Room Escape am Kneipentisch

Ich bin ja gemeinhin kein großer Freund von Gesellschaftsspielen. 
Dies ist vermutlich einem Trauma geschuldet, das ich bereits in meiner Kindheit in meinem Elternhaus erleiden musste: 

Auch heute noch erinnere ich mich mit Schrecken an die stundenlangen Monopoly-Orgien an Heiligabend. Die erst dann beendet wurden, wenn die gesamte Familie vollends genervt aufgab. Oder auch vorab einzelne Familienmitglieder eingeschlafen waren.

Das gemeinsame Spielen von „Die Siedler von Catan“ war dann auch nicht viel unterhaltsamer für mich und gipfelte stets in einem Wutausbruch von meinem lieben Vater. Ja, und damit hatte sich das mit den Spielen auch erledigt – von diversen spätere alkoholvernebelten Erfahrungen beim Poker oder „Looping Louie“ in diversen studentischen WG’s einmal abgesehen. 

 

Großen Gefallen dagegen habe ich dagegen an den „Live Escape Games“ gefunden, welche sich auch in Frankfurt großer Beliebtheit erfreuen. Dabei werden die Teilnehmer in einem Raum eingeschlossen und müssen gemeinsam verschiedenste Rätsel lösen, um ihrem Gefängnis zu entkommen. Die tickende Uhr im Nacken. Kein günstiger Spaß, aber jedes Mal aufs Neue ein echtes Abenteuer.

So war ich dann gleichermaßen erstaunt wie erfreut als ich entdeckte (danke, beste Schwester der Welt!), dass diese „Live Escape Rooms“ nun auch in Form von Gesellschaftsspielen existieren.

Der „KOSMOS“-Verlag hat nämlich eine Serie von gleich drei Gesellschaftsspielen auferlegt, welche das Erlebnis eines EXIT ROOMS an den Tisch bringen sollen.

 

Ganz klar, dass ich das ausprobieren muss!

Tja, und welcher Tisch könnte sich auch besser dafür eignen als der meines lieben „Zum Tannenbaum“.

Also: Spiel erworben (ich habe mich für „EXIT – Die verlassene Hütte“ entschieden), Freunde in die Bockenheimer Schankwirtschaft bestellt – und schon kann er losgehen, der Ausbruchsversuch!

Neben den gefüllten Bembel auf dem Tisch geselle ich nun den Spielkarton.

„Nach einer Autopanne sucht ihr eine Unterschlupf für die Nacht. Zum Glück findet ihr eine verlassene Hütte im Wald. Doch am nächsten Morgen ist die Tür versiegelt! Eisenstäbe in den Fenstern hindern euch an der Flucht. Ihr entdeckt ein seltsames Buch und eine rätselhafte Drehscheibe….“ –

so steht es hinten auf der Packung. Klingt ja schon mal ganz spannend.
Und tatsächlich: Im Karton finden wir tatsächlich erwähntes Buch sowie eine Drehscheibe vor. Außerdem noch einen Stapel von drei verschiedenen Karten der Kategorie „Rätsel“, „Lösung“ und „Hilfestellung“. Letztere schwören wir uns natürlich umgehend niemals in Anspruch zu nehmen. Männer haben eben ihren Stolz!

Doch zunächst gilt es, die Anleitung zu studieren. Also, Konzentration bitte, noch einen Schluck Apfelwein, und reingeschaut:

Die Regeln erscheinen zunächst recht komplex, sind aber allerdings recht unterhaltsam in einer Story verpackt erklärt. Und viele Regeln sind es eigentlich nicht, wir beginnen das Spiel ausschließlich „ausgestattet“ mit einer Drehscheibe und einem Buch. Die Drehscheibe dient zum „Eingeben“ der einzelnen Codes der unterschiedlichen Schlösser, die Karten zum Überprüfen der Lösungen und anschließendem erhalten von neuen Rätselkarten.

 

Und tatsächlich: Wir tauchen schnell ab ins Spiel

Die Regeln haben wir irgendwie dann doch recht schnell verinnerlicht, und wir tauchen schnell ab in Story und Spielgeschehen.

Tja, zu den eigentlichen Rätseln kann ich nun nicht viel verraten – dies würde euch dann doch die Freude daran nehmen, selbst einmal einen „Room Escape“ am Kneipentisch zu wagen, da ich Lösungen und Bestandteile der Rätsel verraten müsste.

Nur soviel sei gesagt: Kreative Rätsel aller Art erwarten die Spieler, von mathematischen Kopfnüssen über Bastelkunst und Zwischen-den-Zeilen-lesen. Auch außergewöhnliche („das kann doch nie und nimmer sein!“) Lösungsversuche führen zum Erfolg, und diese Erfolgsmomente bringen uns die meiste Freude. Denn nicht selten waren wir nur kurz davor, zu verzweifeln und glaubten jeden Faden verloren zu haben. 

Ganz besonders schön auch, dass wirklich jeder seinen großen Moment erleben darf und uns durch Einfälle und Können einen großen Schritt weiter bringen kann.

 

Unser Fazit

Schade nur, dass wir uns ein einziges Mal dann doch so richtig verrannt hatten und einen großen Patzer geleistet haben. Eine einzige Hilfe-Karte mussten wir dann doch zu Rate ziehen, um weiter zu kommen. Der Knoten war dann aber schnell gelöst, und der Rest ergab sich dann wieder ganz von alleine.

Nur Zeit, die hat’s gekostet: Statt der auf der Packung veranschlagten 45-90 Minuten benötigten wir dann mal eben gut 120, um dem auf unserem Tisch existenten Raum zu entkommen.

Aber was zählt, ist ja der Spaß. Und nach erfolgreicher „Flucht“ sind wir uns dann alle einig: Ja, auch als ein Gesellschaftsspiel ist ein Escape Game ein großer Spaß.

Nur irgendwie schade, dass das Spiel nach einmaligem Gebrauch direkt entsorgt werden kann. Zum einen weil man die Lösung der Rätsel ja nun kennt – zum anderen, weil die Spielmaterialien dann doch etwas – äh, ja – mitgenommen, beschriftet, zerrissen und gefaltet sind. 

Wir sind uns einig: Das machen wir wieder! Es gibt schließlich noch zwei andere Ausgaben der Spiele-Serie zu spielen. Und vielleicht klappt’s dann auch in einer stolzeren Zeit.

Na, neugierig geworden? Dann bestellt euch eines der Spiele, trommelt eure Freunde zusammen – und verbringt ’nen richtig netten Abend! Nervenkitzel, Rätselspaß und zahlreiche „Da hätte man ja gleich drauf kommen können“ – Momente garantiert!

https://www.escape-game.org/escape/frankfurt/

Klar, ein „Room-Escape“ in einem der Räume der mittlerweile doch recht zahlreichen Anbieter ist dann doch das größere Abenteuer. Wenn auch ein wenig teurer. 

Mittlerweile gibt’s in Frankfurt eine stattliche Anzahl von Anbietern. 

Eine praktische Übersicht über diese findet ihr hier: 

https://www.escape-game.org/escape/frankfurt/

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