Lesestoff für Schobbe-Freunde: „Süß, Sauer, Pur“.

Brrrr, das ging schnell. Nachdem ich mich gedanklich immer noch im Sommer befinde (oder zumindest in der Hitze Kaliforniens, die ich noch vor zwei Wochen genießen durfte), hat mich der Frankfurter November wieder knallhart auf den Boden der meteorologischen Tatsachen geschleudert. 

Ich versuche, das Beste daraus zu machen, indem ich mein Bücherregal weiter fülle. Meinen Horizont zu erweitern, wie man so schön sagt.

Dabei bin ich auf ein feines Büchlein gestoßen, welches mein unmittelbares Interesse umgehend erwecken konnte (warum nur?) :

Süß, sauer, pur. 

Klar, als Verfechter und Liebhaber des für nicht-Hessische ungenießbare Obstweines und Kind einer Familie, welche bereits seit Generationen alljährlich brav ihre Apfelernte bei der örtlichen Kelterei einliefert, liegt bei mir quasi ein naturgegebenes Interesse am „Stöffche“ vor.

Dieses lässt sich sich mit dem Buch „Süß, sauer, pur“ – jüngst erschienen im Oktober 2016 im Henrich-Verlag – ganz hervorragend erweitern.

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Also: Standesgemäß und stilecht ab in die Wirtschaft, sich mitsamt dieser Lektüre breitmachen und ’nen „Schobbe“ bestellen – oder ganz einfach den einsetzenden Schneeregen sein Dasein lassen und sich in die heimische Badewanne verkrümeln! 


Worum geht’s?

Primär natürlich um unser „Nationalgetränk“, den Apfelwein. Klar, an diesbezüglicher Fachliteratur herrschte auch bislang kein Mangel. Warum also solltet ihr euch dieses Buch zulegen?

Zum Ersten: 
Es ist wahrlich schön anzusehen. Mit dem Preis von 16 Euronen zwar nicht wirklich günstig, dafür im hochwertigen Druck gefertigt und mit zahlreichen brillanten Bildern garniert.

Zum Zweiten:
Es ist ehrlich. Keine Glorifizierung, keine trockene Analyse eines hierzulande beliebten, alkoholischen Getränkes.

Vielmehr schildern gleich 12 Frankfurter Autoren in 22 Kurzgeschichten ihre ganz eigenen Erfahrungen und Erlebnisse rund ums „Stöffche“.

Schnöde Auflistungen und Bewertungen sucht der Leser darin vergeblich, genauso wie schöngemalte Geschichten aus den einschlägigen Frankfurter Lokalen.

Dafür aber, zum Dritten:
Ein Sammelsurium von stolzen 22 ganz ehrlichen Berichten rund um Geschichte, Tradition und persönlicher Erlebnisse rund um das flüssige Gold.

Außerdem erfährt der Leser, warum er niemals Süßgespritzten bestellen sollte, dass es in Frankfurt nur lediglich drei Wirtschaften gibt, die ihren Apfelwein noch selbst keltern. Warum Sauerkraut zum Apfelwein – den man niemals als Äppler bezeichnen sollte! – zwar gut schmeckt, aber mit Vorsicht zu genießen ist. Und dass Frankfurter Apfelweinwirtschaften zwar kein Ort von Gemütlichkeit oder gar Freundlichkeit, dafür aber von absoluter Ehrlichkeit und Offenheit sind.

Mein Fazit

Kauft euch dieses Buch! Egal ob Apfelwein-Neuling oder Kenner, egal ob frisch zugezogen oder alteingesessen. Es ist kurzweilig und lässt sich ganz hervorragend beim Gerippten oder in der der heimischen, warmen Wohnung genießen. Hinterher macht’s außerdem auch im Bücherschrank was her und ist dank der zahlreichen Bilder äußerst schön anzusehen.

Von Seckbach bis Sachsenhausen wird sehr kurzweilig vom auswärtigen Genießen wie von der Selbstherstellung (vielleicht seid ihr ja auf der Suche nach einem neuen Hobby?) eingehend wie unterhaltsam berichtet. Prädikat:

Kaufen (notfalls auch bei Amazon), gemütlich machen, einschenken und lesen! Sofort!

 

 

Neuer Lesestoff: Von Bankgeheimnissen und gleich 66 Lieblingsplätzen.

Chapeau!

Nachdem ich den ersten Teil meiner Bilderserie „36 Lieblingsorte“ veröffentlicht hatte, bekam ich eine unerwartete Zuschrift von Ralf Thee. Der waschechte Frankfurter bekundete mir seinen Gefallen an meinen Bildern und meiner Idee – und wies mich darauf hin, dass auch er bereits 2012 diese Idee hatte. Wenn auch in etwas anderer Form: Ein ganzes Buch, mit stolzen 66 statt „nur“ 36 Lieblingsorten. 66 mitunter versteckte Plätze unserer Stadt, welche jeweils mit einem schmucken Bild und einem begleitenden Text vorgestellt werden. Letztere stammen von seinem Freund Bernd Köstering. 

Klar, dass ich mir das Werk umgehend zugelegt habe.

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Zeit für neuen Lesestoff!

Das Buch habe ich als neugieriger Stadtentdecker quasi in „einem Rutsch“ verschlungen. Fast ein wenig ironisch, dass die beiden Autoren nicht nur 4 Jahre vor mir die quasi selbe Idee hatten – nein, auch zahlreiche deren Lieblingsplätze decken sich mit meinen ganz persönlichen Lieblingsorten.

Besonders schön auch die Bilder, für die der Autor manch erstaunlichen Aufnahmepunkt wählte: Wer hätte schon gedacht, wie wunderschön unser Eschenheimer Turm vom Treppenhaus des benachbarten Fleming’s-Hotel aus anmutet?

Lesenswert auch die Begleittexte, welche das Wissen um Geschichte und Gegenwart unserer Heimatstadt auf interessante Art erweitern.

Und, wer hätte es gedacht: Auch sind Orte erwähnt, deren Existenz auch mir bislang nicht bekannt war, und die ich nun unbedingt entdecken möchte – wie zum Beispiel ein Wasserschloss im Frankfurter Westend.

Mein Fazit

Das Buch ist nicht nur für „Eingeplackte“ eine tolle Möglichkeit, die schönsten Flecken Frankfurts zu entdecken. Nein, auch Alteingesessene wie Etablierte finden darin eine unterhaltsame Streiftour durch die Stadt. Schön, dass neben all den doch eher bekannten wie touristischen Sehenswürdigkeiten auch ganz unscheinbare Orte Erwähnung finden.

Das Buch macht neugierig, schafft Bewusstsein für die Vielfalt der Stadt – und ist allein aufgrund der Bilder durchaus lesens- und betrachtenswert. Auch die Idee mit den 11 „Bankgeheimnissen“ gefällt mir außerordentlich gut – was es mit ihnen auf sich hat, findet ihr am besten selbst heraus.

Wessen Interesse nun geweckt ist, der begebe sich umgehend zur nächsten Buchhandlung seines Vertrauens (support your Locals, ihr wisst schon). Die Faulen unter euch können aber auch gern ihren Beitrag zur Vernichtung des heimischen Einzelhandels leisten und das Werk hier bestellen:

https://www.amazon.de/B%C3%A4nken-Banken-Frankfurt-Main-Lieblingspl%C3%A4tze/dp/3839213622

Viel Freude beim Lesen und Entdecken!