Aus gegebenem Anlass: 5 Survival-Tipps für tropische Sommerhitze

Freunde, ist es denn zu glauben? Nicht lange her, da hab‘ ich mich noch ausgiebig über den bislang ausbleibenden Sommer beschwert, und nun: Potzblitz, gerade einmal Mitte Juni, schwupps ist die Dreißig-Grad Marke geknackt!

Gestern, da war ich knapp vier Stunden lang im wohlklimatisierten ICE (ja, sowas soll’s noch geben!) von Leipzig nach Frankfurt unterwegs. Angenehm, ließ sich aushalten. Zumindest bis der Frankfurter Hauptbahnhof erreicht war und ich prompt gegen eine Wand aus stockender Hitze lief, die mir mit 33 Grad Celsius prompt jegliche Energie aus dem Körper sog. Meine Poren schalteten auf Hochbetrieb, alleine auf dem kurzen Weg hinab zur U-Bahn hatte ich mehrfach den Hitzetod vor Augen. Glücklicherweise konnte ich die rettende U-Bahn unbeschadet erreichen, in der mir – dicht gedrängt an meine hechelnden Mitreisenden –  dann auch deren konzentrierte Ausdünstungen egal waren, die den Fahrgastraum der U5 erfüllten. Viel wichtiger war nun, mir meine Überlebens-Strategie zurechtzulegen, und bis zur Haltestelle „Glauburgstraße“ provisorisch einen Liter Wasser in meinen Flüssigkeitshaushalt zu befördern.

Wie gut, dass ich mir über die Jahre hinweg, die ich nun schon in Frankfurt lebe, mehrere Möglichkeiten geschaffen habe, die mir den Überlebenskampf in tropischer Hitze so angenehm wie möglich gestalten.

Damit auch ihr euch den Überlebenskampf jenseits der 30 Grad möglichst angenehm gestalten könnt, hier fünf brandheiße (ha! ha!) Tipps für euch:

 

I: Der Badesee in Walldorf

„Auf zum Badesee!“ – das ist gewissermaßen DER Klassiker, wenn’s darum geht, sich in schöner Umgebung ein wenig Abkühlung zu verschaffen:

Im kühlen Nass planschen, ’ne Runde schwimmen, anschließend auf der faulen Haut liegen, bis die Hitze wieder ins Wasser lockt. Ich weiß: Nicht besonders einfallsreich, wärt ihr sicher selbst drauf gekommen. Und dennoch: Ich find’s klasse, dass ein so wunderschöner See wie der Badesee in Walldorf so schnell von Frankfurt aus erreichbar ist. Mit dem Auto sowieso, die Umweltbewussten unter uns sind aber auch mit S-Bahn und/oder Fahrrad ganz schnell bei ihrer heiß ersehnten Abkühlung.

Und im Gegensatz zu seinem „großen Bruder“, dem Langener Waldsee, ist der Walldorfer Badesee auch selten überlaufen. Parkplätze findet man meist schnell, der Eintritt fair – und das klare, kalte Wasser erst… hach, ich gerate schon wieder ins Schwärmen. Ihr wisst schon, was ich meine.

 

II: Auf den verschlungenen Pfaden des Hauptfriedhofs

Nun dürft ihr mich gern endgültig für verrückt erklären:

Wenn in der Stadt flimmernde Luft herrscht und jede kleinste Bewegung zur schmerzhaften Anstrengung gerät, dann verziehe ich mich gern hinter die hohen Mauern des Hauptfriedhofs im Nordend.

Nicht nur, dass die verworrenen Wege ein idyllisches Labyrinth bilden, das seinesgleichen sucht: Dank zahlreicher Bäume ist es hier auch schattig und angenehm kühl, wenn anderswo schon der Asphalt schmilzt. Eine unüberschaubare Anzahl von wunderschönen kleinen Statuen, Mahnmälern und bunten Pflanzen lassen mich hier immer wieder die Zeit vergessen. Ich könnte wirklich ewig hier spazieren gehen und mich auf den Irrwegen zwischen Grabsteinen und Gruften verlieren.

 

Außerdem empfinde ich immer wieder eine tiefe Dankbarkeit für das Leben, wenn ich mich hinter den Mauern des Friedhofs befinde. Dass jede Existenz nur endlich ist: Diese Erkenntnis ist wohl nirgends greifbarer als hier. Und bei all der Dankbarkeit dafür, dass ich am Leben bin – da ist mir dann auch die schlimmste Hitzewelle irgendwann schlicht und einfach wurscht.

 

III: Im Verkaufsraum des „Kiosk 45“

Achtung, Insidertipp! Kennt ihr schon das „Kiosk 45“ in der Bornheimer Wiesenstraße? Lasst euch vom schlichten Namen nicht täuschen, denn dieses Kiosk hat es in sich:

Der Verkaufsraum selbst ist nämlich ein einziges Kältelager. Unabhängig jeglicher Außentemperaturen herrscht hier stets ein angenehm frostiges Klima nahe dem Gefrierpunkt. Auf den endlosen Regalen des tiefgekühlten Verkaufsraum warten über 1.000 (!) Sorten Bier darauf, von euch verkostet zu werden.

Klar, dass das mit der Entscheidungsfindung dann auch mal etwas länger dauern kann. Gut für euch – je länger ihr euch hier während des Entscheidungsfindungsprozesses aufhaltet, desto angenehmer könnt ihr mal so richtig von innen heraus abkühlen.

Kurz bevor sich erste Eiszapfen auf eurer Haut bilden, da solltet ihr euch für ein eisgekühltes Bier entschieden haben – mit dem ihr es euch anschließend im nahe gelegenen Günthersburgpark gemütlich machen könnt. Sobald’s euch dann wieder zu heißt wird, könnt ihr euch dort in den Wasserspielen ein wenig Abkühlung verschaffen.

Sollte bis dahin euer Bier schon wieder leer sein (man soll ja schließlich viel trinken bei der Hitze!) – dann könnt ihr euch gleich wieder auf den kurzen Weg ins „Kiosk 45“ machen und euch nochmals ordentlich durchfrosten lassen. Mit Frischbier versorgen, rüber in den Park – und das Spiel beginnt von vorn!

 

IV: Runter unter die Erde – Exzessives U-Bahn-Fahren!

Zahlt auch ihr Monat für Monat ein Schweinegeld für eure RMV-Zeitkarte?
Dann ist genau jetzt die Gelegenheit gekommen, endlich einmal so richtig davon zu profitieren! Wenn ihr euren gesamten Sommertag nämlich ausschließlich in den kühlen U-Bahn-Tunneln verbringt, dann bekommt ihr nämlich endlich den innerstädtischen Nahverkehr mal so richtig exzessiv in Anspruch nehmen. Schließlich zahlt ihr auch ’nen Haufen Kohle dafür!

Wichtig ist hierbei lediglich, dass ihr ausschließlich zwischen den Endstationen der Tunnelstrecken hin- und herpendeltet. Sobald eure U-Bahn die unterirdischen Bauwerke nämlich verlässt, da droht euch das Ungemach in Form der prallen Sonne und der damit verbundenen Hitze wieder einzuholen.

Für die Fahr-Anfänger unter euch empfehlen sich folgende Touren:

Bockenheimer Warte – Seckbacher Landstraße (U4)
Frankfurt Süd – Miquel-/Adickesallee (U1, 2, 3, 8)
Kirchplatz – Eissporthalle/Festplatz (U7)

Nicht nur, dass ihr hier endlich mal so richtig was geboten bekommt für euer Geld: Bestenfalls bekommt ihr bis zum Sonnenuntergang keinen einzigen Sonnenstrahl ab. Spart Geld für Sonnencreme, und obendrein habt ihr die Chance, zahlreiche nette Bekanntschaften mit sympathischen Mitreisenden zu machen. Nur ein wenig tolerant gegenüber diverser menschlicher Ausdünstungen und Schweißgeruch, das sollte man als Dauer-Fahrgast wohl sein.

 

V: Unter den Baumkronen des Stadtwalds

Zum Abschluss ein weiterer Klassiker, der hier dennoch unbedingt erwähnt werden muss: Unser phänomenaler Stadtwald! Er bietet euch auf einer Größe von stolzen 5785 Hektar Schutz vor UV-Strahlen, jeglichen Temperaturen und trockener Luft. Die schattigen Waldwegen unter den Baumkronen bieten einen hervorragenden Zufluchtsort, um nicht vom Hitzschlag getroffen publikumswirksam auf der Zeil zu kollabieren.

Und wenn’s gar nicht anders geht, dann sind die vielen kleinen Seen des Stadtwalds und der Jakobiweiher nicht weit! Mit Freunden kann so ein Tag im Wald sogar richtig Spaß machen:

Ganz ehrlich, wann habt ihr schon eure letzte Party im Gehölz gefeiert?


Ich hoffe, ihr könnt ein wenig von meinen Survival-Tipps profitieren und dem Sommer nun gelassen entgegen sehen. Soviel sei sicher: So ein sommerlicher Überlebenskampf, der kann sogar richtig Spaß machen!

Und nun seid ihr gefragt: Welches sind eure Lieblingsplätze, um unerträglicher Hitze ein Schnippchen zu schlagen und dem Sommer-Sensenmann von der Schippe zu springen?

Kommt mir gut durch den Sommer, Freunde!

 

One thought on “Aus gegebenem Anlass: 5 Survival-Tipps für tropische Sommerhitze

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