Bar-Konzert im Bahnhofsviertel

“OHRWURM” startet in die neue Saison

Zum Glück funktioniert die Klimaanlage: Auch die Künstlerin kommt nicht ins Schwitzen.

 

Mit einem Bar-Konzert in der jüngst eröffneten “Jambo Bar” beendete die grundsympathische Frankfurter Konzertreihe”OHRWURM” am vergangenen Mittwoch ihre Sommerpause. Klar, dass ich mir das nicht entgehen lassen habe! Wie mir Künstler und Location gefallen haben, was die OHRWURM-Besucher künftig erwarten können, und welche Visionen OHRWURM-Kopf Michael sonst noch so verfolgt — das lest ihr hier!

Seit bereits drei Jahren werden unter dem eingängigen Namen “OHRWURM” Café-, Bar- und Wohnzimmerkonzerte veranstaltet. Mit deren Bekanntheit ist auch die Fangemeinde entsprechend gestiegen, und auch ich besuche regelmäßig und gern die Konzerte. Besonders schätze ich die unverkrampfte, fast intime Atmosphäre, in der größtenteils lokale Künstler mit viel Herzblut ihre Musik darbieten.

Nach einer — für die Organisatoren sicherlich wohlverdienten! — Sommerpause kehrte OHRWURM nun mit einem Konzert einer untypischerweise weither angereisten Künstlerin zurück.

In den — zum Glück wohl klimatisierten! — Räumlichkeiten der “JAMBO BAR”, die vom Journal Frankfurt gar als Top-Neueröffnung ausgezeichnet wurde, sollte die US-amerikanische Singer-/Songwriterin Kat Jones für einen Abend der Musik und netten Gesellschaft sorgen.

Die Voraussetzungen dafür scheinen jedenfalls gegeben:

Allein die “Jambo Bar” in der Elbestraße, in der Betreiber Faruk zuvor mit viel Liebe das “LIVITY” betrieben hat, überzeugt mich:

Die insbesondere mit Gin bestens ausgestattete Bar macht wahrlich was her, die nüchtern-helle Einrichtung des “LIVITY” ist einem wohlig-gemütlichen Ambiente gewichen, Platz für Künstler und Besucher ist ausreichend vorhanden. Und wem’s zu heiß wird, kann draußen Platz nehmen, ‘ne Zigarette rauchen und mit anderen Besuchern plauschen. Das macht dann auch ein Großteil der Rund vierzig Gäste so: Dank geöffneter Fassadenfenster lässt sich der Musik nämlich auch von draußen ganz hervorragend lauschen.

Ich selbst bin derweil nicht ganz so angetan von der Künstlerin — ihre ziemlich wehleidigen Klänge wollen irgendwie nicht recht zu dieser schönen Sommernacht machen und tun meiner Laune nach einem freien Tag in der Sonne irgendwie Abbruch. Den Rest scheint’s weniger zu stören, der Applaus spricht Bände. Ich bin dann trotzdem recht froh, als eine Pause verkündet wird.

Im Gespräch mit dem Macher

Diese nutze ich, um ein paar Worte mit “OHRWURM”-Kopf Michael Nickel zu wechseln.

“OHRWURM soll eine Heimat bieten”

Grüß’ dich, Michael! Schön, dich zu sehen, schön, dass ihr wieder da seid! Für all diejenigen, die “OHRWURM” noch nicht kennen: Stell’ doch das Projekt mal in zwei Sätzen vor!

“OHRWURM” dient zuerst dem Zweck, Kleinkunst in Frankfurt zu fördern. Wir wollen lokale Gastronomen mit lokalen Künstlern und der Menschen unserer Stadt zusammenbringen — das ist unser Anliegen.

Genau dieses Konzept weiß auch ich sehr zu schätzen. Auf was dürfen sich die Besucher in dieser Saison noch freuen, was gibt es Neues — und welche Visionen treiben dich sonst noch so an?

Im Prinzip bleibt alles beim Alten: Alle 2 Wochen gibt’s Konzerte in wechselnden Locations, die vorrangig eine Zusammenkunft musik-interessierter, netter Menschen sein sollen. Ich habe natürlich die Vision, dass in 5 Jahren Frankfurt Berlin als Stadt der Kleinkunst überholt haben wird! Nein, Spaß, das wird uns wohl leider nicht gelingen. Aber: OHRWURM soll unsere Stadt weiterhin bereichern, soll eine für alle offene Familie werden, ein Stück Heimat bieten und Wertschätzung erfahren. Und das alles möglichst familiär — wir wollen kein Massen-Event werden.

Ich finde ja, die “Jambo Bar” erweist sich als eine überaus für ein Konzertchen geeignete Location. Und auch du scheinst einen gewissen Faible für das Bahnhofsviertel entwickelt zu haben, immerhin bist du vor Kurzem sogar hierhin gezogen: Was reizt dich so an diesem kontroversen Teil der Stadt — ein Ort, irgendwo zwischen Hipster-Szene, Drogen und Rotlichtmilieu?

Ganz besonders reizt mich, dass man hier sehr authentisch leben kann und unabhängig von Aussehen, religiösem oder kulturellen Hintergrund akzeptiert wird. Hier mag es ziemlich rau zugehen, dafür ist aber alles irgendwo noch echt! Das gefällt mir. Ganz zu schweigen von der wunderschönen Architektur des Viertels…

Wie gelingt es dir mittlerweile, sogar Künstler aus den Vereinigten Staaten in unser beschauliches Städtchen zu locken?

Ganz ehrlich? Ohne überheblich klingen zu wollen: In der Regel schreiben mich die Künstler an und fragen an, ob sie bei uns spielen dürfen.

Ich danke dir! Verrätst du mir zum Schluss, welche Zielgruppe die Konzerte erreichen sollen — und warum es sich unbedingt lohnt, eines eurer Konzerte zu besuchen?

Unsere Zielgruppe? Junge, urbane Liebhaber der authentischen Live-Musik! Jeder soll sich hier willkommen fühlen, auch Obdachlose haben uns bereits besucht. Das hat uns sehr gerührt – jeder soll hier eine Heimat finden.


Ein Besuch lohnt sich in jedem Fall! Auch unabhängig von unserer Musik trifft man hier erfahrungsgemäß stets auf aufgeschlossene, nette Frankfurter. Und von den Künstlern war ich überwiegend durchaus positiv überrascht — auch, wenn Kat Jones’ Musik irgendwie besser zu einem tristen, verregneten Herbsttag gepasst hätte.

Seid auch ihr neugierig geworden? Habt Lust darauf, eines der folgenden Konzerte zu besuchen oder als Künstler aufzutreten?

Auf der “OHRWURM”-Facebookseite findet ihr sämtliche Konzerttermine sowie Kontaktmöglichkeiten zu den Organisatoren. Schaut doch mal vorbei!

By MatzeFFM on September 15, 2016.

Exported from Medium on September 22, 2016.

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