„Kennste Frankfurt?“ – Ein PubQuiz zum Zweiten

Schon eine Weile ist es her, da saß ich montags – einmal wie so oft – in meiner erlauchten Runde beim „PubQuiz“ im Irish Pub in Sachsenhausen.

Und einmal wieder dachte ich mir: „Hey, das macht schon Spaß – aber wäre ich meinem Team doch nur eine Hilfe!“. Es hat bekanntlich ein jeder so sein Steckenpferd, und meines war und ist eben meine geliebt-gehasste Heimatstadt Frankfurt am Main. Blöde nur, dass kein dementsprechendes PubQuiz in den gängigen Veranstaltungskalendern zu finden war.

 

Es war an der Zeit, diesen Umstand zu ändern.

Ich beschloss also im Sommer letzten Jahres, diese Lücke zu füllen und ein gänzlich neues PubQuiz auf die Beine zu stellen. „Kennste Frankfurt?“ – ein treffender Name war ebenso schnell gefunden wie die großartigen WIR KOMPLIZEN als Location für das Quiz gewonnen werden konnten.

A propos gewinnen: Mit den Frankfurter Stadtevents konnte ich nach einigem Schriftwechsel einen wunderbaren Sponsor für den Hauptgewinn gewinnen. Ein guter Anreiz zur Teilnahme, wie ich fand. Knifflige Fragen hatte ich innerhalb weniger Wochen zuhauf notiert – eine erste Auswahl war schnell getroffen.

Fehlten noch die Teilnehmer. Über die einschlägige Social Media-Kanäle warb ich für mein Unterfangen; und tatsächlich hatten sich für die Premiere „meines“ PubQuiz schlussendlich über 60 Personen in Teams mit einfallsreichen Namen angemeldet. Noch heute erinnere ich mich an die Aufregung, welche ich vor der Moderation des Quiz empfand…

Aller Anfang war schwer…

Und so stand ich nun da, irgendwann im September 2017, vor all den versammelten Ratefüchsen bei den „Komplizen“. Ja, manch Kurzentschlossene mussten aufgrund akuter Überfüllung gar nach Hause geschickt werden. Ein Mikrofon in der Hand, jede Menge Fragen in petto.

Ich hatte nicht bedacht, dass das Mikrofonkabel ein stetiges Präsentsein gegenüber all der Teilnehmer mitunter kompliziert gestalten würden. Ja, ich hatte nicht bedacht, dass die Auswertung der Runde mit den Schätzfragen sooooo lange dauern würde.

Und dennoch: Am Ende des Abends zeigte nicht nur ich mich erleichtert, sondern sich die Teilnehmer gleichsam erfreut. Es dauerte nicht lange, bis mich erste Nachfragen zu einer eventuellen Neuauflage von „Kennste Frankfurt?“ erreicht hatten…

 

Fuck yeah, Runde 2!

Irgendwann in der Vorweihnachtszeit verspürte ich dann große Lust darauf, eine Fortsetzung zu wagen. Ein kurzer Besuch bei den „Komplizen“ erschaffte prompte Erleichterung: Ja klar war man dabei. Auch die Frankfurter Stadtevents stellten sich gern erneut als Sponsor zur Verfügung, ebenso wie der „FilmWerte“-Verlag aus Potsdam. Im Werbung-Machen hatte ich mittlerweile Erfahrung; dass aber nach nur einmaligem Posten der Veranstaltung das Quiz restlos ausgebucht sein sollte – damit hätte ich nicht gerechnet.

Die bisherigen Erkenntnisse von der Premiere nutzte ich dazu, nun einiges besser zu machen: Die Schätzrunde wich einer Musikrunde, ein kabelloses Mikrofon ward mir vergönnt. Spannende Fragen und Bilderrätsel hatte ich derweil schnell gefunden, sodass es nur noch abzuwarten galt. Auf den Tag, an dem ich stolze 15 Teams im Frankfurter Nordend zum heiteren Quiz-Abend begrüßen sollen dürfte.

In der Auswahl ihrer Namen übertrumpften sich die einzelnen Teams einmal wieder gegenseitig: So konkurrierten etwa „Der Unbekannte aus dem Ausland und die aufgeregten“ mit dem Team „Dribbdebach’s Stolz & Vorurteil“ oder den „Oigeplackten“ um den Titel als größter Kenner dieser Stadt.

Ich komme, viele sind schon da 

Am Abend des 20. Februar war dann auch ein großer Teil der Teilnehmer schon anwesend, speiste und trank munter, während ich mein kleines „Büro“ inmitten der Craft-Beer-Kneipe bezog. Es ist auch immer wieder ein merkwürdiges Gefühl: Auf der einen Seite die riesige Freude über all die Menschen, die der Einladung gefolgt sind – auf der anderen der eigene Anspruch, all diesen netten Leuten einen möglichst tollen Abend bescheren zu wollen.

Ich verglich die Teilnehmerliste auf dem Bildschirm meines Laptops mit dem tatsächlichen Belegungsgrad der Tische. Und freue mich riesig, als ich feststelle, dass zwar krankheitsbedingt einige wenige Lücken innerhalb der Teams existieren, aber sämtliche 15 angetreten sind. Ein Blick in die einzelnen Gesichter sorgte prompt für manch freudige Überraschung: Hey, war das nicht der Typ, der mich immer so nett aus dem Fenster meines liebsten Wasserhäuschens, dem „GUDES“ bedient? Er war es.

Trotz aller Freude kommen Zweifel auf. Werden die Fragen, die ich im Gepäck trage, zu leicht oder zu schwierig sein? Und überhaupt unterhaltsam genug? Würde ich den Zeitplan einhalten können? Die Teams vielleicht gar langweilen?

 

Kurze Straßennamen, besondere Berufe und ein komischer Vogel

Erfahrungsgemäß wusste ich: Es hilft nichts, sich den Kopf zu zerbrechen. Noch ’ne schnelle Zigarette rauchen, Mikro an und loslegen. Dass ich meine Notizen während der Begrüßung verlegt hatte, blieb glücklicherweise unbemerkt.

Weniger unbemerkt dagegen blieben die Mikrofon-Ausfälle, die immer dann einsetzen sollten, wenn Applaus den Verstärker zum Übersteuern bringen sollte und diesen seinen Dienst temporär quittieren ließen.
Man hatte es mir – so hoffe ich – verziehen, sodass die Quizfragen, um die es hier schließlich gehen sollte, dennoch im Vordergrund standen.

Ich hatte wirklich mein Bestes gegeben, hatte wochenlang Fragen gesammelt. Am Ende viele aussortieren müsse, was mir mitunter nicht ganz einfach fiel.

Was war doch gleich der kürzeste Straßenname Frankfurt? Und welche Straße ist mit 8,8 Kilometern eigentlich die längste? Was findet man heute im Gebäude des ehemaligen Volksbildungsheims? Ja, und was lässt man sich eigentlich richten, schaut man beim „Lenz“ im Bahnhofsviertel vorbei?

Nach jeder Runde präsentiere ich den aktuellen Zwischenstand und verrate die korrekten Antworten meiner Fragen. Nur allzu oft muss ich dabei schmunzeln:

Nie hätte ich gedacht, dass nahezu alle Teams den Taufnamen der Mainfähre zwischen Schwanheim und Höchst („Walter Kolb“) im Gedächtnis haben – aber gleich mehrere von ihnen bei der Frage nach René Bennerts Beruf auf, nun ja, „Zuhälter“ tippen.

Humor haben sie ja, „meine Teilnehmer“, René Bennerts wahrer Beruf ist allerdings Bombenentschärfer.

 

Fachwerk? Na, das muss doch Sachsenhausen sein!

Schmunzeln musste ich auch oftmals, während ich die Antworten bei der Bilderrunde auswertete. Den Aufnahmeort von zehn Schwarzweiß-Aufnahmen galt es für die Ratefüchse zu bestimmen. Während die Aufnahme einer Gemüsehandlung in der Münchner Straße recht zielsicher dem Bahnhofsviertel zugeordnet werden konnte, hatte gut die Hälfte der Teams das Fachwerk-Ensemble des Höchster Schlossplatzes spontan in Alt-Sachsenhausen verortet.

Während die Teilnehmer zwischen den Fragerunden durchatmen, klönen und – ganz wichtig! – Bier trinken können, widmete ich mich einer möglichst prompten Auswertung. Nicht immer ganz einfach, jedoch lag ich voll im Zeitplan (da war ich das letzte Mal deutlich schlechter!), als ich die letzte Runde einläuten durfte.

15 Teams machen Pause, der Autor wertet indes aus.

Und diese drehte sich um die Musik, um die aus Frankfurt, um genau zu sein. Zehn Interpreten mit zehn Titeln, und hey – Frankfurt, das muss ich immer wieder zugeben, ist nun leider nicht unbedingt als Musikhauptstadt der Bundesrepublik zu bezeichnen.

Gefunden hatte ich natürlich trotzdem was, „Lieblingsmensch“ von Namika etwa, natürlich was von Moses Pelham, mittlerweile Ehrenbürger dieser Stadt – und ja, auch Zeugs wie „Ich will brennen“ der düsteren Rockband ASP hatte ich ausgegraben.

 

And the winner is…

Und tatsächlich war es ebendiese Musikrunde, die den Ausgang meines PubQuiz bestimmen sollte. Selbst die laut Punktzahl stärksten Team hatten hier deutliche Leistungseinbußen zu verzeichnen, für Spannung bis zuletzt war also gesorgt.

Als ich dann die vier Gewinner-Teams verkünden darf, da freu‘ ich mich. Nun ja, zumindest, nachdem mein Mikrofon wieder funktionieren mag. Alle vier Sieger-Teams scheinen sich zu freuen, auch wenn mir das glorreiche Team von Platz 1 zuraunt, sie hätten insgeheim auf den Gewinn für den zweiten Platz spekuliert.

 

Nun ja, hätten sie halt nicht so schlau sein sollen – ich jedenfalls verabschiede mich von meinem Publikum in der Hoffnung, dass dieser Abend Spaß gemacht hat.
„Und wenn’s euch keinen Spaß gemacht hat“, so sag‘ ich – „so habt ihr vielleicht wenigstens was lernen können“.

Und ja, natürlich konnte auch ich noch etwas lernen – und ich bin mir sicher, dass Ausgabe III von „Kennste Frankfurt?“ noch ein kleines bisschen besser werden wird.
Danke euch allen fürs Dabeisein, ihr wart großartig!

On Air bei Radio X: „Und da sprech‘ ich jetzt rein?“ – meine Premiere am Mikrofon

Ein Samstag im Herbst, zehn Uhr am morgen.Oder auch:
Mitten in der Nacht, gefühlt jedenfalls, ist eben gar nicht so meine Zeit.

Die vier hinuntergestürzten Kaffee wollen ihre Wirkung noch nicht recht entfalten, als ich etwas verloren in einem Bockenheimer Hinterhof stehe und einen Eingang suche. Den vom Studio von Radio X zum Beispiel. Zu meiner Unausgeschlafenheit gesellt sich Aufregung.

„Verrückt, dass ich hier stehe“, denke ich mir noch.
„Ist das hier nicht der schönste Beleg dafür, dass es sich lohnt, etwas zu erschaffen? Zu gestalten und netzwerken .- statt lediglich zu konsumieren….“

Die Geschichte einer glücklichen Fügung

Ein schneller Blick auf meine Armbanduhr. Noch eine halbe Stunde bis zum Beginn der Sendung. Während ich immer noch – mehr und mehr hilflos – den richtigen Eingang suche, rekonstruiere ich die Verkettung all der glücklichen Umstände, die mich letztendlich in diesem Bockenheimer Hinterhof hat landen lassen. Zur absoluten Unzeit, wie ich nochmals betonen möchte!

Hätte ich diesen Blog niemals erschaffen, dann hätte ich wohl niemals eine mir lange gänzlich unbekannte treue Leserin gefunden. Und hätte ich nie die Idee gehabt, ein PubQuiz zu veranstalten, das ich über „Mainrausch“ beworben hatte – ja, dann wäre diese treue Leserin niemals darauf aufmerksam geworden.

Hätte sie ihre Teilnahme daran nicht postwendend angemeldet, dann hätte sie mich am Ende des PubQuiz auch niemals angesprochen und sich mir vorgestellt.

„Hi, ich bin die Dagi! Wie schön, dich einmal kennen zu lernen!“, sprach sie und schüttelte meine Hand. Hätten wir uns anschließend nicht so nett und länger unterhalten, hätte sie niemals erwähnt, dass sie für Radio X am Mikrofon sitzt und damit mein Interesse an dem Frankfurter Radiosender geweckt.

Ich wäre folglich niemals auf die Idee gekommen, einen Blick hinter die Kulissen des anlässlich des 20. Geburtstag des Senders für eine Woche ausgelagerte Studio im sasfee-Pavillon zu werfen. Ich hätte Dagmar – die ich fortan weiter „Dagi“ nennen will, weil sie das so lieber mag – niemals begeistert von meinem Besuch berichtet.

Ja, und schlussendlich hätte sie mir diese eine Frage niemals gestellt:

„Sag‘ mal, Matze: Du bist doch auch ein Frankfurt-Liebhaber. Willst du nicht einmal als Gast-Moderator in meiner Rätselsendung mit dabei sein?“

Ich glaubte zunächst, mich verhört zu haben.
Iiiich? Im Radio? Live? Um Gottes Willen, die arme Hörerschaft! Das kann ja nur schiefgehen!

Meine Antwort lautete folglich: „Ja, aber NATÜRLICH will ich dabei sein – nichts lieber als das!“

Ein Termin war schnell gefunden, ein Skript zur Sendung erstellt.Mit einigen eigenen Fragen für die Rätselrunde durfte ich mich sogar an der Programmgestaltung beteiligen. Ich fühlte mich ja schon ein wenig geehrt! Die Sendung „Rätsel mit Hausmeistern“ befasst sich im Wechsel mit den verschiedenen Frankfurter Stadtteilen; die Folge mit meiner Person als zweifelhafter Bereicherung sollte ihren Fokus auf das Nordend legen. Wie passend aber auch!

All das geht mir durch den Kopf, während ich inständig darauf hoffe, im Studio noch irgendwas mit Koffein abgreifen zu können. Notfalls intravenös, egal.

Dagi öffnet eine der Türen und beendet meine hilflose Suche. Sie nimmt mich in Empfang, und dann geht alles ganz schnell: Noch ganz benommen von den vielen neuen Eindruck des Studios trage ich plötzlich Kopfhörer und sitze vor einem Mikrofon. Und während ich mir noch nervös Notizen mache, leuchtet plötzlich die „ON AIR“-Lampe.

 

Von Selbstläufern und akustischem Waterboarding

Und dann? Ja, und dann läuft auf einmal alles wie von selbst. Die Aufregung kehrt erst zurück, während ich während einer Musik-Pause schnell eine Zigarette einatme. Denn: Es läuft nicht irgendeine Musik oder irgendetwas, das man zumindest entfernt als „Musik“ bezeichnen könnte.

Nein, es ist tatsächlich eines der Lieder aus meiner Reihe „Talentfrei Musizieren“, das da über den Äther schwappt und per Ultrakurzwelle auf die Trommelfelle unschuldiger Hörer losgelassen wird.

Ich fürchte böses Hörer-Feedback, ein Blick auf Twitter verrät: Zurecht.
„Oh mein Gott, das ist akustisches Waterboarding“, äußert sich ein Hörer.
Tja, das war’s dann wohl, Quote im Keller.

Weitergemacht wird natürlich trotzdem, ich habe prächtigen Spaß mit den Moderatoren und Anrufern. Und ehe ich mich versehe, sind die zwei Stunden Sendezeit schon rum. Wenn Zeit doch nur immer so verfliegen würde!

Auch meine Befürchtung, dass aufgrund der unmenschlichen Uhrzeit ohnehin niemand zuhört und wir somit quasi unter Ausschluss der Öffentlichkeit senden, hat sich nicht bewahrheitet: Die Anrufer-Leitungen waren nämlich fast durchweg belegt.

Ein Großteil von euch jedoch, liebe Leser, werdet diesen Samstag-Morgen. derweil noch im Bett verbracht haben. Vollkommen zurecht, wie ich finde – und ja, auch mir sind diese bereits vor 14 Uhr stets gut gelaunten Radiomoderatoren schon immer suspekt gewesen.

Neugierig geworden?

Ihr wollt dennoch wissen , was ihr verpasst – oder auch nicht verpasst – habt?
Oder seid schlicht neugierig, wie sich euer Lieblings-Blogger wohl am Mikrofon macht? Wollt euer Frankfurt-Wissen auffrischen und erweitern?

Hier ist der Link zum Mitschnitt der Sendung.
Viel Freude euch beim Hören!

Nachlesen könnt ihr den Sendungsinhalt übrigens auch auf alfa-beet.de .

Mir dagegen bleibt nur noch eines: Ein fettes, fettes „Dankeschön“ an Dagi loszuwerden! Dankeschön für diese wunderbare, kurzweilige, unterhaltsame nd aufregende Erfahrung, die du mir ermöglicht hast. Hey, ich bin dir was schuldig!
Einen Gastartikel auf „Mainrausch“ vielleicht, eine geführte Radtour – oder zumindest ein großes Bier! 😉