Die Kleinmarkthalle des kleinen Mannes

 

„Ein Euro, alles ein Eurooo!“

Im wahrsten Sinne eine “Insel” inmitten der Konstablerwache. Wem läuft da nicht das Wasser im Munde zusammen?

Die Frankfurter Bloggerin und Sneaker-Fetischistin „IviKivi“ hat kürzlich einen netten Artikel über die Frankfurter Kleinmarkthalle verfasst.

Und auch ich habe diese in meinem Duell “Frankfurt vs. Berlin” bereits lobend erwähnt.


Die Kleinmarkthalle also: Seit Jahrzehnten eine Institution in der Innenstadt, El-Dorado für Feinschmecker, Wein- wie Rindswurstliebhaber und Pflichtbesuch für jeden Besucher unserer Stadt.

Nur eines eben nicht: Ein geeigneter Ort, an dem der durchschnittlich verdienende Frankfurter seine täglichen Einkäufe erledigen kann, ohne nach kurzer Zeit das gesamte Monatsgehalt in der von außen längst nicht mehr wirklich schmucken Halle aus den 50er Jahren gelassen zu haben. Eine solche Exklusivität und Auswahl hat eben ihren Preis.

Auch ich erledige meine täglichen Einkäufe dem Dispositionskredit zuliebe dann doch eher beim Discounter um die Ecke. „Erstmal schnell zu Penny!“ ist hier die Devise – und in die Kleinmarkthalle gehe ich meist nur mit Besuch, oder um mich mit Freunden auf ‘nen Wein zu treffen und die Stände zu bestaunen.


Frisches Obst, Südfrüchte und Gemüse kaufe ich allerdings am liebsten woanders, wenn auch nicht weit entfernt von der Kleinmarkthalle:

Bei der „Obstinsel Salta“ an der Konstablerwache. Diese hat zwar keinen Internetauftritt, dafür aber einen schwer zu übersehenden Stand in der B-Ebene des Bahnhofs Konstablerwache.

Morgens um 8 steht die bunte Auswahl zum Begutachten und in-die-Tüten-Stopfen bereit und wird von den zahlreichen, emsigen Verkäufern am Stand zum Kauf angepriesen. Und der ist auch noch unschlagbar günstig:

Frische Äpfel, Orangen und Clementinen für einen schlappen Euro pro Kilo – da hält auch kein Discounter mit. Je nach Saison gibt’s außerdem beispielsweise eine Ananas, zwei Schalen Erdbeeren oder zwei Mangos für einen Euro – oder auch die günstigsten Spargel der Stadt.

Die Auswahl ist wirklich groß, auch an einer großen Vielfalt des Gemüse-Sortiments mangelt es nicht.

Mit Fug und Recht kann man die „Obstinsel Salta“ also als die Kleinmarkthalle des kleinen Mannes bezeichnen.

Richtig sparen lässt sich dann ab meist ca. 18.30/19.00 Uhr. Bevor bis 20 Uhr die Stände abgebaut sind, wird nämlich alles, was übrig ist, gnadenlos verramscht. ‘Ne Tüte mit drei Kilo Birnen oder Pflaumen für ‘nen Euro? Kein Problem.

Jetzt gilt es, schnell zu sein, denn aufgrund der Aussicht der Passanten auf echte Schnäppchen herrscht um den Stand herum schnell ein emsiger Trubel wie auf dem Teppichmarkt in Marrakesch.

Während dieses Vorgangs hallen dann die Rufe „1 Euroooo, alles 1 Euroooo!“ durch die B-Ebene des Bahnhofs. Diese lassen mich immer wieder schmunzeln und haben mich schon oft daran erinnert, dass ich auf dem Nachhauseweg doch noch ein wenig Obst mitnehmen könnte.

Überhaupt, die Verkäufer: Vom meist gestressten und wortkargen Eindruck sollte man sich nicht abschrecken lassen. Im Gegenteil, kommt man öfter, wechseln die Händler gern ein nettes Wort mit ihrer Stammkundschaft und legen auf die bezahlte Tüte auch gern noch mal ‘ne Schale Erdbeeren für geschenkt oben drauf. Eine wirklich nette Art der Kundenbindung.

Schaut doch mal vorbei, es lohnt sich — und das nicht nur am Monatsende!

By MatzeFFM on June 20, 2016.

Exported from Medium on September 22, 2016.

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