Es poppt und ploppt schon wieder

 

… und ich steige langsam nicht mehr durch.

Seit geraumer Zeit schon macht es allerorts „Plopp“ und „Popp“. In Frankfurt ploppen „PopUp-Stores“ genauso auf wie „PopUp-Markets“, auch „PopUp-Clubs“ und „PopUp-Bars“ wurden bereits gesichtet. Während Freunde der darstellenden Kunst sich an “PopUp-Galleries” erfreuen konnten.

Und ich? Weiß nicht so recht, was ich von all dem Geploppe halten soll. Zumal ich ja der Meinung bin, dass unsere Sprache eine sehr schöne ist — und nicht permanent mit englischen Bezeichnungen verwurstet werden sollte. Bloß, weil es sich eben vermeintlich zeitgemäßer, angesagter und ach so hip anhören mag. Tja, und jetzt auch noch das:

Nichts Böses ahnend kehre ich von einem entspannten Tag am See zurück und radele am südlichen Mainufer entlang.

“Hallo Yachtklub, geht’s dir gut? Hallo Lindner-Turm, schön, wie du in der Abendsonne funkelst” — alles soweit gut, alles soweit vertraut.

Doch — schock, schwere Not — was ankert DA denn?

Ein mir zunächst unbekanntes Boot ist am Mainufer vertaut. Klar, dass ich neugierig werde und näher trete.

Als ich erkenne, um welche schwimmende Installation es sich da handelt, schüttele ich resigniert den Kopf.

Nun also ein “PopUp-Boat”:

Wie dem großen Schild über dem Eingang zu vernehmen ist, handelt es sich um eine noch bis zum 16. Oktober besuchbares Projekt des jüdischen Museums.

Auf Deck gibt’s tagsüber Käffchen, Kuchen und eine Ausstellung — abends dann Konzerte, Workshops und Vorträge.

Find’ ich ja echt alles klasse — aber mittlerweile bin ich ja echt nur noch schwer genervt von all dem “PopUp”-Gedöns.

Was mag da in Zukunft noch so alles aufploppen in der Stadt?

PopUp-Currywurstbuden? PopUp-Werkzeugverleihe, PopUp-Pfandflaschenautomaten oder vielleicht PopUp-Postfilialen? Gar eine “PopUp-Bäckerei”? “PopUp-Dealing Points” in der Taunusstraße?


Ach pardon, Letztere gab es ja bereits. Natürlich als “PopUp-Bakery”.

Klingt ja auch gleich viel angesagter.
Mir wird das mit dem permanenten Aufgeploppe jedenfalls langsam zu anstrengend. Tut mir leid, Leute, da bin ich raus.

By MatzeFFM on September 8, 2016.

Exported from Medium on September 22, 2016.

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