächsten 9 meiner ganz persönlichen Frankfurter Lieblingsorte. Begleitet mich auf meinem Streifzug durch die Stadt – wieder einmal ganz unter dem Motto meiner Serie:

„Ein Film. 36 Aufnahmen. 36 Orte. 36 Leidenschaften.“

Ich wünsche viel Freude beim Betrachten und Entdecken – und bin schon jetzt gespannt auf euer Feedback!


Im ehemaligen Polizeigefängnis Klapperfeld fristeten schon im dritten Reich Kriegsgefangene ihr eingesperrtes Dasein. Und noch bis ins Jahr 2002 wurde das Gebäude als Abschiebe-Haftanstalt genutzt. 

Nachdem es von der Polizei aufgegeben wurde, besetzte die Initiative „Faites votre Jeu“ die Räumlichkeiten des Gebäudes inmitten der Innenstadt, unweit der östlichen Zeil.

Seitdem wird es von dieser als Veranstaltungsort und Mahnmal genutzt.
Jeden Samstag können auch neugierige Besucher die Gefängnistrakte erlaufen und die Zellen betreten.

Ein Besuch des „Klapperfeld“ bereitet mir stets aufs neue Gänsehaut.
Undenkbar, dass an diesem Ort – nur wenige Meter von der Lebendigkeit der Innenstadt entfernt – Gefangene hier ihren tristen Alltag verbringen mussten.

Unvorstellbar, was es bedeuten muss, umgeben von nackten Betonwänden leben zu müssen. Unbeschreiblich das Gefühl, die eingeritzten Botschaften ehemaliger Gefangene in den Zellen zu betrachten.

Dieser Ort macht nachdenklich und schockiert. Und dennoch – oder gerade deswegen? – zählt er unbestritten zu meinen Lieblingsorten dieser Stadt.

 

Der Frankfurter Ostpark begeistert mich schon, seitdem ich Frankfurt als meine Wahlheimat erkoren habe. Anfangs nur zum Sport genutzt, so offenbarte er mir im Laufe der Zeit immer mehr seiner – teils versteckten – Vorzüge.  

Bereits 1907 im Frankfurter Osten als Naherholungsgebiet gestaltet, so ist dieser weit mehr als ein schlichter Park:

Während im nördlichen Teil Gartenanlagen, Wald und Bach den Park dominieren, ist das Zentrum des Parks eine riesige Wiese. Auf Teilen dieser darf sogar gegrillt werden, sodass der Park in jedem Sommer zum Eldorado für Freunde von Bratwurst und Steak wird. Rauchschwaden ziehen weithin sichtbar auf, während nebenan Kinder Frisbee spielen und die „Großen“ beim Fußball ihr Können messen.

Ja, der Ostpark strotzt nur so vor Lebendigkeit. Und zu dieser gehören auch die Menschen, die kein schönes Los gezogen haben. An der Trinkhalle starren schon morgens Obdachlose abwechselnd in ihre Wodka-Flasche und auf den See, der Nilgänse anzieht wie kein anderer Ort der Stadt.

Und in einem Gebäude, das hier irgendwie gar nicht hin zu gehören scheint, betreibt die Stadt sogar einen Druckraum, in dem harte Drogen unter hygienischen Bedingungen unter fachkundiger Aufsicht von Sozialarbeitern konsumiert werden dürfen.

Nicht weit weg davon, im Süden des Parks, toben Kleinkinder auf den Spielplätzen und sitzen mit ihren Vätern auf den Bänken am Weiher. Während Jogger ihre Runden auf den breiten Wegen ziehen, die den Park umrunden.

Wie typisch dieser Park doch ist für diese Stadt. Lebensfreude trifft auf Elend, arm auf reich und Schönheit auf Abgründe. Ein gelebtes Miteinander in nur scheinbarer Idylle. Und genau deswegen ein Lieblingsort.

 


Das „Café Awake“ mag ich nicht nur deswegen so gerne, weil ich quasi direkt daneben wohne. Es versteckt sich im Erdgeschoss des Hochhauses „Büro-Center Nibelungenplatz“ gegenüber der Fachhochschule. Kein gewöhnlicher Ort für ein gemütliches Café also, ein Besuch lohnt dennoch jederzeit! 

Nicht nur Studenten wissen die heimelige Atmosphäre und den frischen (und fair gehandelten) Kaffee zu nutzen. Auch Berufstätige jeden Alters machen es sich Tag für Tag auf den Polstermöbeln oder an den Fenstern gemütlich, um am Notebook zu arbeiten, in Ruhe zu lesen oder Meetings abzuhalten.

Viele meiner Artikel sind hier entstanden, und wenn ich am Fenster sitze und den stetigen Verkehr auf der Friedberger Landstraße beobachte, dann fühle ich mich ganz wunderbar frei im Kopf. Und kann mich bestens konzentrieren, während das stets charmante Personal mit viel Herzblut für mein Wohlergehen und einen gleichbleibenden Koffeinspiegel sorgt. Unnötig zu erwähnen, dass es hier nicht nur W-LAN, sondern auch Sojamilch gibt.

Lasst euch von Lage und Bürohochhaus nicht abschrecken und schaut doch mal auf einen Kaffee bei diesem Lieblingsort vorbei!

 


Das „FLEMING’S DELUXE HOTEL“ am Eschenheimer Tor ist dermaßen geil und Pflicht-Besuch, dass ich ihm direkt drei Bilder widmen muss. Warum ausgerechnet ein Hotel für einen Frankfurter wie mich als Lieblingsort zählt?
Dafür gibt’s gleich mehrere Gründe…. 

Nicht, dass ich hier jemals übernachtet hätte. Wieso auch – schließlich hab‘ ich meine eigene Wohnung in der Stadt. Wobei – wenn ich mal überlege, was ich pro Nacht an Miete für diese bezahle… egal.

Ich bin dennoch immer wieder gerne hier, weil das Gebäude ein echtes Relikt beherbergt:

Einen Paternoster, mit dem auf die Dachterrasse gefahren werden kann. Eine Paternoster-Fahrt, das ist für mich immer wieder aufs Neue ein echtes Abenteuer! Auch wenn ich bereits einmal stecken geblieben bin… Aber ich will euch ja keine Angst bereiten!

Oben angekommen, so bietet die Hotelbar nicht nur hervorragende (wenn auch nicht ganz günstige Drinks):

Die Aussicht hinunter auf die Stadt ist unbeschreiblich. Und es gibt für mich nichts schöneres, als mit einem guten Drink in der Hand hinunter auf die Stadt zu starren. Den Verkehr zu betrachten, der sich wie auf einer Modell-Landschaft durch die Straßen schlängelt – und auf Augenhöhe mit dem Eschenheimer Turm diesem „Hallo“ zu sagen, welcher auf etwa gleicher Höhe die Stadt überragt.

Zurück nach unten nehme ich dann stets den Weg über das Treppenhaus, welches kein typischeres Beispiel für die Architektur der 1950er – Jahre abgeben könnte. Schade, dass im Jahr 2017 kein Zigarrenrauch mehr in der Luft liegt.

 


Jawollja, ich gestehe: Ich bin eine echte Leseratte. Nicht, dass ich jemals meine Wohnung ohne gutes Buch im Gepäck verlassen würde. Und meine Bücher, die beziehe ich tatsächlich nur ungern bei Amazon & Co. 

Ein wahres Paradies für Schmöker-Freunde und Rückzugsort für alle Leseratten ist nämlich die Filiale des „Hugendubel“.

Auf nicht weniger als vier Etagen – verbunden über Rolltreppen – lässt es sich hier stundenlang abtauchen in die Welt der Literatur. Egal, ob ich auf der Suche nach einem ganz bestimmten Buch bin oder lediglich nach Inspiration: Hier werde ich immer fündig.

Der „Hessen Shop“ ist hier ebenfalls mit eigener Filiale vertreten, sodass ich eigentlich immer fündig werde. Im Untergeschoss lassen sich dann bei duftendem Kaffee die Zeilen der neu erworbenen Druckwerke genießen. Stundenlang. So schnell vergessen die Hektik dieser Welt vor der Eingangstür, so schnell vergessen ist auch die Zeit:

Ehe ich mich versehe, sind schon wieder oft die Stunden verstrichen und einmal wieder viel Geld für Bücher gelassen.

Was soll’s auch: Lesen ist toll, und wenn es so etwas wie das Epizentrum des Lesens gibt, dann ist es zweifelsfrei das „Hugendubel“.

Noch nie hier gewesen? Schaut mal vorbei! Und bringt Zeit mit …

 

Das „Yok Yok“ im Frankfurter Bahnhofsviertel ist eigentlich nichts weiter als ein Kiosk. Aber eben nur eigentlich. Längst ist aus ihm nämlich ein kultiger Treffpunkt von Menschen aller Art entwickelt, die sich hier an Gesprächen, Musik und einem kalten Bier erfreuen. 

Und kaltes Bier, das gibt’s hier zu Genüge: Unzählige Sorten aus aller Welt warten in den vielen Kühlschränken auf Besucher. „Einfach mal auf ein Bier vorbeischauen“, das machen hier viele. Und oftmals mutiert das Kiosk abends sogar zum Afterwork-Treff und ist brechend voll.

Auch ich hab‘ hier schon manch interessantes Gespräch geführt und bin dann doch länger geblieben als geplant. „Geht nicht, gibt’s nicht“ – das bedeutet „Yok Yok“ nämlich – ist hier wirklich Motto. Sogar Schallplattenbörsen finden hier regelmäßig statt. Und wenn am Sonntag mal wieder Klopapier oder Deo alle sind: Keine Panik. Gibt’s hier natürlich auch.

Und weil ich diesen verrückten Ort so mag, habe ich ihm bereits einen eigenen Artikel gewidmet. 

 

Eine weitere Oase im sonst wohl hektischsten Teil der Stadt ist der barocke Bürgergarten der Eschenheimer Anlage. Wenn mir einmal wieder alles zu viel wird und der chinesische Garten zu weit weg ist – dann tauche ich hier kurz ab. Atme durch. Und nur nach einer kurzen Zeit  geht’s mir wieder besser. 

Auf den Bänken lässt es sich wunderbar verharren – das wissen auch viele Pärchen zu schätzen. Der Medusenbrunnen zieht mich immer wieder neu in seinen Bann, ebenso die alten Mauern, die den Garten umgeben.

Und das physische Denkmal ist darüber hinaus mindestens genauso sehenswert wie die akkurat angelegten Beete. Ein wahrhaft edler (Lieblings-)Ort!


Manch einer von euch mag nun etwas irritiert sein. Ausgerechnet ein FRIEDHOF als Lieblingsort? Ganz richtig, wenn auch – zugegeben – vielleicht etwas ungewöhnlich. Doch besuche ich den Frankfurter Hauptfriedhof einfach sehr gerne. 

Ja, ich jogge sogar sehr gerne hier. Warum ich das tue – dies habe ich versucht, in einem eigenen Artikel zu erklären. Hinter den hohen Mauern verbirgt sich ein riesiges Areal, dass es allemal zu erkunden lohnt. Im östlichen Teil findet ihr den jüdischen Friedhof, der mit seinen verwitterten und verfallenen Grabsteinen, die fast ein wenig unheimlich wirken, ein wertvolles Zeugnis und Mahnmal unserer Geschichte sind.

Auch im eigentlichen, städtischen Friedhof kann man sich schnell verlaufen. Was aber nicht weiter schlimm ist, denn neben teils sehr aufwendigen Gräbern findet man eine schöne Bepflanzung, schöne Bauten und eine Gruften-Zeile, die mir den Atem raubt. Auf mehreren hundert Metern Länge reiht sich hier Skulptur an Skulptur, jede einzelne eine Augenweide.

Und, so merkwürdig es klingen mag:

Ich mag es, an die eigene Endlichkeit erinnert zu werden. Betrachte gern die Namen und Daten auf den Grabsteinen, schicke einen stillen Gruß und überlege mir, wer der Verstorbene wohl gewesen sein mag. Ein stiller Ort der Gedanken. Mitten in Frankfurt.


Und noch ein Lieblingsort, der doch eigentlich nur ein Kiosk ist.
Mitten in Bornheim gelegen, war das „Kiosk 45“ eine meiner ersten Entdeckungen in Frankfurt. Ich wohnte nämlich einst direkt nebenan. 

 

Damals war ich vor allem begeistert von den Öffnungszeiten: Bis spät in die Nacht konnte man hier nach Feierabend noch ein Kaltgetränk mit nach Hause nehmen. Und auch vor vielen Jahren schon war die Auswahl für ein Kiosk durchaus ansehnlich.

Der liebe indische Besitzer sitzt meist etwas verträumt – aber immer mit seligem Lächeln im Gesicht! – an seiner Kasse, berät aber die Kunden gern ausführlich und schlägt mit seiner Gastfreundschaft jede Empfangsdame im Deluxe-Hotel.

Und seit einiger Zeit ist das Kiosk auch eigentlich kein Kiosk mehr, sondern nach einem Umbau ein begehbarer Kühlschrank:

Hier werden keine Schränke geöffnet, hier betritt man einen Kühlraum, in dem auf Regalen mehrere Hundert Biersorten aus aller Welt angeboten werden. Das wohl verrückteste Kiosk der Welt hat sich nunmehr auch auf Craft-Bier spezialisert, sodass auch anspruchsvolle Bier-Sommeliere hier auf ihre Kosten kommen und allemal fündig werden.

Eine unscheinbare Perle, ein Treffpunkt, ein wahrhaft skurriler Lieblingsort.
Und der Besitzer freut sich auch auf euren Besuch!



Tja, dies ist dann auch schon das Ende meiner Bilder-Serie.

Ich hoffe sehr, ihr habt Gefallen an meinen Bildern gefunden. Wurdet dazu inspiriert, Frankfurt zu entdecken, meine „Lieblingsorte“ aufzusuchen.

Verratet mir doch:
Was sind eure Lieblingsorte in der Stadt? Die bekannten wie versteckten?

Klar, dass ich auch weiterhin bewaffnet mit meiner Kamera durch die Stadt ziehe. Immer auf der Suche nach Neuem, nach dem Wandel, nach neuen Orten – die vielleicht sogar ein neuer Lieblings-Ort von mir werden können.

Wer weiß schon, was die Zukunft bringt.

Zu sehen wird es hier natürlich weiterhin was geben.

Bilder einer Großstadt, meiner Heimat, in schwarz und weiß. Und ganz viel Herzblut. Versprochen! 

 

36 Lieblingsorte in schwarz und weiß – Teil II / IV

Im ersten Teil meiner Bilder-Serie „36 Lieblingsorte“ hatte ich bereits darüber berichtet, wie ich zu meinem neuen, kleinen Hobby gekommen bin. Die analoge Fotografie begeistert mich, hat ein neues Bewusstsein für das einzelne Bild geschaffen.

„Ein Bild machen“ statt „einfach mal drauf losschießen.“

Sich Gedanken um Motiv und Szene machen, die kostbaren Restaufnahmen des Filmes im Sinn zu schätzen lernen, statt den Speicher von Smartphone oder DSLR nach Gutdünken zu füllen oder leeren.

Darum geht es.

Und so bin ich fast ein wenig stolz darauf, euch im nun folgenden zweiten Teil meiner Bilderreihe die nächsten meiner 36 Frankfurter Lieblingsorte präsentieren zu können. 36 Orte, die ich auf jeweils eigene Art und Weise liebe und schätze. Bekannte wie unbekannte Orte, zu denen mich meine Streifzüge mit meinem kleinen, schwarzen, analogen Schätzchen geführt haben.

Ein Film. 36 Aufnahmen. 36 Orte. 36 Leidenschaften.

Ich wünsche viel Freude beim Betrachten und Entdecken – und bin gespannt auf euer Feedback.

Los geht’s!


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Das Café Sugar Mama hat mich gelehrt, dass es sich auch an einer vielbefahrenen Hauptstraße ganz hervorragend entspannen lassen kann.

Ist nicht einmal irgendwo ein Namensschild angebracht, ist es dennoch kein Geheimtipp mehr: Kein Wunder, denn unweit der Konstablerwache lässt es sich hier ganz Berlin-like auf Sperrholzmöbeln bequem machen und sich auf das Herzlichste mit Kaffee, Kuchen & Sandwiches verwöhnen lassen. Im Sommer scheint hier die Sonne noch, wenn anderswo längst die Schatten den Abend ankündigen – und auch zur kalten Jahreszeit vermag das Café mit Ausstellungen und Café-Konzerten anzulocken. „Savoir Vivre!“ – schön, dass es dich gibt, du Zuckermama!


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Ein jeder „Bernemer“ wird die Frage nach der Besten der zahlreichen Frankfurter Apfelwein-Wirtschaften prompt wie folgt beantworten: Apfelwein Solzer!


Kein Wunder, denn die um einen Baum herum errichtete Gaststätte vermag auch mich mit ihrer Authentizität und Gemütlichkeit in ihren Bann zu ziehen. Auf der oberen Berger Straße verbirgt sich in einem alten Fachwerkhaus samt angeschlossenem Garten ein Ort ganz ohne Touristen-Trubel, wie er in den bekannteren Wirtschaften in Sachsenhausen anzutreffen ist. Hier wird auf den Bänken eng zusammen gerückt mit Fremden, der Bembel mit Freunden wie anderen Gästen geteilt. Und bei grundsolider, preiswerter hessischer Kost – und spätestens dem dritten Mispelchen – lässt sich dann der Alltagsstress ganz schnell vergessen. Bornheim ist und bleibt eben Bornheim.

 


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Immer wieder zugleich verstörend wie faszinierend zugleich wirkt auf mich ein Besuch des ehemaligen Polizeigefängnisses Klapperfeld inmitten der Innenstadt.

Schlicht kaum zu glauben, dass dieses Zeugnis der nationalsozialistischen Willkür noch bis 2004 als Abschiebehaftanstalt genutzt wurde. Dass Menschen in einem Bunker, vollkommen isoliert von der Außenwelt, Haftstrafen verbüßten oder ihre Rückführung abwarteten – während lediglich wenige Meter weiter der Trubel der Zeil stattfand. Das heute von der Initiative „Faitre votre Jeu!“ Bunkergebäude zählt unbestritten zu meinen Lieblingsorten, ist er doch liebevoll von dieser zu einer musealen Gedenkstätte wie auch Party-Location gewandelt worden. Hut ab für dieses Engagement – und bis zum nächsten Besuch!


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Ein anderer, herrlicher Ort der heimeligen Gemütlichkeit. Ebenso ganz dort, wo man ihn kaum vermuten würde: Am ansonsten wenig schmucken östlichen Ende der Zeil befindet sich das Café Maingold.

Wer auf biedere, pastellfarbene Polstermöbel steht, wird das „Maingold“ lieben. Frischer Kaffee von meiner liebsten Frankfurter Rösterei Wacker wird hier ganz in der entrückten Inneneinrichtung der 1970er serviert. Der ideale Ort, um sich nach anstrengenden Besorgungen in der Hektik der nahen Zeil auf eine kleine Zeitreise zu begeben und durchzuatmen.



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Ein Musterbeispiel für all die Schätze, die sich in unserer Stadt verstecken, ist für mich der koreanische Garten des Grüneburgparks im Westend.

Ich liebe es, der Dame gleichzutun und mein Fahrrad neben einer ruhigen Bank an diesem exotisch anmutenden Fleckchen Frankfurt abzustellen, ein Buch zu zücken und die Seele baumeln zu lassen. Was mir zu Hause selten gelingt, wird hier zum Kinderspiel.



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Wem immer ich erstmals den „Ort der Stille“ der Liebfraunkirche zeige, verschlägt es zunächst einmal die Sprache. Und das ist hier auch angebracht:

Nur wenige Schritte vom wohl hektischsten, rastlosesten Ort der Stadt – der Hauptwache – befindet sich im Innenhofe der Kirche ein Altar, der zu Schweigen gebietet. Nein, ich kann mit Glauben und insbesondere Religionen, mit Gotteshäusern aller Art so gar nichts anfangen. Und trotzdem erfüllt mich ein eigenartiges Gefühl von Ehrfurcht und der Stille, sobald ich hier eintrete. Wie schön, dass es diesen Ort gibt. Zum Innehalten, Nachdenken, sich der eigenen Kleinheit bewusst zu werden. Der eigentlichen Unbedeutendheit so vieler eigenen Probleme und Sorgen. Und sich danach irgendwie befreit wieder in den Großstadtstress zu stürzen.


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Bereits seit 1931 überragt er den Frankfurter Stadtwald – und bietet, sobald man seine Stufen erklummen hat, auf 43 Metern Höhe einen unvergesslichen Ausblick auf die Frankfurter Skyline: Der Goetheturm.

Keine Radtour, kein Spaziergang durch den Stadtwald ohne anschließenden Besuch des Turmes. Wenn immer ich – etwas außer Puste – die Aussichtsplattform erreicht habe, macht mich das Panorama hoch über den Bäumen sprachlos. Ja, ich fühle mich fast ein wenig romantisiert. Vielleicht sollte ich mein nächstes Date ja einfach hier stattfinden lassen.



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Eine alternativ angehauchte Kneipe, wie sie in unserer Stadt leider viel zu rar gesät ist, ist das „Feinstaub“ an der Friedberger Landstraße im Nordend.

Jeder Mann braucht so etwas wie eine Stammkneipe. Einen Ort, an dem man persönlich begrüßt wird. Ohne jegliche Bestellung einen Apfelwein auf den Tresen gestellt bekommt, in die man auch gern allein geht, weil man ja eh immer irgendjemanden kennt. Und auf dem Bierdeckel auf Vertrauensbasis abgerechnet wird. Bei mir ist dieses zweifelsohne das „Feinstaub“. Es bezeichnet sich selbst als Musik-Kneipe, auch wenn diese für meinen Geschmack doch ein wenig in den Hintergrund gerät. Dafür locken entspanntes Publikum, faire Preise und stets herzliche Besucher.  Aber auch, wenn ich einfach in Ruhe noch ein wenig lesen mag, nehme ich hier jederzeit gern am Tresen Platz. Tut es mir doch einmal gleich!



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Ein triftiger Grund, in der kalten Jahreszeit einmal im Ostend vorbeizuschauen:
In der Rhönstraße versteckt sich hier ganz unscheinbar hinter beschlagenen Scheiben das vegane Café Edelkiosk.

Die herzliche Inhaberin Anna backt jeden Morgen frisch für ihre Gäste. Und so lassen sich herzhafte Sandwiches, duftender Kuchen und natürlich Kaffee in einer Vielzahl von Variationen hier genießen. Warum ich auch als Nicht-Veganer immer wieder gerne hier bin? Alte Sofas zum Hineinfläzen, ein Röhrenfernseher samt angeschlossener Super Nintendo-Konsole, immer nette Besucher – mit denen sich immer ein netter Plausch ergibt: Noch Fragen?

Insbesondere dann, wenn es draußen so richtig ekelhaft ist, lässt sich beim Blick auf die farbenfrohen Wände und beim Blick hinaus aus dem Fassadenfenster so richtig gemütlich schon vom nächsten Urlaub träumen. Bei 30 Grad und Sonnenschein, versteht sich.


Ich hoffe, ihr hattet viel Freunde beim Betrachten meiner Bilder. Habt vielleicht Lust darauf bekommen, einige meiner Lieblingsorte selbst einmal für euch zu entdecken. Und einen hoffentlich ansehnlichen Einblick in die vielen so unterschiedlichen, kontrastreichen Facetten unserer Stadt gewinnen können. 

Ich fröne derweil weiter meinem neuen, kleinen Hobby der analogen Fotografie – nunmehr mit meiner mittlerweilen vierten Kamera. Ja, Betonboden und Filmverschlüsse vertragen sich nicht immer gut. Dennoch lasse ich mir die Freude dadurch nicht vermiesen!

Neun weitere meiner Frankfurter Lieblingsorte, die ich bei meinen Streifzügen sonst noch im analogen Bilde festgehalten habe, stelle ich euch dann im nächsten Teil meiner Bilderreihe vor.

Bis dahin: Kommt mir gut durch den Herbst!

36 Lieblingsorte – Teil 1/4

… ein Foto-Projekt in schwarz und weiß.


Arbeit und gelegentlicher Frust haben sich gelohnt: Das Album kurz vor der Fertigstellung. Daneben: Meine “neue, alte Kamera”.


Welch schöner Zufall mich zu meinem neuen, kleinen Hobby – der analogen Fotografie – gebracht hatte, habe ich euch bereits in einem Beitrag berichtet. Und auch, wieso ich an dieser in Zeiten von Smartphone- und digitalen Spiegelreflexkameras doch etwas rückständigen Art und Weise der Knipserei eine solch große Freude gefunden habe.

In diesem Beitrag gibt’s ebenfalls einen kleinen Bilderbogen meiner ersten Werke zu bewundern – verbunden mit der Ankündigung einer Projekt-Idee, welche sich in meinem Köpfchen manifestiert hat und mich in den letzten Wochen beschäftigte.

Tadaaa! – nun ist es soweit, und ich kann euch (mit ein wenig Stolz, das gebe ich gern zu!) mein jüngstes Werk präsentieren.

Doch zunächst:

Wie erging es mir eigentlich in den vergangenen Wochen als „Retro-Fotograf“? Nun, ich bin um viele Erfahrungen reicher geworden. Unter anderem, dass früher auch nicht alles ausschließlich besser gewesen ist.

Die langen Wartezeiten für das Entwickeln (insbesondere von Schwarzweiß-Filmen) zehren genauso an den Nerven wie vom Labor vergessene CDs mit digitalisierten Aufnahmen oder den mittlerweile doch recht happigen Preise für Filme und deren Entwicklung.

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