Mediengeschichten neu erzählt: Neue Dauerausstellung im Museum für Kommunikation

Frankfurt am Main, es ist der 14. September.
Ein Blick aus dem Fenster. Der prasselnde Regen verrät: Das war’s dann wohl endgültig mit dem Sommer, der Herbst zeigt sich bereits von seiner ungemütlichsten Seite.

Mein morgendliches Joggen fällt dann jedenfalls ins Wasser. Was also tun an einem verregneten, freien Tag wie diesen? Ich beschließe, das Beste draus zu machen.

Das Beste, das ist in diesem Fall:
Endlich mal wieder ganz ohne Zeitdruck in’s Museum!

Ich gebe zu, bezüglich der hiesigen Museumslandschaft ein rechter Banause zu sein. Da lebe ich schon in einer Stadt mit einer beispiellosen Vielfalt an Museen, doch nur selten und oft widerwillig mache ich Gebrauch von diesem beachtlichen Angebot. Weder nämlich  interessiere ich mich für darstellerische noch für moderne Kunst. Auch mehrere Besuche des naturwissenschaftlichen Senckenberg-Museums warfen mich wahrlich nicht vom Hocker. Und Filme sowie Architektur? Ach, hör‘ doch auf. 

 

Eine neue Chance fürs „MfK“

Das Museum für Kommunikation, kurz MfK, bildete da für mich neben dem großartigen Geldmuseum der Bundesbank schon immer eine große Ausnahme. Es ist eine meiner frühesten Frankfurt-Erinnerung, dieser Schulausflug, damals irgendwann um die Jahrtausendwende. Eine lange Fahrt im Bus, in die weit entfernte und so unfassbar große Stadt. Auch lange vor Whatsapp, Facebook & Co. fand‘ ich das mit der Kommunikation recht spannend. Ich bewunderte das ausgestellte Abteil eines alten Postwagens der Bundesbahn ebenso wie die vielen klickenden Relais einer Vermittlungsanlage der Nachkriegszeit. Kommunikation, das war eben wohl schon immer mein Ding.

Jahre später, mittlerweile (zumindest laut Personalausweis) erwachsen und selbst Frankfurter: Erneut hatte ich das Museum aufgesucht, in freudiger Erwartung und Erinnerung. Nunmehr aber war ich etwas enttäuscht von der Dauerausstellung.
Klar, der Eisenbahnwagen ließ mich immer noch sentimental werden, nach wie vor verfolgte ich beeindruckt die Schaltwege der alten Vermittlungsanlage. Die alten Werbefilme der Bundespost ließen mich von der „guten alten Zeit“ träumen. Die bildgewordene Illusion eines so beschaulichen Nachkriegsdeutschland.

Der Rest der Dauerausstellung dagegen? Eher so: Gähn. 

Zu viel Text, zu statisch, zu wenig Haptik. Ein Museum zum Durchlaufen, zum Zur- Kenntnis-nehmen. Ein Besuch tat mir nicht weh, riss mich aber wahrlich nicht vom Hocker. Altbacken eben, was daran liegen mag, dass das Museum einst als „Bundespostmuseum“ eröffnet und somit einer echten bundesdeutschen Behörde angegliedert war.

Nun las ich aber vor einigen Tagen von einer völlig neu konzipierten Dauerausstellung, die am 10. September eröffnet werden sollte.

Der Regen, er lässt nicht nach. Der Plan, er lautet also: Auf zum „MfK“ !
Eine zweite Chance, das hat es sich wahrlich verdient.
Und ein Tag im Museum, der ist ganz sicher kein verschwendeter Tag.

Mediengeschichte(n) neu erzählt

Das ist der Titel und Versprechung der neuen Dauerausstellung. Als ich völlig durchnässt das Museumsufer erreiche und faire 5 Euro für den Eintritt investiere, bin ich gespannt: Gelingt es dem „MfK“, nun ein zeitgemäßeres Museumserlebnis zu schaffen, gleichermaßen lehrreich wie auch unterhaltsam?

An der Garderobe entledige ich mich zwangsweise Rucksack und Jacke (warum das ausnahmslos in allen Museen so ist, werde ich wohl nie verstehen…), immerhin werde ich dabei nett behandelt. Hab‘ ich ja auch schon ganz anders erlebt.

Ich steige hinab ins Erdgeschoss, und tatsächlich:
Nichts mehr hier erinnert an die frühere Ausstellung. Statt statischer Rundgang zu sein, ist die neue Ausstellung in vier Themen-Inseln gegliedert: An den Feldern „BESCHLEUNIGUNG“, „VERNETZUNG“, „KONTROLLE“ und „TEILHABE“ soll der Besucher Mediengeschichte völlig neu erfahren können.

Diese lockere Aufteilung spricht mich an, denn ich kann nach Herzenslust hin- und herspringen. Allerdings leidet die Übersichtlichkeit ein wenig, ich sollte mich noch oftmals verlaufen und die Orientierung zwischen den lose verteilten Tafeln und Stationen verlieren. Wie schön, dass es auch den Mitarbeiter manchmal nicht besser ergeht, wie ich im netten Gespräch erfahre! Auch sie müssen sich wohl erst einmal einleben.

 

 

Ziehen, Hören, Tatschen, Drehen

Ganz direkt fällt mir auf, dass bei der Neukonzeption der Ausstellung großer Wert auf Interaktivität und Sinneserfahrung gelegt wurde. Überall gibt’s über Muschelhörer was zu hören, viele Schriftstücke befinden sich in Schubladen und wollen durch Herausziehen entdeckt werden.

Am Beispiel der berühmten Chiffriermaschine „ENIGMA“ lässt sich mittels großer Walzen durch trickreiches Drehen eine eigene Botschaft verschlüsseln, viele Monitore mit Touchscreen präsentieren Filme per Fingerdruck.

 

 

 

 

 

 

Drücken kann man indes auch auf eine Taste, mittels der man einen „Shitstorm“ auf Twitter auslösen kann, der mittels Blitzen und wütender Tweets auf dem Bildschirm visualisiert wird. Twitter im Museum – da muss ich ja schon ein wenig schmunzeln.

Schmunzeln muss ich auch, als ich mir im Themenfeld „VERNETZUNG“ die Präsentation des ersten iPhone anschaue. Die hatte ich damals schon im Fernsehen gesehen – ist das wirklich schon so lange her? Ich fühle mich unendlich alt.

Ebenso alt fühle ich mich ebenfalls, als ich eine mit alten Mobiltelefonen gefüllte Mülltonne entdecke.

Ich wühle ein wenig durch die ausrangierten Handies, habe mehrfach Modelle in der Hand, die ich einst selbst ganz stolz besaß.

Indes wage ich mir gar nicht auszumalen, wie unfassbar groß die Müllmenge sein muss, die allein aufgrund all der weltweit nach nur wenigen Jahren entsorgten Handys entstanden ist. Aber hab‘ ich dafür nicht selbst oft genug meinen Beitrag dazu geleistet?

 

Wiedersehen mit Wählanlage

Ich streife weiter munter umher. Einige Exponate kommen mir noch aus der vorherigen Dauerausstellung sehr bekannt vor, so wie all die alten Grammophone, die klobigen Apple-PC’s der späten 1980er oder der pseudofuturistische Wohnzimmerschrank mit integriertem Schwarzweißfernseher.

 

 

 

 

 

 

Vor der alten Schalttafel der Telefonvermittlung sitzt nun eine „Fräulein vom Amt“ aus transparentem Kunststoff. Immerhin ein wenig aufgehübscht hat man also die älteren Exponate!

Groß ist meine Freude, als ich auch die alte Wählanlage wiederentdecke, deren Technik mich bereits als Kind so sehr begeistert hatte.

Klar, dass mir nicht verkneifen kann, auch an meinem heutigen Besuch an der Wählscheibe eines der alten Telefone zu drehen und fasziniert dem elektrischen Vermittlungsvorgang zu folgen!
Mein heißgeliebter Postwagen der Bundesbahn dagegen, der ist verschwunden und musste Raum schaffen für neue Exponate:

Für einen  Lochkartenzähler des „Rassenamt SS“ zum Beispiel.

Einerseits entsetzt mich, dass in diesem Land jemals ein „Rassenamt“ existieren konnte. Gleichermaßen entsetzt bin ich allerdings darüber, dass das US-Unternehmen IBM einst die SS belieferte und sich somit mitschuldig machte. Wieder was gelernt.

Neu hinzugekommen sind allerdings beispielsweise auch die Exponate der Tafel „Schöne neue Welt“. Fahrradhelme mit integrierter Gesundheits-App oder ein Kit zum implantieren von RFID-Chips unter die menschliche Haut sind war Zukunftsmusik, spannen aber gekonnt den Bogen zwischen Schiefertafeln aus der Steinzeit und der Kommunikation der Zukunft.

 

 

Spielerei mit Frust-Faktor

Ganz besonders toll und erwähnenswert finde ich all die Spielereien, die das Museum überall zwischen den Ausstellungsstücken versteckt hat.

Die Besucher können beispielsweise ihre Erinnerungen zu ausgewählten Exponaten in 30-Sekunden-Clips in ein Mikrofon sprechen und diese speichern. Anschließend lassen sich dann an der Rückseite des Mikrofon-Raums die Erinnerungen und Geschichten anderer Museumsbesucher anhören.

Auch ich spreche in das schmucke Mikrofon und gebe meine Erinnerungen an Gameboy, Walkman und Commodore 64 preis. Ziemlich blöde nur, dass sich nach dem Speichern der Rechner aufhängt und nichts mehr funktioniert. Etwas verärgert beschließe ich, mir dann eben die Aufzeichnungen anderer Besucher anzuhören. Ein paar Klicks auf dem Bildschirm, dann das selbe Spiel: Aufgehangen, nichts geht mehr. Ich bin gefrustet.

Zur Aufmunterung verspüre ich dann den Wunsch, mich an einer anderen Station im SMS-Tippen auf dem NOKIA 3210 zu messen.

Das hatte ich schließlich auch mal, doch ich vermute, dass meine Schnelltipp-Skills auf der kleinen Tastatur längst der iPhone-Routine gewichen sind.

Da ich alleine hier bin, verdonnere ich einen der Mitarbeiter des Museums zum Duell. Doch auch hier kommt schnell Frust auf, denn die Tasten auf der 3210-Nachbildung reagieren nicht oder nur verzögert auf meine Eingaben.

Immerhin – der junge Mitarbeiter verspricht, den Fehler entsprechend weiter zu geben.

Ich beschränke mich also aufs Anschauen und Lesen, bis ich dann irgendwann durch bin. Ich schaue noch kurz bei den beiden Wechselausstellungen vorbei, bevor ich aufbreche. Auf einen Besuch im Museums-Café verzichte ich, suche stattdessen das Café Sugar Mama auf, in dem ich diese Zeilen tippe. Im warmen und bestens versorgt mache ich mir Gedanken: Hat sich mein Besuch gelohnt?

 

Neues Konzept mit Schwächen: Mein Fazit

Ganz klar: Das Museum hat seinen Bildungsauftrag erfüllt, mich auch zum Nachdenken gebracht. Das neue Konzept der Themen-Inseln empfinde ich als gelungen, denn es trägt deutlich zu einer Auflockerung der ehemals etwas biederen und statischen Ausstellung bei. Allerdings, das mag ich nicht verschweigen, ist es auch nicht immer einfach, die Orientierung zu behalten.

Interaktiver und moderner ist die Ausstellung geworden, die Idee mit den kleinen Spielereien wie dem Erinnerungs-Aufnahmestudio oder dem NOKIA 3210 – Tippduell ist großartig.

Dass gravierende technische Mängel diese Spielereien allerdings unbenutzbar werden lassen und Frust aufkommen lassen, ist nicht hinnehmbar. Hier muss dringend nachgebessert und Abhilfe geschaffen werden.

Dank zahlreicher Exponate und Filme aus der Neuzeit gelingt es dem Museum allerdings, den versprochenen Brückenschlag der Kommunikationsgeschichte zu vollziehen.

Ich habe meinen Besuch nicht bereut. Zeit um Museum ist niemals verlorene Zeit – und auch, wenn ich mich stellenweise sehr geärgert habe, überwiegen jedoch die neuen Eindrücke und die Freude über das erfrischende Konzept der Ausstellung. 

Habt auch ihr die neue Ausstellung schon besucht?
Wie hat sie euch gefallen? 

Museum für Kommunikation
Schaumankai 53
Dienstag bis Freitag 09.00-18.00
Samstag & Sonntag 11.00-19.00

Auf Sinnes-Tour in Bockenheim

Irgendwie empfinde ich die Tage zwischen den Jahren als tote Tage.
Viele Mitmenschen geben  faul und träge (mitunter auch noch vom schweren Weihnachtsessen), oder sind gleich noch bis ins neue Jahr hinein bei ihren Lieben geblieben. Erholen sich vom Weihnachts-Stress der letzten Wochen.

Auch ein Blick aus dem Fenster motiviert derzeit eher kaum zu einer Fahrradtour, Wanderungen oder einem Picknick am Main.

Um trotzdem nicht in der Bude zu versauern und dem Winter-Blues zu unterliegen, hab‘ ich mich mal ein wenig in den unendlichen Weiten des WWW umgeschau – und wurde prompt fündig:

Seit 21. Dezember gibt’s nämlich die Ausstellung „Tour der Sinne“ im Bockenheimer Mitmach-Museum „EXPERIMINTA“ zu bewundern.

Das Kind von mir fühlt sich seit jeher von Sinnestäuschungen aller Art magisch angezogen, und im „EXPERIMINTA“ war ich auch schon wirklich lange nicht mehr. Könnte sich also lohnen, meine Neugierde ist geweckt!

Und, doppelt schön: Meine liebste Schwester ist ebenso für einen Besuch zu begeistern. Also heißt’s gemeinsam:

 

Auf nach Bockenheim!

Nach langer Zeit also mal mitsamt Schwesterherz das „EXPERIMINTA“ betreten.

Geändert hat sich auf den ersten Blick nicht viel:

Viele Kinder umher, auf vier Stockwerken wirken die einzelnen Ausstellungen etwas wahllos auf die einzelnen Räume verteilt.

Die „Tour der Sinne“ verteilt sich über mehrere Stockwerke, ist aber immerhin thematisch nach den einzelnen Sinnen geordnet. Leider aber auch insgesamt wesentlich kleiner als zunächst gedacht.

 

Im Auge sitzen & Kopf ab

Im Erdgeschoss angefangen, so ist ein Highlight sicher das begehbare Auge, welches die Funktion der Pupillen als Linse und den Aufbau eines Auges veranschaulicht.

Spaßig ist es, mit Bällen auf eine rote Fläche zu werfen, nachdem mittels verrückter-Professor-Brille dem eigenen Sehfeld einen kleinen Rechtsdrall verschafft hat.

Schwesterlein versucht indes, ihre eigenen Sehzellen auf einer weißen Fläche sichtbar zu machen. Dies geschieht mittels Lochkarte – und funktioniert tatsächlich erschreckend gut!

Nebenan kann dann am Kopfhörer simuliert werden, wie sich ein „Diskoschaden“ so auf das eigene Hörvermögen auswirkt. Ich glaube, ich bin ganz froh, offensichtlich für einen solchen noch nicht ausreichend feiern gewesen zu sein, und erfreue glücklicherweise noch den Ohren eines Luchses.

Nun zu den optischen Täuschungen, wegen denen wir insgeheim ja eigentlich hier sind.

Recht witzig ist es, eine Person der Wahl (auf dem Foto bin dies ich) mal visuell zu enthaupten und ihren Kopf appetitlich zu servieren.

 

Meine Schwester nimmt auf dem Sitz eines Stuhles Platz, dessen Lehne und Beine woanders im Raum plaziert sind. Und ich erkenne – durch ein Loch guckend – wie sich dieser zu einem großen – ganzen! – Stuhl zusammenfügt. Nun ja, Physik der sechsten Klasse eben.

Recht creepy dagegen das illuminierte Gesicht eines Pharaos, dessen Blick einen auf Schritt und Tritt zu folgen scheint. Kann man mal ne Weile ansehen.

 

 

Das Resumé

Tja, das war’s dann im Großen und Ganzen leider auch schon. Ein paar spaßige Experimente, wenige „Aha!“-Momente, und dazwischen viel Fußweg. Insgesamt wirkt die Ausstellung leider ein wenig konzeptionslos und ist sicher eher für Schüler denn Erwachsene vorgesehen. Was angesichts der überall herumwuselnden Kinder auch offensichtlich scheint.

Für ein paar Lacher an einem kalten Nachmittag war’s aber okay, auch wenn 9 Euro Eintritt recht happig sind, wie ich finde. Für Frankfurter Familien aber ganz sicher eine tolle Option, um die Kleinen zu bespaßen, wenn es zu ungemütlich für den Spielplatz ist!

Sei es drum, ich hab meine Schwester mal wieder gesehen – das nächste Mal gehts dann aber ganz sicher ins Senckenberg-Museum. Ist ja quasi nebenan. 

 

Von der Pferdebahn zum Stadtbahnnetz: Ein Besuch im Verkehrsmuseum Frankfurt

Es ist der Tag der Deutschen Einheit, als ich erwache und nach einem kurzen Blick aus dem Fenster feststelle: Scheiße, der Herbst hat endgültig Einzug gehalten. Wind und Starkregen machen all meine Pläne zunichte. Gemeinsam mit einem guten Freunde wollte ich zur Feier des Tages endlich einmal Weimar besuchen, was aber angesichts der vorherrschenden Witterung nicht mehr ganz so attraktiv erscheint.

Was also tun an diesem freien Tag? Wie gut, dass ich noch auf meine lange „What to do in Frankfurt“ – Liste zurückgreifen kann. Und schon immer einmal wollte ich das Verkehrsmuseum Frankfurt besuchen, schließlich bin ich selbst durchaus affin zum öffentlichen Personenverkehr – wenn ich auch eher Fan der „großen Eisenbahn“ bin. Das Museum befindet sich im Besitz der VGF, wird ehrenamtlich betrieben und feiert in diesem Jahr bereits sein 30-jähriges Bestehen.

Anfahrt, Öffnungszeiten, Preise

Die Anfahrt gestaltet sich denkbar einfach: Die Tram 12 spuckt uns an der Endhaltestelle „Rheinlandstraße“ aus, an der sich dann auch direkt die zwei Museumshallen befinden.

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Das schöne, alte Empfangsgebäude ist bereits der erste Hingucker und zeugt vom einstigen Dasein der heutigen Straßenbahnhaltestelle als Lokalbahnhof.

Geöffnet ist das Museum leider ausschließlich sonntags zwischen 10.00 und 17.00 Uhr – hey, liegt man da nicht für gewöhnlich verkatert im Bett? Gut, dass an Feiertagen ebenfalls geöffnet ist.

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Der Eintrittspreis ist mit 3 Euro (Studenten zahlen 2) fair kalkuliert.

Und was gibt’s zu sehen?

Der Name lässt leider eine größere Bandbreite vermuten. Die Exponate beschränken sich auf historische Fahrzeuge des innerstädtischen Nahverkehrs, von der „großen Eisenbahn“ ist also nichts zu sehen.

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Dennoch gefällt es mir, die Straßenbahnwagen aus der „guten, alten Zeit“ zu bewundern. Von der Pferde-Bahn bis zur Nachkriegsstraßenbahn wird durch die Ausstellungsstücke hier der Wandel der Frankfurter Straßenbahn hinweg durch die Jahrzehnte berichtet.

Auch Busse sind in der Museumshalle hinterstellt – mein Highlight hierbei ist ein O-Bus aus Offenbach. Schade, dass in der Republik heutzutage lediglich in Solingen noch diese abenteuerlichen Gefährte mit ihren unverkennbaren Teleskop-Stromabnehmern verkehren.

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Für die Technik-versierten Besucher sind diverse Nockenfahrschalter und Fahrmotoren aufegstellt – aufschlussreich, aber für mich als Berufs-Eisenbahner wahrlich nichts Neues.

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Als Straßenbahn-Fahrerin gut verdienen: Diese Zeiten sind wohl längst vorbei.

Auf den oberen Stockwerken der Ausstellungshalle wird es für mich dann interessanter:

F0119310e1f32dd31c8ecb147cd6ebe78174e7c3b62otostrecken zeugen vom Bau der neuen Straßenbahn-Linie 18 hinauf zum Gravensteiner Platz, und die Stelltafel des ersten U-Bahn-Stellwerks macht durchaus Eindruck.

 

 

 

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Nach einem schnellen, günstigen Kaffee haben wir die Gelegenheit, an einer Führung durch die „Fahrzeughalle Ost“ teilzunehmen. Unterwegs bekommen wir die Gelegenheit, eine Weiche von Hand umzustellen – und haben endlich erfahren, warum der Straßenbahnfahrer im Winter gelegentlich mit einem suspekt anmutenden Werkzeug aussteigen und von Hand Weichen umstellen muss.

In der Fahrzeughalle Ost dann wartet dann das Objekt meiner ganz persönlichen Begierde auf mich: Der U1-Triebwagen als Prototyp der Flotte der in den 1960er Jahren gebauten Frankfurter Stadtbahn, heute als „U-Bahn“ bekannt.

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Mein Fazit

Der Name „Verkehrsmuseum“ mag ein wenig hoch gegriffen sein, beschäftigt sich die Ausstellung doch ausschließlich mit dem innerstädtischen (Nah-)verkehr. Dennoch, für 3 Euro gibt’s hier Einiges zu sehen. Wer nicht bereits mit der Marterie vertraut ist, kann einen Eindruck davon gewinnen, wie charmant die innerstädtische Fortbewegung einmal gewesen ist.

Schade dagegen fand ich, dass jegliche Aspekte der stadtplanerischen Geschichte des Frankfurter Nahverkehrs gänzlich unerwähnt bleiben.

Vom Traum der „autofreien“ Stadt, vom langen Kampf um eine U-Bahn, vom jüngsten Ausbau des innerstädtischen Streckennetzes ist kaum etwas zu erfahren. Auch einen Blick in die Zukunft hätte ich mir gewünscht: Denn verbunden mit Ausbau und Wandel unserer Stadt wird sich auch der innerstädtische Nahverkehr entsprechend anpassen müssen.

Sei’s drum, die drei Euro waren es wert. Wer sich ohnehin für den Nahverkehr in Frankfurt interessiert, wird einen Besuch ganz sicher nicht bereuen!