„Trinkt alle!“ – ein Imperativ als neuer Kieztreff

„Wie ich verzweifelt versuchte, in Bockenheim einen Kaffee zu trinken“ – dies wäre eine alternative Überschrift für diesen Beitrag gewesen. Genau so nämlich nahmen die Dinge ihren Lauf, die mich eine ziemlich überraschende und – wie ich finde – spannenden Entdeckung haben machen lassen.

Es war der letzte Abend des Jahres 2017 und ich eingeladen auf einer Silvester-Sause im Stadtteil Bockenheim. Naiv wie ich war nahm ich denn auch direkt mal an, ich könne noch einen Kaffee im studentischen Viertel erhalten, um vor der Feier noch in Ruhe einen Blick in mein neues Buch zu werfen.

Nun, dieser Plan ging nicht ganz auf. Zunächst einmal klapperte ich die „üblichen Verdächtigen“ ab, Café Crumble, Albatros, Café KOZ. Ohne Erfolg, jegliche Türen waren verschlossen – geschlossen wegen Silvester. „Nun gut“, dachte ich mir, „wer geht schon am Silvesterabend Kaffee trinken?“

 

Koffein-Flaute in Bockenheim

Es galt also, die einschlägigen Kneipen aufzusuchen. In denen wird doch wohl nicht lediglich Bier, Apfelwein & Asbach-Cola erhältlich sein? Erster Versuch: Der Tannenbaum. Ein heruntergelassener Rolladen verkündet ausbleibenden Erfolg. Bei der „Volkswirtschaft“ schaut es nicht anders aus, nun gut: Ich greife zum letzten aller Mittel, marschiere stramm zu „Doctor Flotte“. Die haben geöffnet, ganz klar, ich trete ein. Um die Theke versammeln sich – mittlerweile zeigt die Uhr halb sieben – Männer über 50, stimmen sich mit Zigaretten, Bier und dem obligatorischen Korn auf den kommenden Abend ein. „Für dich?“, fragt mich der Wirt, ehe ich Platz genommen habe. „Äh – einfach ’nen Kaffee?“, sag‘ ich, „ham‘ wer net!“ erfolgt die prompte Antwort.

Postwendend strauchele ich hinaus, meine Koffein-Sucht meldet sich gar schreiend zu Wort. Ich tue etwas, das ich ansonsten nie zu tuen wagte, laufe den Platz hinüber zum „Extrablatt“, der Filiale einer all dieser unsäglichen Ketten, die das Land mit Kampfpreisen, allerdings ohne Herzblut überschütten. „Am 31.12. geöffnet bis 18 Uhr“, ja leckt mich doch – ich greife zum letzten Mittel.

Das letze Mittel, das ist der Versuch, doch endlich einen heißen Kaffee beim „Sausalitos“, dieser mittelprächtigen Billig-Drink und Mexican-Fastood-Kette, deren Frankfurter Filiale in Bockenheim residiert, zu erhalten.
Doch auch hier: „Ab 18 Uhr geschlossen“: 

 

Einfach – nur – ein – Kaffee!

Ich bin nervlich am Ende, während ich erfolglos an der Tür des „Sausalitos“ rüttele. Ich scheiße auf mein Buch, der Schrei nach Koffein übertönt meine Wut. Eine Dreiviertelstunde lang laufe ich auf Entzug durch Bockenheim, da kann ich direkt weiter zur Silvester-Sause gehen – und hoffen, dass mir die Gastgeberin einen Kaffee zubereiten möge. Notfalls auch aus dem Instant-Glas. Auf meinem Weg durch die Kiesstraße bleibt mein Blick am Schild des gegenüberliegenden Wasserhäuschens hängen. Wo einst „Trinkhalle“ stand, ist nun ein Buchstabe weggekratzt und ein Strich ergänzt – „Trinkt alle“ ist nun zu lesen, ich lache und zücke mein Mobiltelefon für Foto.

„Ey, du fotografierst meinen Laden!“, lacht mich prompt jemand an, „wegen dem Schild!“, sag‘ ich. „War ein kleiner Geistesblitz“, sagt mein Gegenüber aus dem Fenster des Büdchens hinaus – „ist mein Laden, schon seit drei Wochen!“.

 

 

Ich wittere meine große Chance. „Ja geil! Gibt’s in deinem neuen Laden denn auch Kaffee?“ Gibt es, sagt der nette Inhaber. Ich bin unendlich erleichtert und trete ein.

 

Gemischte Tüte, Party, Nachbartreff

Ich trete ein, schön warm hier. Schaue mich um und bestell‘ – endlich! – meinen langersehnten Kaffee. Der wird prompt serviert, was der wohl koste? „Äh – da muss ich selbst mal gucken, ist wie gesagt neu hier!“, sagt der nette Inhaber, wir stellen fest, dass wir uns bereits vom Sehen kennen. Macht zwo Euro, ich geb‘ zwofuffchzich, stimmt so.

Neben gemischten Tüten steht ein Mischpult auf dem Tresen, es läuft Techno. „Kommste nachher zur Silvesterparty?“, werd‘ ich gefragt, während ich auf der Sitzgruppe Platz nehme, die gegenüber den reich gefüllten Kühlschränken steht. „Ab 10 gibt’s Hip-Hop, ab Mitternacht Techno!“. Find‘ ich ja ziemlich geil, aber bin ja eingeladen bei einer Freundin. Der Bass dröhnt, ich zücke mein Buch, die Bude füllt sich. Ein Haufen bierdurstiger Jungs macht es sich neben mir bequem, ruhiges Lesen kann ich vergessen.

 

„Einfach ein Treffpunkt für die Nachbarn“

Stattdessen quatsche ich ein wenig mit dem stolzen Neu-Inhaber der ehemaligen Trinkhalle, die nun „Trinkt alle!“ heißt. Einfach ein Treffpunkt für die Nachbarschaft soll das hier werden, an Donnerstagen sogar mit Bar-Abenden. Es darf geraucht werden, die Kühlschränke sind gut gefüllt mit einer Menge Bier. „Binding gibt’s hier aber nicht“, werde ich belehrt, „dafür aber Glaabsbräu Hell – ein geiles Bier!“. Soll mir recht sein, auch wenn das alte Schild draußen anderes propagiert.

’ne Toilette gibt’s auch, sodass langen Nächten für die Gäste nichts entgegensteht.

 

Und ich?
Bin derweil froh, einmal wieder eine völlig unverhoffte Entdeckung in meiner Stadt gemacht haben zu dürfen. „Trinkt alle!“ ist nicht nur eine zeitgemäße Adaption einer altgedienten Trinkhalle samt gemischter Tüte und Bierkühlschrank, sondern tatsächlich ein unendlich sympathischer Ort samt Techno, Sitzgelegenheit und Charme. Sondern auch ein Ort, an dem man selbst am Silvesterabend einen feinen Kaffee trinken kann. Oder eben auch nach Feierabend einfach auch ein kaltes Bier aus dem Kühlschrank mit den Freunden. In jedem Falle aber ein Grund, Bockenheim einmal wieder Besuch abzustatten – auch wenn man selbst nicht dort lebt…

Irgendwann dann mache ich mich auf zur Silvester-Sause – und bin mir ganz sicher: Ich komme wieder!
Wart ihr auch schon dort, auf kaffee oder bier? 



„Trinkt alle!“
Frankfurt, Kiesstrasse 
Ohne Website oder Facebook (verrückte Welt!) 

Zwischen den Jahren

Es ist ein ein eigenartiges Gefühl, dieser Tage durch die Stadt zu schlendern.
Man selbst scheint gedanklich noch am Christbaum festzukleben, ja kann Weihnachten denn wirklich schon vorüber sein, während man durch die Straßen irrt, sich im Supermarkt ums Eck mit Feuerwerk und Wodka aus dem Angebot für die nahende Silvestersause eindeckt.

Frankfurt erscheint dabei befremdlich verlassen, in diesen Tagen Ende Dezember, „zwischen den Jahren“, wie man so schön sagt. Wo auf Mainzer- oder Friedberger Landstraße sonst die Autos Stoßstange an Stoßstange kleben, könnte man guten Gewissens seine Kinder spielen lassen. Im Restaurant bekommt man einen freien Tisch, ohne drei Wochen vorher reserviert zu haben – und auch in den U-Bahnen der Linie U4 lässt es sich ganz unversehen auf einem freien Sitzplatz niederlassen.

Der Alltag unserer Stadt, er hat Pause eingelegt. Kaum jemand muss ins Büro, viele Frankfurter genießen ihre verlängerten Weihnachtstage im Kreise ihrer Liebsten, irgendwo da draußen in dieser Republik. Sind verreist über Silvester, so oder so, sie sind: weg.

Nun, ich will mich nicht beschweren, habe doch auch ich meinen erheblichen Beitrag zu einem verlassenen Gesamteindruck, zu leeren Straßenzügen und U-Bahn-Zügen beigetragen. Über Weihnachten dienstlich unterwegs im Lande, habe ich meine anschließenden freien Tage beim Wandern im Taunus und traditionellem Ausflug nach Marburg verbracht. Wieder zurück, stimmt mich der Anblick meines verlassenen Frankfurts aber dennoch ein wenig schwermütig. Ungewohnte Ruhe. 

Einen freien Nachmittag mit Büchern im Café zu verbringen, wird zur Herausforderung. „Wir haben Urlaub!“, verkünden in geschwungenen Lettern Zettel hinter geschlossenen Glastüren ihre unheilvolle Botschaft. Und ein kurzer, heftiger Schneefall verkündet just zum Ende des Jahres, dass auch Frankfurt sich im Winter befindet.

Wenn der Alltag wieder einzieht

Neben mit kindlicher Freude auf verschneite Autoscheiben gemalte Herzen bleibt die wohlige Gewissheit, dass die Stadt schon ganz bald ihren Alltagsbetrieb wieder aufnehmen wird. Dass U-Bahnen wieder chronisch überfüllt, dass Cafés bevölkert, Straßen verstopft sein werden.

Schön zu wissen, dass die fleißigen Mitarbeiter am Neujahrstag die Spuren der Silvesternacht beseitigen werden, die Stadt anschließend wieder aussehen wird wie geleckt. Schön zu wissen, dass bald ein jungfräulicher Kalender an der Wand hängen wird, ein jeder Tag darauf neue Abenteuer verspricht. Dass auch 2018 Frankfurt Tag für Tag darauf wartet, entdeckt zu werden.

Ehe wir uns versehen, wird es Februar werden. Wir werden entweder stoisch die närrischen Tage ignorieren oder am Faschingssonntag im Kollektiv ausrasten auf dem Römerberg. Und vorher all unsere guten Vorsätze über Bord geworfen haben, uns gemütlich eine Zigarette anzünden – und zur Karteileiche im Fitness-Studio…

Wir werden ein neues Stadtoberhaupt wählen, über die geringe Wahlbeteiligung meckern. Werden uns über astronomische Mietpreise beklagen, dennoch brav Monat für Monat beträchtliche Summen auf die Konten glücklicher Immobilienbesitzer überweisen.

Wir werden uns über die Unpünktlichkeit der VGF beschweren, werden uns über Nachrichten aus dem Bahnhofsviertel erregen. Werden spätestens an Pfingsten Kummer und Sorgen im Stadtwald zu vergessen suchen, schließlich ist Wäldchestag. Werden mit den ersten Sonnenstrahlen hinausströmen in den Stadtwald und ans Mainufer, werden uns ganz sicher sein, dass dieses Jahr ganz sicher „unser Jahr“ wird.

Werden ganze Stunden unserer Lebenszeiten in der Schlange vor dem Brentanobad verschwenden, werden glücklich sein, jede Distanz mit dem Fahrrad bewältigen zu können. Werden uns am MainCafé von der Sonne streicheln lassen, nach Feierabend unsere Picknickdecken ausbreiten und erst nach Mitternacht wieder einpacken.

Wir werden Ausflüge zum Langener Waldsee unternehmen, Radtouren an der Nidda, Wanderungen auf den Feldberg. Geliebte Geschäfte werden schließen, darin anschließend Burger-Bratereien eröffnen.

Wir werden beim „STOFFEL“ lange Sommernächte verbringen, werden vom Sommerurlaub gebräunt all die vielen Straßenfeste zelebrieren. Werden über Flohmärkte schlendern, uns über unverschämte Preise am Opernplatzfest und zu wenig Platz und Handyempfang am Museumsuferfest beschweren. Wir werden feiern, werden tanzen, werden uns aufregen über wilde Mietfahrrad-Ansammlungen in den Innenstadt. Werden uns bei der Bahnhofsviertelnacht durchs Gedränge schieben und am Ende dennoch mit kaltem Bier in der Hand vor dem nächstbesten Kiosk landen. Werden mal wieder viel zu lange unterwegs sein, auf dem Weg nach Hause nach genau einem Gin Tonic zu viel noch ein Katerfrühstück beim Bäcker erstehen.

Ja, bis wir dann irgendwann die fallenden Blätter im Ostpark beobachten, feststellen, dass die warmen, langen Tage schon vorüber sind. Werden öfters in Museum und Theater gehen, irgendwann feststellen, dass alle Straßenfeste gefeiert sind. Und feststellen, dass wir schon jetzt mal wieder – oh yeah! – viel zu viel Geld für unnützen Scheiß auf der Zeil ausgegeben haben werden.

 

Alles wie immer…

Doch bald schon, da ist Weihnachtsmarkt, und prompt folgt die Erkenntnis:
Ist das neue Jahr schon um? Ja, war denn nicht auch in diesem Jahr alles… irgendwie… wie… immer? 

Ja, das wird es ganz sicher gewesen sein. Das Kalendarium des Stadtlebens, es mag recht stetig sein und vorhersehbar. Doch das Geheimnis des Glücks, es liegt in jedem einzelnen dieser Tage, in all den Momenten, von denen ihr jetzt noch nicht wissen könnt, dass ihr sie erleben dürft. Doch kann es nicht auch ein ganz und gar wunderschönes Gefühl sein, eine Gewissheit unschätzbaren Werts, dass eigentlich alles doch so wird wie immer? Fein säuberlich im Lauf des Jahres terminiert und doch so spannend?

Jeder Eintrag im städtischen Terminkalender ist eine Versprechung.
Vertraut darauf, dass irgendetwas geschieht, auf die Verheißungen eines jeden Moments im neuen Jahr. Genießt das Gefühl, dass jede Sekunde des neuen Jahres Ungeahntes offenbaren kann, lasst euch von ganzem Herzen darauf ein. Von Stadt und Leben überraschen, statt Erwartungen zu hegen.

Denn Frankfurt ist, was du draus machst. 

In diesem Sinne: Einen guten Rutsch hinein ins neue Jahr 2018, Freunde!

 

 

 

Gute Vorsätze.

Ein turbulentes, ja krasses Jahr 2016 ist zu Ende und wurde allenthalben resümiert. Ein Blick zurück, Bilder ziehen vorbei. Schöne wie grausame. Vom Jubel Fußball-WM bis hin zu verstümmelten Kindern in Syrien. So manchmal ließ es mich am Glauben an das Gute im Menschen zweifeln. 

Doch um das Weltgeschehen des vergangenen Jahres soll es hier gar nicht gehen. Sondern um mein ganz persönliches Jahr 2016. Wenn ich es an meinem inneren Auge vorbeiziehen lasse, so sehe ich ebenfalls schöne wie traurige Momente. Dinge, die ich bereue – und Dinge, auf die ich stolz bin:

Wie zum Beispiel, den Mut gefunden zu haben, meinen eigenen Blog zu erschaffen. Oder all die Fotoalben, welche von meinem neu entdeckten Hobby – der analogen Fotografie – zeugen.

Und wenn ich ganz tief in mich gehe, so möchte ich einen kleinen Beitrag dazu leisten, mir persönlich das neue Jahr noch ein wenig lebenswerter werden zu lassen.

„Gute Vorsätze fassen“, nennt man das wohl gemeinhin. Und die werden sich in diesen Tagen bekanntlich schier inflationär gemacht.

 

Da wird im kommenden Jahr mit dem Rauchen aufgehört, es wird endlich mehr Sport getrieben, sich gesünder ernährt. Auf die Finanzen wird endlich ein wenig mehr geachtet, ebenso wie auf die Verwandtschaft. Im Job soll was passieren, und das Traumziel endlich bereist werden.

Und so eifrig ein Jeder die ewig gleichen Vorsätze für das neue Jahr fasst, so wissen doch insgeheim die meisten von uns, dass bereits im Februar von ihnen nicht mehr viel übrig ist. Außer vielleicht die Mitgliedschaft im Fitness-Studio, die nur jährlich kündbar ist. Gute Vorsätze, die sind ungefähr so lange haltbar wie ein geöffneter Joghurt auf dem Esstisch.

Und trotzdem, auch ich möchte welche fassen. Weil ich um meine Laster, meine Schwächen weiß. Die mir das Leben nur allzu oft komplizierter werden lassen, als es doch eigentlich sein müsste.

 

Was sind sie also, meine „guten Vorsätze“?

Ich will mir keine Ziele setzen, die ich ohnehin nicht erreichen kann und deren Versuch mich gleich überfordern würde. Ich versuche also, realistisch zu denken:

Was kann ich tatsächlich verändern, ohne dass ich vorschnell frustriere und zurück in altbekannte Muster falle?

 

Mehr Dinge zum ersten Mal tun. Immer wieder.

Hand aufs Herz: Wie oft machen wir Dinge zum ersten Mal? Wie oft bringen wir den Mut dazu auf, uns Neuem zu stellen? Und wie oft bleiben wir alle lieber in unserer vertrauten Komfort-Zone und folgen munter unseren ausgetreten Pfaden?

Scheiße, was hatte ich für eine Angst vor meinem Roadtrip durch die USA im letzten Herbst. Und auch, wenn ich nicht wusste, was mich erwartete:

Es waren die wohl abenteuerlichsten, spannendsten und eindrucksvollsten Wochen des Jahres. Und das geht doch auch im Kleinen:

Warum nicht mal ins Theater? Alleine eine kleine Reise unternehmen? Ein Buch schreiben, Bungee springen?

Ich möchte öfters den Mut aufbringen, vertrautes Terrain zu verlassen und neues zu entdecken. Oder besser: Mich neu zu entdecken. Immer und immer wieder.

 

Weniger rauchen

Klingt jetzt wenig einfallsreich. Und ich gebe zu: Isses auch nicht.
Rauchen, das sieht zwar ungemein lässig aus, ist zwar aber auch ungemein dämlich: Einen Haufen Kohle dafür latzen, die eigene Gesundheit zu ruinieren. Eine derartige Unvernunft empfinde ich zwar – insbesondere bei Anderen – als durchaus sympathische Charaktereigenschaft, ich selbst ärgere mich aber zunehmend über meine Sucht.

Ihr wollt gar nicht wissen, wie viel Panik ich vor meinem USA-Flug geschoben habe. 11 Stunden lang nicht rauchen – oh mein Gott, die Welt geht unter!

Ich weiß, dass ich es nicht fertig brächte, von einem Tag auf den anderen aufzuhören. Aber ich will weniger rauchen. Und ich weiß, das kann ich packen.

Eine E-Zigarette, die ich bereits mein Eigen nennen darf und die mir Freude bereitet, soll mich dabei unterstützen. Drückt mir die Daumen, Freunde!

 

Mein Online- und Offline-Leben in Einklang bringen

Das ist das wohl meine größte Baustelle.
Wenn ich mein Dasein überdenke, so muss ich gestehen, dass ich nur allzu oft nicht einsehen mag, dass auch mein Tag nur 24 Stunden hat. Dass auch ich mich ständig und viel zu oft mit anderen vergleiche, eine stetige Angst davor verspüre, etwas zu verpassen.

Dass ich tausend Bekanntschaften pflege, darüber hinaus aber meine wahren Freunde oftmals nicht ausreichend wertschätze und den Kontakt zu ihnen pflege.

Zu viel Zeit in virtuellen Welten vertrödele, zu viele Nachrichten konsumiere, immer auf der Suche nach mehr Input bin – und mich dadurch viel zu oft davon abhalten lasse, selbst aktiv zu werden. Und einfach das zu tun, was ich will. Wenn ich denn mal weiß, was ich eigentlich will – oftmals ist es für mich nämlich gar nicht so einfach für mich, eigene Bedürfnisse zu erkennen. Der Fluch der persönlichen Freiheit.

 

Ein Anfang ist gemacht – ein „Poetry Slam“

Ich bin gespannt darauf, inwieweit es mir gelingen mag, meine Vorsätze für das neue Jahr umzusetzen.

Doch ein kleiner Anfang, der ist mir bereits jetzt gelungen: 

Mein lieber Freund Michael hat unlängst eine Auswahl seiner Poesie beim Poetry Slam präsentiert. Ich bewundere ihn sehr dafür – warum habe ich eigentlich so etwas noch nie gemacht? Fehlt mir das Könne, die Kreativität, der Mut?

Ich wollte mich also zunächst daran versuchen, wenn auch zunächst im Kleinen.
Also habe ich einen Text verfasst. Ein Gedicht zu all den Problemen, die das ständige Online-Sein, die ständige Verfügbarkeit und Präsenz von allen Informationen und Nachrichten dieser Welt, mit sich bringt. Von all den Möglichkeiten, die danach schreien, genutzt zu werden. Und den eigenen Willen nur allzu oft begraben.

„Der digitale Overkill“, so habe ich mein Werk genannt. 

Und hier könnt ihr es bewundern – denn ich habe ein kleines Video gedreht.
Zum ersten Mal. An einem Nachmittag im Dezember in der so schnuckeligen Stadt Marburg. In einer einzigartigen Atmosphäre, welches mir das wunderbare Antiquariat Kretzer dankenswerterweise zur Verfügung gestellt hat.

Womit wir bei meinem ersten Vorsatz wären…

 

Und ihr so?

Das sind sie also, meine guten Vorsätze für das neue Jahr. Und ein erster Anfang deren Umsetzung. Ich hoffe sehr, die Kraft für viele weiteren Anfänge im Jahr zu finden. Und genau die wünsche ich auch euch!

Verratet mir doch: 

Was sind eure „guten Vorsätze“? Woran habt ihr zu knabbern, was sind eure größten Schwächen, unter denen ihr im vergangenen Jahr gelitten habt? Was ist euer größter Wunsch, euer größter Traum für das Jahr 2017?

Ich bin gespannt auf euer Feedback.

Und wünsche euch schon jetzt ein (be-)rauschendes Silvesterfest, den sprichwörtlichen „guten Rutsch“ – und alles Liebe für ein rundum zufriedenes, gesundes Jahr 2017.

Ein neues Jahr, ein neues Glück – schaut nach vorne, nie zurück!