Spuk und Schaudern im Sendesaal: Zu Gast bei der Vorab-Premiere des neuen Frankfurter „TATORT“

Als Fan betrachte ich das TATORT-Schauen zum Sonntagabend als meine allererste Bürgerpflicht. Erst recht natürlich (da bin ich ganz Lokalpatriot!), wenn der hessische Rundfunk seine Kommissare auf Verbrecherjagd durch meine Heimatstadt schickt.

Blöde nur, wenn ich meiner Bürgerpflicht aufgrund dienstlicher Verpflichtungen nicht nachkommen kann.

So auch leider Gottes am Abend des 29. Oktober, wenn Kommissar Brix mit seiner Kollegin in ihrem nunmehr sechsten Fall „Fürchte dich!“ Schurken und Ganoven das Handwerk legen.

Danke, Amor!

Amor scheint‘s nicht gut mit mir zu meinen. Jedenfalls drohen in der Liebe nun zwar Pleiten, Pech & Pannen, allerdings habe ich dem Sprichworte gemäß habe eine ordentliche Portion Glück serviert bekommen!

Glück in Form von zwei Karten für die Vorab-Premiere des neuen Frankfurter „TATORT“ im Sendesaal des hessischen Rundfunks, um genau zu sein. Dass ich meine Teilnahme am Gewinnspiel der Frankfurter Rundschau längst vergessen hatte, schmälerte meine Freude über meinen Gewinn natürlich keineswegs!

Die Premiere bereits 10 Tage vor der Erstausstrahlung findet im imposanten Sendesaal des HR statt und ist neben glücklichen Gewinnern wie mir den  Mitarbeitern des HR, der Produktionsabteilung sowie den Schauspielern vorbehalten.

A propos Schauspieler:

Ob die wohl in echt auch so aussehen wie im Fernsehen?

Diese Frage stelle ich mir, während ich mitsamt bezaubernder Begleitung das Foyer des Hessischen Rundfunks im Dornbusch betrete. Dass hinter meinen beiden Lieblings-Ermittlern letztlich Schauspieler stecken, vergesse ich nämlich geflissentlich.

Meine Frage ist schnell beantwortet, nachdem wir unsere Plätze im riesigen Sendesaal eingenommen haben: Obwohl zahlreiche Sitzreihen entfernt, entdecke ich die feuerrote Haarpracht von Zazie de Paris, die Kommissar Brix‘ alte Schulfreundin und Mitbewohnerin Fanny spielt.

Auch Wolfram Koch aka Kommissar Brix entdecke ich einige Reihen vor mir – jawoll, schaut ganz aus wie im TV! Seine Kollegin Margarita Broich indes ist leider wegen Dreharbeiten verhindert. Schade, aber sei‘s drum – ich freu‘ mich, hier zu sein! Soll doch Deutschland erst in 10 Tagen in den Genuss des neuen Streifens kommen, ich schau‘ ihn heute schon – und kann dann am 29. Oktober entspannt meinen Dienst verrichten…

 

Creepy, verstörend & Banane: Ist das hier noch ein TATORT?

Ja, und dann geht’s auch schon los – das Licht geht aus, das legendäre Intro flimmert über die große Leinwand über unseren Köpfen.

Über die nun folgenden 90 Minuten könnte ich jetzt eine Menge schreiben, mach ich aber besser nicht. Will euch ja die Vorfreude nicht verderben!

Nur soviel vorab:
Dies ist der definitiv ANDERSTE „TATORT“ aller Zeiten!

Ein astreiner Horror- statt Kriminalfilm, eine vollkommen absurde Handlung mitsamt einer Vielzahl übernatürlicher Elemente und Schockmomenten. Und dennoch habe ich mich keine Sekunde lang gelangweilt, habe bis zum Ende gespannt und oft ungläubig auf die Leinwand gestarrt. Großartige Leistungen der Schauspieler, technisch und atmosphärisch perfekte Bilder – WOW!

Das Publikum teilt meine Begeisterung und rastet unmittelbar nach dem Abspann denn auch gepflegt aus.

Nachdem sich die Nerven wieder beruhigt haben ist noch Zeit genug, um Autogramme der Schauspieler abzustauben und einen kleinen Plausch zu halten.

Zum Abschluss übe ich gemeinsam mit meiner Begleitung schon einmal unsere Rolle als das neue Ermittler-Duo des HR-TATORT ab… äh, sagen wir mal 2031.

Wie gesagt: Wir üben noch.

 

Einschalten !!!

Freunde, dieser TATORT ist ein Muss! Diesen verrückt-abgedrehten-paranormalen Wahnsinn dürft ihr euch nicht entgehen lassen. Wenn ihr bereits einen kleinen Vorgeschmack auf all das spooky Geschehen, das euch zur Erstausstrahlung am Abend des 29. Oktober erwarten wird, erhalten wollt – dann empfehle ich einen Blick in den offiziellen Trailer:

Von mir gibt‘s zum Abschluss noch ein fettes Kompliment an den Hessischen Rundfunk für den bewiesenen Mut und eine derartige Experimentierfreude!

Diese 90 Minuten waren ein Genuss, der nun erstmal sacken muss. Wahnsinn!

 

TATORT Frankfurt: Euer Plan für Sonntagabend!

Ich persönlich hasse ja Sonntage. Sonntage sind tote Tage, an dem die Stadt schläft, sich erholt von sechs Wochentagen des „Zuviel“. Ein Spaziergang über eine menschenleere Zeil, eine Fahrt in einer gänzlich leeren U-Bahn genügen, um erste Anzeichen einer depressiven Verstimmung zu verursachen. Und Dank nicht vorhandener Empfänglichkeit für Überirdisches ist auch ein Besuch des sonntäglichen Gottesdienstes wahrlich keine Alternative für mich. 

 

 

Eines meiner liebsten Rituale

 

Ein echter Lichtblick dagegen ereignet sich dann abends um 20.15 im „Ersten Deutschen Fernsehen“, wenn der „TATORT“ wieder die halbe Bundesrepublik zur Fernbedienung greifen lässt. Klar, den „Tatort“ zu schauen kann man lieben – oder auch als spießig empfinden.

Ich selbst habe mich für Ersteres entschieden. Ein liebgewordenes Ritual, das ich hege und pflege, wann immer es mein Dienstplan auch zulässt.

Klar, dass für mich vor allem der Frankfurter TATORT einen echten Pflicht-Termin in meinem Kalender darstellt.

 

Am kommenden Sonntag, den 18. Dezember ist es wieder soweit:

Pünktlich ab 20.15 Uhr schickt der Hessische Rundfunk wieder seine Ermittler Anna Janneke und Paul Brix in der Folge „Wendehammer“ auf Verbrecherjagd am Main. Ich freu‘ mich schon jetzt tierisch darauf – nicht zuletzt, weil Brix ’ne echt coole Sau ist.

Was gibt es schließlich Schöneres, bei vielen der Szenen festzustellen:
„Hey, da saß ich doch letzte Woche auch noch!“ 

 

Um die Vorfreude noch zu steigern, hat der Hessische Rundfunk eigens einen Vorschau-Trailer auf die neue Folge „Wendehammer“ veröffentlicht: 

 

Auch ihr solltet euch also dringend ein dickes Kreuz im Kalender machen.
Und weil alleine gucken öde ist, hier noch ein paar Tipps für euch:

 

Rudelgucken:

TATORT – Public Viewing in Frankfurt

Seit einiger Zeit haben diverse Kneipen erkannt, dass der gemeine Zuschauer auch gern gemeinsam auf kollektive Verbrecherjagd geht. In Folge dessen wird ein „Public Viewing“ angeboten, bei dem gemeinsam „TATORT“ geschaut werden und im anschließenden Gespräch hochgelobt oder verrissen werden kann.

Meine liebsten Locations für das Rudelgucken hier im schnellen Überblick für euch: 

 

„Zum Tannenbaum“, Bockenheim

Beim wohl besten aller Apfelweine lässt sich’s sowieso immer gut aushalten, Sonntagabends umso mehr: Dann ist die Kneipe in Frankfurt stets gut gefüllt, und zwischen Flipperautomat sitzt gespannt das Publikum und verfolgt das kriminelle Geschehen auf Leinwand. Und auch nach Sendeschluss wird gern noch einmal auf das Ein oder Andere Mispelchen geblieben.

 

„New Backstage“, Nordend

Im New Backstage regieren laut Eigenwerbung vorrangig Schnitzel & Rock ’n‘ Roll. Nicht jedoch Sonntag abends, wenn zwei große Leinwände für ein immer wieder unterhaltsames, gemeinschaftliches TATORT-Erlebnis sorgen.

Es gibt Raucher- wie Nichtraucherbereich, nettes Personal sowie eine Straßenbahn-Haltestelle direkt vor der Haustür. Und natürlich ordentliche Schnitzel für all die Hobby-Ermittler, die noch der abendliche Hunger überkommt.

 

„Alte Liebe“, Sachsenhausen

Auch am Frankfurter Lokalbahnhof gibt’s Krimi-Spannung:
Die „alte Liebe“ überzeugt mich mit ihrer so liebevollen Einrichtung, welches kein heimisches Wohnzimmer dieser Welt je toppen könnte.

Bier gibt’s vom Fass, Plätze meist zu wenige – doch wenn man einen ergattert, kann man mit etwas Glück auf gut gepolstertem Platz versinken und sich ganz dem Geschehen auf der Leinwand hingehen. Und heimgehen will man dann nach dem Abspann irgendwie auch noch nicht.


Auch schon gespannt?

Seid ihr auch schon gespannt auf „unseren“ nächsten TATORT?
Dann schaut am Sonntag doch einmal im Kollektiv. Macht gleich doppelt Freude!

Mich persönlich werdet ihr übrigens im „Tannenbaum“ antreffen. Und ich freue mich bereits jetzt auf das nächste Abenteuer meiner liebsten Ermittler und anschließende gemeinsame Diskussion mit all den anderen TATORT-Freunden.