Baby, es gibt Hühnerarsch !

Frankfurt, das bedeutet Vielfalt. Hier existiert nicht nur mittelalterliches Fachwerk in friedlicher Nachbarschaft zu modernen Wolkenkratzern, hier leben gleichwohl Menschen unterschiedlichster Herkunft und Kultur in einer (meist) ebenso friedlicher Nachbarschaft.

Diese empfinde ich durchweg als Bereicherung, und vor allem die daraus resultierende kulinarische Vielfalt hab‘ ich so richtig schätzen gelernt.

Eine nette Begleiterscheinung dieses multikulturellen Potpourri sind für mich zweifelsohne all die kleinen Supermärkte, deren Inhaber ihre jeweils landestypischen Lebensmittel feilbieten. Und dass ich quasi Stammkunde in all den Asia-Supermärkten der Stadt bin, hatte ich ja bereits hier erwähnt.


 

Eine kuriose Entdeckung in der Tiefkühltruhe

Neulich habe ich mal wieder einen Streifzug durch „Yuan Fa“ gewagt. Neugierig ließ ich meine Blicke über Regalreihen und Tiefkühltruhen schweifen, bis ich innehielt, stutzen musste, noch mal hinsah. Und nicht umhin kam, laut loszuprusten. Warum? Offeriert wurde nichts anderes als – ich traue mich es kaum zu schreiben – Hühnerarsch. Nein, keine irgendwie nach Feinkost klingende, vielleicht gar französischsprachige Umschreibung eines Hähnchenhinterns. Nein, ganz aufrichtig wurde hier das Kilo Hühnerarsch zum Preis von moderaten 2,99 Euro ausgewiesen. 

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Dieses Angebot ging mir tagelang nicht aus dem Köpfchen. Wer zur Hölle erwirbt und kocht denn bitte „Hühnerarsch“; geschweige denn: Wie lässt sich ein Hintern überhaupt appetitlich herrichten?

Eine Google-Recherche führte mich nicht einmal zu den üblichen Tipps von Hobbyköchen bei „chefkoch.de“ & Co., sodass die verrückte Stimme in mir begann, mir zuzuflüstern:

„Matze, kauf das. Einfach mal verrückt sein, einfach mal Hühnerarsch kaufen – wär‘ ja gelacht, wenn sich daraus nicht irgendwas Leckeres machen lässt!“

Gedacht, getan. Die zweifelnde Bemerkung des Kassieres, ob ich denn wissen, was genau ich da gerade aufs Band gelegt habe – und ob ich das WIRKLICH kaufen möchte, habe ich geflissentlich überhört. Und nun stehe ich, kaum meinen kruden Gedanken gefolgt, in der Küche meiner WG – mitsamt einem Happen tiefgekühltem Hühnerarsch aus dem Asia-Supermarkt.

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Ich improvisiere: Herbstlich soll es sein!

Die Hinterteile sind schnell aufgetaut. Doch: Was nur anstellen damit? Rösten, braten, dünsten, schmoren, marinieren? Und was schmeckt eigentlich zu Hühnerarsch?

Da hilft nur eines: Ausprobieren. Und bei meinem Experiment lasse ich euch gerne teilhaben!

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Ein Blick ins Gemüsefach, ein Blick aus dem Fenster, und ich beschließe: Herbstlich soll es sein! Und was könnte besser mit einem zart geschmorten Hähnchenhintern harmonieren als mit einem Hokkaido-Kürbis?

 

How to create: Geschmorter Curry-Hühnerarsch an Lauch-Kürbisgemüse

Wer es mir nachtun möchte, und ebenfalls den Kochlöffel schwingen möchte, um seine Liebste/seinen Liebsten mit einem herbstlichen Curry-Hühnerarsch verwöhnen möchte, der tue es mir gleich:

Die Zutaten 

  • Olivenöl zum Anbraten
  • Weißwein zum Ablöschen
  • Salz, Pfeffer
  • Oregano
  • Currypulver und Sambal Oelek (ebenfalls erhältlich im Asia-Supermarkt)
  • Knoblauchzehe (wer’s mag)
  • Lauch/Porree
  • Zucchini
  • Hokkaido-Kürbis

 

Händewaschen, los geht’s! 

In einem Topf brate ich die Hühnerarsch-Filetstücke samt gehackter Knoblauchzehe an. Der Lauch wird in Streifen geschnitten und ebenfalls mitangebraten. Da ich noch ’ne schicke, grüne Zucchini griffbereit habe, kommt auch diese in Streifen geschnitten mit in den Topf hinein. Curry aus dem Streuer, Rosmarin, Salz und Pfeffer je nach Gutdünken hinzugeben. In der Zwischenzeit (Wenden nicht vergessen!) den Hokkaido-Kürbis waschen und ebenfalls in grobe Würfel oder Streifen schneiden.

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Ein Teil des Kürbis wird nun im Topf mit angebraten, der andere Teil wird mit ein wenig Olivenöl bestrichen (geht am besten mit einem Zewa-Tuch), mit Salz und Pfeffer versehen und kommt erstmal in den Backofen.

Sobald die Leckereien im Topf ordentlich angebraten sind, Sambal Oelek hinzugeben, mit Weißwein ablöschen und bei mittlerer Hitze mit geschlossenem Deckel noch 15-20 Minuten schmoren lassen.

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Bis dahin sollte dann auch der Kürbis im Backofen angenehm geröstet sein. Solltet ihr einen unbeabsichtigten Funktionstest eurer Rauchmelder verursacht haben, so habt ihr eine zu hohe Temperatur gewählt. Ihr Anfänger!

 

Und nun: Foodporn!

Abschließend gilt es selbstredend, euren Gaumenschmaus liebevoll anzurichten und zu servieren. Hühnerarsch und Kürbis-Lauchgemüse werden einzeln auf dem Teller angeordnet, dann kommen die gerösteten Kürbisecken aus dem Backofen hinzu.

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Noch mal ordentlich mit Salz, Pfeffer und Oregano abschmecken – und zur Krönung habe ich das Gericht noch mit einigen Spritzern einer scharfen Papaya-Chilisauße (ebenfalls von Yuan Fa) garniert. Aber hier sind eurer Kreativität natürlich keinerlei Grenzen gesetzt!

Zum köstlichen Wintergericht passt ganz hervorragend ein Schoppen Apfelwein. Klar, was auch sonst?!

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Habt ihr nun so richtig Lust bekommen, euch selbst einmal am Hühnerarsch zu versuchen? Habt vielleicht schon eigene, tolle Rezept-Ideen entwickelt? Dann lasst mich an euren Ideen und Ergebnissen doch gerne teilhaben! Ich freue mich auf Post von euch sowie eure Kommentare.

Und bis dahin sag‘ ich mal: Guten Appetit!

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