Ein Wohnzimmer für den „CityGhost“ : Über die Ausstellung im HoRsT

Müsste ich eine Liste all der Dinge anlegen, für die ich Frankfurt ganz besonders schätze und liebe, würde der „CityGhost“ ganz sicher einen der vorderen Ränge belegen. „Der City Ghost?“ – solltet ihr, liebe Leser, euch nun diese Frage stellen, dann seid ihr entweder nicht aus Frankfurt oder wandelt mit Scheuklappen durch diese statt… 

Ein Geist erobert Herzen

Im Nachhinein lässt sich wohl gar nicht mehr genau sagen, wann der unförmige Geist zum ersten Mal von den Fassaden Frankfurts Häuser grinste. Heute jedenfalls ziert er längst nicht mehr nur triste Wände, er versteckt sich überall – auf Sandstreubehältern, auf Aufklebern, in Unterführungen und auf Briefkästen.

Der CityGhost, er ist längst zum Markenzeichen unserer Stadt geworden. Wenn ich einen sehe, dann weiß ich, dass ich zu Hause bin. Nicht nur die Frankfurter haben „ihren“ Geist längst ins Herz geschlossen, auch die Stadt duldet die größtenteils illegalen Kunstwerke insofern, als dass sie nicht über Nacht deren Beseitigung anordnet. Wen wundert es da noch, dass der „CityGhost“ längst eine eigene Facebook-Fanpage hat?

 

Urheber unbekannt – sei’s drum!

Dass ein einziger, unbekannter Künstler hinter den mittlerweile unzähligen Geistern im Stadtgebiet steckt, ist unwahrscheinlich anzunehmen. Längst dürften Trittbrettfahrer aufgesprungen sein, und die Straßenzüge um immer wieder neue, bunte Geister bereichern. Einer von ihnen ist „HurdWord“. Ein Künstlername, klar – doch wer will es dem Unbekannten schon verübeln, wenn er sein (leider) illegales Tun hinter einem Decknamen versteckt?

Jenem „HurdWord“ ist es nun zu verdanken, dass der „CityGhost“ ein Wohnzimmer erhält. Wie auch dem HoRsT im Gallusviertel ein Dank gebührt: Dafür, dass es dem Geist zwischen dem 28. August und dem 12. September 2018 ein Wohnzimmer in Form einer Ausstellung gewährt.

 

 

Dieses Wohnzimmer teilt sich unser Liebling, das sei hier nicht unterschlagen, mit Werken von Guido Zimmermann und „Ricofrico Whateverberlin“ aus – wer hätte es gedacht! – der Hauptstadt.

Um letztgenannte Künstler soll es hier nicht gehen (sorry!); ja, es war allein mein Lieblingsgeist, welcher mich an einem schönen Spätsommerabend ins Gallusviertel führte, um der Vernissage des Künstlertrios beizuwohnen. Auf dem Hinweg noch ganz beiläufig dem „BahnBabo“ begegnet: Jawollja, lief bei mir!

Vom Bedürfnis des Geistes, sich zu verstecken

Wer schon einmal das „HoRst“ besucht hat, weiß um die Größe dessen Wände.
Schade, dass die Werke der Ausstellung auf den riesigen Wänden ein wenig verloren wirken. Schade auch, dass der Geist eben auch nur ein Teil der Ausstellung darstellt. Hey, der Kleine hätte eine größere Bühne verdient! Doch, da seien wir mal ehrlich: Wie könnte man es einem kleinen Geist auch je verübeln, dass er sich gerne zu verstecken pflegt? Sehr gefällig auch, dass man den wunderbarsten aller Geister nun auch erwerben kann und die eigenen vier Wände mit ihm verzieren kann.

Lust auf Geisterjagd bekommen? Dann schaut auch ihr doch einmal im sowieso immer und ausschließlich zu empfehlenden HoRst. Für den Ein oder Anderen sind ganz sicher auch die geistfreien (höhö…) Werke der beiden anderer Künstler sehenswert!

Möge unser aller Lieblingsgeist die kommenden Wochen in seinem „Wohnzimmer“ genießen – und mir anschließend weiterhin nicht nur ein Heimatgefühl vermitteln, sondern immer wieder ein Lächeln ins Gesicht zaubern….

Heimat: Ein Gewinnspiel

Meine lieben Leser, 

ich weiß ja nicht, wie es euch ergeht – aber ich ganz persönlich liebe ja Gewinnspiele! Seit mittlerweile über einem Jahr folgt ihr mir beim Leben, Lieben & Untergehen in Frankfurt am Main; Zeit also, euch einmal wieder einen kleinen Gewinn in Aussicht zu stellen!

Und zwar ein Exemplar der DVD „Frankfurt wiederentdeckt“, welche meine helle Begeisterung erweckt und über die ich bereits berichtet hatte.

Was ihr hierfür tun müsst?

Nun, vielleicht ganz einfach – vermutlich dann aber doch wieder nicht so ganz.
Nämlich: Erzählt mir eine kurze Geschichte jenes Momentes, in dem ihr erstmalig gespürt habt, dass Frankfurt am Main zu eurer Heimat geworden ist.

Stellt man mir diese Frage, bin ich zunächst ein wenig ratlos; zu viel ist passiert und geschehen, seitdem ich mich vor fast acht Jahren dazu entschieden habe, hier heimisch werden zu wollen.

Ganz sicher aber bin ich mir, dass es ein unendliches Glück ist, jederzeit durch die mir so vertrauten Straßen meiner Stadt schlendern zu kennen – in der fast sicheren Gewissheit, sowieso irgendjemanden zu treffen, den man kennt, mit dem es sich recht fein ein paar Worte wechseln lässt. Sei es nur auch der Briefträger, ganz egal: Diese Stadt ist längst nicht mehr anonymes Gefüge für mich; mittlerweile freue ich mich auf viele vertraute Gesichter, die mir tags wie nachts begegnen. Diese Gesichter sind es, die in mir ein Gefühl der Heimat erwecken.

Ganz sicher bin ich mir auch, dass ich jedes Mal aufs Neue eine Gänsehaut bekomme, wenn ich vom Lohrberg hinab ins Großstadttal blicke. Doch welches der allererste Moment war, in dem ich hier das wohlige Gefühl der Heimat gespürt habe? Da bin ich mir gar nicht mal so sicher.

Nur gut, dass ich mich nun bequem zurücklehnen und euch diese Frage stellen kann. Bis zum 20. Februar 2018 habt ihr noch Zeit, um mir eure ganz persönliche Heimat-Geschichte zu erzählen – per Kommentar unter diesem Artikel oder bequem bei Facebook. Den glücklichen Gewinner unter euch kürt dann gänzlich unbestechlich das Los.

Ich bin unendlich gespannt auf eure Heimat-Story – und drücke euch schon jetzt alle Daumen fürs Gewinnen!

[Talentfrei musizieren] : Eingeplackt

Frankfurt und ich, das war eine Liebe auf den zweiten Blick. Es dauerte seine Zeit, bis ich mich auf die Stadt einlassen konnte – und irgendwann dann doch zwischen Großstadt-Dreck, Hektik und Betonfassaden meine Heimat gefunden habe.

Auch heute noch bin ich Frankfurts Charme vollends erlegen, auch heute noch bekomme ich Gänsehaut, wenn sich die Lichter der Skyline nachts im schwarzen Main spiegeln…

Ich bin froh, dass ich heutzutage das bin, was man hier „eingeplackt“ nennt.

Wär‘ ja ganz nett, ein Lied über meine Liebe auf den zweiten Blick zu schreiben, dachte ich mir. Okay, ich kann weder singen noch verfüge ich über musikalisches Talent.

„Oh nein, hat er etwa schon wieder…?“

Falls ihr euch das gerade denkt, liegt ihr goldrichtig! Er hat.

Haltet euch rechtzeitig die Ohren zu und macht euch auf schiefe Töne gefasst!

Hier ist es, mein neues Werk fragwürdiger Qualität: „Eingeplackt“ !