Streetwear aus Bornheim: Der neue heiße Scheiß

Frankfurt-Bornheim: Vollkommen zurecht sind die „Bernemer“, wie sich die Einwohner des Stadtteils selbst bezeichnen, stolz auf ihr Viertel. Wenn sie sich nicht gerade in einem der vielen zuckersüßen Cafés treffen sich in einer der rustikalen Apfelweinwirtschaften den Verlockungen der Bembel hingeben, tauschen sie sich in einer eigenen Facebook-Gruppe aus. Angelehnt an die U-Bahn-Haltestelle heißt diese dann auch „Bornheim-Mitte“. Da ich mich im Herzen noch immer als „Bernemer“ fühle, verfolge auch die Gruppe gern und aufmerksam.

Ein ganzes Lebensgefühl in drei Worten

Nun begab es sich, dass ich in ebendieser Gruppe auf eine vielversprechende Geschäftsidee stieß: Ein findiger Jungunternehmer wollte aus dem Lokalpatriotismus der Bornheimer sein Kapital schlagen. Hierfür hatte er eigens eine Bekleidungskollektion entworfen, die ebenso von den Fashion-Größen in Mailand, New York oder Paris hätte stammen können. „Nicht im Handel erhätlich!“, bewarb er die trendige Oberbekleidung. „Begrenztes Angebot!“, zack, war auch für entsprechenden Kaufdruck gesorgt.

Mit „Bornheim du Weisst!!!“ hatte er obendrein einen Slogan erdacht, der das Bornheimer Lebensgefühl nicht besser hätte auf den Punkt bringen können. BÄM! Trotz meines nach zwei Semestern abgebrochenen BWL-Studiums war mir sofort klar: Das hier würde der nächste heiße Scheiß, der letzte Schrei im Szeneviertel, der Beginn einer Bewegung. Die Shirts und Pullover in ihren frechen Farben würden dem Verkäufer nur so aus den Händen gerissen; bald hätte er ausgesorgt.

Doch schaut selbst: 

Auch ich bin jetzt im Business

Mir war klar: Wenn auch ich von diesem Hype profitieren und so richtig Kohle scheffeln, musste ich handeln. Und zwar schnell.

Nicht erst seitdem das Label „Stoffausfrankfurt“ seine Rückkehr angekündigt hat steht fest: Frankfurter Streetwear der derbe Shit ist. Es würde nicht mehr lange dauern, bis der Markt übersättigt worden war. Außerdem müsste meine eigene Kollektion über einen nochmals höheren „Bornheim in your Face!“ – Faktor verfügen. Eine ganze Nacht lang brütete ich über dem Artwork meines eigenen Labels, verbrauchte eine Menge Apfelwein und rauchte gleich schachtelweise Zigaretten.Doch bin ich mir sicher, dass sich all diese Mühen gelohnt haben.

Stolz darf ich verkünden: I’M BACK IN BUSINESS!

KAUFEN! COOL SEIN! KONSUMIEREN!

„MAINRAUSCH“ präsentiert euch ab sofort Mode für Fashion-Victims von 12-99, für Stadtteilpatrioten, Querdenker und Rebellen! Instagram-tauglich, fairtrade und vegan. Von deutschen Seniorinnen in deutschen Altersheimen genäht, macht euch das Tragen meiner Kollektion nicht nur zum Boss in eurer Hood, sondern obendrein zu Weltrettern!



Passend zur Herbstsaison gibt’s natürlich auch einen kuschligen Hoodie. Comic Sans MS als „state of the art“ verbindet Retro-Chic mit einer ordentlichen Portion Freshness. 100 Prozent Polyester sorgen für wohlige Wärme und statische Aufladung.

Natürlich gehen auch die Atzinnen nicht leer aus! Dieses stylishe Girlie-Shirt ist zwecks Aufrechterhaltung eines sexistischen Rollenbildes allerdings ausschließlich in Größe XS und in der Farbe Pink erhältlich:

Das Angebot ist natürlich limitiert! Plündert eure Sparschweine und gönnt euch den Stuff, bevor’s zu spät ist! Bestellungen bitte ausschließlich über matze@mainrausch.de – die Zahlung erfolgt über mein anonymes Nummernkonto in der Schweiz.

Keep it real. And do not tumble-dry! 

2 thoughts on “Streetwear aus Bornheim: Der neue heiße Scheiß

    • Ja, Gude Daniel!

      Wir kennen uns doch schon – bislang hattest doch immer DU mir schicke Motive aufs Shirt gezaubert! 😉
      Sind deine Qualitätsansprüche etwa derart gesunken? Dann bin ich natürlich gerne bereit, bei dir einzusteigen! Lass‘ es mich wissen! 😉

      Geschmacklose Grüße in Comic Sans MS,

      Matze

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