Adé, Anonymität? Von einer neuen Sehnsucht nach der Nachbarschaft

Ach, was war das doch früher schlimm auf dem Dorf, in dem wir groß geworden sind! Ein jeder der zweitausendeinhundertachtzehn Einwohner kannte, grüßte und beobachtete sich. Uns natürlich eingeschlossen, sodass wir stets fürchten mussten, Teil des berüchtigten Dorfklatsches zu werden.

Wer ist neulich noch nach Mitternacht über hinuntergeklappte Bürgersteige marschiert, wer hat den sonntäglichen Gottesdienst versäumt, wer hat beim Fest der freiwilligen Feuerwehr nach dem zwölften Bier ein gar unflätiges Lied angestimmt? Wer hat mit der Pfarrerstochter techtelmechtelt, wer gar die Mülltonne abweichend vom amtlichen Müllkalender vor den Vorgarten gestellt? Und überhaupt, war dessen Rasen überhaupt akkurat gemäht – oder drohten Anzeichen der Verwahrlosung und somit neuer Stoff für Klatsch in der Schlange des einzigen Supermarkts im Dorf?

Ja, es hatte seine Gründe, warum wir alle irgendwann – ob zu Beginn des Studiums, oder zum Zeitpunkt des ersten Gehalteingangs – die Flucht in die Großstadt angetreten sind.

Wir alle haben uns danach gesehnt, in jener Anonymität zu versinken, die ein Großstadtleben verspricht. Gesehnt nach dem “Endlich-tun-und-lassen-was-ich-will”, nach unserer ganz persönlichen Freiheit.

Auch ich selbst bin diesem Reiz erlegen, sehnte mich danach, nurmehr Einer von Vielen zu sein. Unbeobachtet mein Ding machen zu können, was auch immer das auch sein sollte. So wie der Großteil meiner Generation, Stichwort: Landflucht.

Die Nachbarschaft? Das sind die, denen wir allenfalls höflich zunicken, wenn wir ihnen im Fahrstuhl begegnen. Das sind allenfalls diejenigen, die unsere Pakete entgegennehmen, während wir Überstunden schieben, um uns unsere Einzimmerwohnung im Szene-Viertel überhaupt noch leisten zu können.

Auch zwischen meiner eigenen Nachbarschaft und mir waren über Jahre hinweg die flüchtigen Begegnungen im Treppenhaus die einzigen Berührungspunkte. Die laute Musik von oben, das Schlangestehen am Müllcontainer. Das in meinem Flur herumstehende Paket, das die Dame aus dem Hinterhaus doch längst abgeholt haben sollte. Meine Nachbarschaft und ich, das war ein bloßes Zurkenntnisnehmen.

 

Doch irgendwas hat sich verändert.

Vielleicht an diesem Nachmittag im Sommer, an dem ich – wie immer ein wenig spät dran – das Treppenhaus hinunter schoss, den Müllsack in der Hand. Und um ein Haar sie gekracht wäre, in die Frau aus “dem Zweiten”, die zusammengekauert auf einer Stufe saß.

Sie fasste sich an ihre Brust und atmete tief. War alles in Ordnung mit ihr? Offensichtlich nicht. “Können Sie kurz bei mir bleiben?”, fragte sich mich. “Mir ist gerade ganz komisch, ich habe Herzrasen und mir ist schwindelig”. Ich beugte mich zu ihr hinunter und kam in die Bredouille. Ich musste zum Dienst, und zwar pronto. Aber konnte ich deswegen ihr Hilfegesuch ignorieren, mit Scheuklappen von dannen ziehen? Keinesfalls.

Ich beruhigte sie, bevor ich ihr erklärte, dass ich es gerade ein wenig eilig habe. Ich bot ihr an, bei einem der Nachbarn zu klingeln. “Aber ich kenne doch niemanden hier im Haus…”, sagte sie skeptisch. “Tja”, dachte ich mir insgeheim, “ich auch nicht”.

Letztlich blieb ich bei ihr, bis es ihr besser ging. Ich rang ihr das Versprechen ab, den Krankenwagen zu rufen, sollte ihr Schwindel zurückkehren. Drückte ihre Hand und murmelte “Alles liebe!”, bevor ich sie alleine ließ. Zum Dienst kam ich natürlich zu spät.

Noch auf dem Weg zur Arbeit kam ich ins Grübeln:
Ist es nicht traurig, nicht den Hauch einer Ahnung zu haben, wer all die Menschen überhaupt sind, mit denen man sich immerhin den eigenen Lebensraum teilt? Keine Ahnung von den Geschichten zu haben, die sie zu erzählen hätten? Ja, nicht einmal zu wissen, wen man überhaupt um Hilfe bitten sollte, wenn man in Not steckt? Oder sich auch nur gerne eine Leiter borgen würde?

Welchen Stellenwert hat “Nachbarschaft” heutzutage überhaupt noch? Und wie viel Potential liegt ungenutzt in ihr brach? Nach reiflicher Überlegung bin ich mir sicher: Nachbarschaft kann mehr als Klatsch & Tratsch.

 

Wenn ich mit offenen Augen durch mein Viertel spaziere, dann stelle ich fest:
Mit dieser Überlegung scheine ich nicht alleine.

Bunte Zettel laden ein zum Sommerfest mit “Grillparty & Cocktails für die Nachbarn oder zum spontanen Nachbarschafts-Konzert. Ein Blick auf den allabendlich gut besuchten Matthias-Beltz-Platz bezeugt: Auch Abhängen an Trinkhallen scheint wieder en vogue. Statt nach Feierabend mit Kollegen in Szene-Bars zu posen, trifft man sich mit den Nachbarn auf ein Bier am Büdchen. Dort hinterlegt man ausrangierte Bücher, vielleicht freut sich ja ein Nachbar drüber. Und wenn zu Hause mehr ausgerümpelt wird als Bücher, wird eben kurzerhand ein Hof-Flohmarkt veranstaltet. Das Viertel gibt, das Viertel nimmt. 

Auch im virtuellen Lebensraum scheint die Nachbarschaft wieder auf dem Vormarsch: Auf Facebook blühen Gruppen wie “Frankfurter Nachbarschaftshilfe”, Plattformen wie “nebenan.de” sind soziale Netzwerke allein für Nutzer einer räumlich definierten Nachbarschaft. Auch Apps wie “nachbarschaft.net” versprechen unkomplizierte Vernetzung und dem Nutzer schnelle Abhilfe, wenn er mal schnell ‘ne Bohrmaschine oder einen Hundesitter braucht.

Dabei haben erwähnte Plattformen haben längst den Sprung aus dem Internet heraus auf die Türschwelle der Menschen gewagt; zumindest in Form von breit gestreuter Werbung. So zog ich neulich neugierig einen kleinen Umschlag aus meinem Briefkasten – adressiert an “unsere liebe Nachbarschaft”, ergänzt um meine Anschrift. Den Umschlag aufgerissen, hielt ich ein nettes, kleines Kärtchen in den Händen – welches sich dann schnell als Werbung für die Plattform “nextdoor.de” entpuppte. Nun kann man über Postwurfsendungen geteilter Meinung sein: Doch dieser kleine Brief ist allemal Beleg dafür, dass hier nicht nur ein Bedürfnis entstanden ist, dass es zu stillen gilt – sondern mit dem gar ‘ne Menge Geld zu machen scheint.

Aus Neugierde hatte ich mich angemeldet und einmal umgeschaut in meiner virtuellen Nachbarschaft, die mir in echt so fremd ist. “Babysitter im Nordend gesucht”, lese ich da. “Dringend benötigt: Starker Mann mit Bohrmaschine”. Kaum zu glauben, dass es für solcherlei Belange heutzutage kommerzielle Online-Plattformen benötigt. “Auf eine schöne, lebendige Nachbarschaft in Frankfurt am Main” scheint jedenfalls nicht nur Werbe-Slogan , sondern gleichfalls Wunsch des urbanen Menschen.

Täusche ich mich also, oder ist da irgendwo in den Tiefen des Großstadtdschungels eine neue Sehnsucht nach dem Miteinander gewachsen? Erlebt die Nachbarschaft eine Renaissance? Eine Nachbarschaft,in der man einander kennt, sich mehr zu sagen hat als “Guten Morgen!” und “Entschuldigen Sie die Störung, aber Sie haben doch ein Paket für mich” ?

 

“Das Label der Urbanität ist hip geworden” 

All diese Fragen möchte ich gern jemandem stellen, der sich damit auskennt.
Und wer sollte das schon besser als Doreen*? Die 27-jährige Frankfurterin hat urbane Kultur, Gesellschaft und Raum studiert und sich bereits in ihrer Master-Arbeit mit dem Thema “Nachbarschaft” befasst. Heute arbeitet sie in einem städtischen Projekt, welches die Aufwertung von Wohn- und Lebenssituation sowie die Stärkung des sozialen Zusammenhangs in ausgewählten Stadtgebieten zum Ziel hat.

Ich treffe Doreen am Luisenplatz im Frankfurter Nordend. Es ist ein lauer Spätsommerabend, der Platz noch gut gefüllt: Anwohner haben es sich gemütlich gemacht auf den Bänken und Stühlen, genießen die letzten Sonnenstrahlen mit Buch in der Hand oder kaltem Bier und Gesprächen. Und durchaus passender Ort also für die Fragen, die ich ihr stellen mag.

Gude, Doreen
Wir sitzen hier mitten im Nordend, dem urbanen Hotspot einer Stadt, die sich selbst auch gern mal eine Metropole schimpft. Welche Bedeutung hat “Nachbarschaft” überhaupt im großstädtischen Miteinander – insbesondere im Vergleich zu ländlichen Wohngebieten?

Nachbarschaft und Großstadt, das mag auf den ersten Blick nicht zusammenpassen – kein Wunder, schließlich leben oftmals in einer einzigen Straße mehr Menschen als in einem gesamten Dorf, die obendrein noch seltener in Kontakt stehen. Eine Stadt ist geprägt durch Menschen mit sehr unterschiedlichen Lebensstilen, von verschiedenen Kulturen und Kontoständen. Wo unterschiedliche Interessen aufeinander prallen da erscheint ein Miteinander zunächst nachrangig. Der urbane Raum hält eine Vielzahl von Angeboten wie Parties, Bildungsmöglichkeiten und Gesundheitsversorgung bereit. Da liegt der Gedanke nahe, eine Nachbarschaft dort sei überflüssig. Auf dem Lande besteht einfach auch eine grundsätzliche Notwendigkeit, sich zusammen zu schließen – ohne Dorffeste und Vereinsleben wäre da nämlich tote Hose!

Trotzdem rentiert sich eine gute Nachbarschaft auch innerhalb einer Großstadt. Vor allem dann, wenn Menschen selbst nicht über ausreichend Mittel verfügen, um an all den Angeboten teilzunehmen. Ich denke hierbei nicht nur an den Geldbeutel, sondern auch an den entsprechenden Gesundheitszustand oder Lebensumstand. Auch hier lohnen sich Symbiosen: Wenn die älte Nachbarin hin und wieder unentgeltlich auf das Kind ihrer anderen Nachbarin aufpasst, und diese dafür für sie einkaufen geht – dann profitieren beide Nachbarn. Noch wichtiger ist eine solche gegenseitige Unterstützung, wenn Familien weit entfernt leben. Und dies ist in Städten dann doch weit häufiger der Fall…

Das klingt für mich plausibel! Doch hast du gerade viel von hilfsbedürftigen Menschen gesprochen. Welchen Stellenwert hat denn eine funktionierende Nachbarschaft überhaupt noch für junge Menschen, die ein sehr eigenständiges Leben führen können? 

Ich kann nicht sagen, ob man man das allgemeingültig sagen kann – nur, weil wir eben die “Generation Smartphone” sind. Der Stellenwert der Nachbarschaft für den Einzelnen einfach viel mit der derzeitigen individuellen Lebenssituation zu tun.

Mehr und mehr mache ich die Beobachtung, dass Veranstaltungen wie Flohmärkte oder Grillfeste ganz explizit als “nachbarschaftlich” gestaltet und beworben werden. Existiert vielleicht so etwas wie eine neue Sehnsucht nach der Nachbarschaft? 

Mir persönlich fällt momentan vor allem eine Hochkonjunktur des Begriffs “urban” auf. Die Werbebranche scheint ihn als Synonym für Lebendigkeit, Vielfalt und Modernität schlechthin für sich entdeckt zu haben. Angefangen vom Lifestyle-Magazinen wie “Prinz: Das Magazin für urbane Lebenskultur” bis hin zu Automobilherstellern wie Nissan, die eines ihrer Fahrzeugmodelle beispielsweise mit dem Slogan “Nissan Micra: Das Stadtauto, das Konventionen bricht”.

Es ist in, Produkte mit dem Label der Urbanität zu versehen. Doch so hip der Begriff momentan auch sein mag, für viele Menschen ist er gleichzusetzen mit Anonymität und Einsamkeit. Ja, wir wissen diese Anonymität zu schätzen – und trotzdem scheint eine Sehnsucht nach dem nachbarschaftlichen Miteinander in den Köpfen zu existieren. Davon profitieren zur Zeit sogar ganze Online-Plattformen!
Sie erheben diese Sehnsucht zum Geschäftsmodell. Da wundert es kaum, dass in diesem Jahr erstmals ein “Deutscher Nachbarschaftspreis” verliehen wurde. Klingt erstmal nach einer tollen Sache – ist im Endeffekt aber lediglich eine Werbemaßnahme für die Plattform “nebenan.de”.

Das wusste ich selbst noch gar nicht! Wünschenswert, dass die Community solcher Plattformen tatsächlich von ihnen profitieren kann. Ich selbst habe bislang nie eine ausprobiert. Doch lass’ uns mal kurz zu dir kommen: Wie viel Wert legst du ganz persönlich auf deine eigene Nachbarschaft? 

Ich selbst bin für mein Studium aus der tiefsten süddeutschen Pampa nach Frankfurt gezogen. Klar, die Anonymität der Großstadt habe ich erst einmal ausgiebig genossen. Doch schnell habe ich gemerkt: Es fällt schwierig, sich “zu Hause” zu fühlen, wenn man Tür an Tür mit Unbekannten lebt. Wir Großstädter sind Meister darin, Unangenehmes auszublenden und uns auf uns selbst zu fokussieren. Doch macht ein solcher Tunnelblick wirklich glücklich? 

Ich beispielsweise habe mir angewöhnt, konsequent alle Ladenbesitzer und bekannten Gesichter anzulächeln. Seitdem fühle mich gleich viel wohler in meinem “Kiez”! Natürlich aber ist Lächeln kein Patentrezept für gute Nachbarschaft. Als ich mich nämlich mit meinem Nachbarn verkracht hatte, weil er gern mal ein wenig laut war – da half dann auch kein Lächeln mehr…

Zusammenfassend kann ich aber sagen: 
Wer denkt, keinen Wert auf die Nachbarschaft legen zu müssen – der sollte mal bei 7% im Handy-Akku seinen Haustürschlüssel verlieren. Das kann ein echter Augenöffner sein! (lacht) 

Danke dir für das Gespräch, Doreen! Ich sag’ dann mal: Auf gute Nachbarschaft! 


… und was ist nun mit MEINER Nachbarschaft?

Ja, auch ich merke, wie ich mich nach einer guten Nachbarschaft sehne. Wie oft wäre es schön, nach einem langen Arbeitstag noch ganz gemütlich auf einen Plausch beim Lieblings-Nachbarn vorbeischauen zu können, statt sich noch einmal auf den Weg in die Stadt zu machen, um Freunde zu treffen?

Auch die Weihnachtszeit steht mittlerweile vor der Tür. Ist denn ein vom und für den “Kiez” veranstalteter Weihnachtsmarkt nicht gleich um Welten besinnlicher als ein eiliges Schieben und Drängeln vor der Glühweinbude am Römerberg?

Ich muss Doreen recht geben. Auch ich wünsche mir Nachbarschaft als eine wertvolle Symbiose, ein Geben und auch Nehmen.

Ich bin gern bereit, zu geben – weit mehr als nur meine Steckdose, wenn des Nachbarn Handy-Akku leer ist. Ja, ich wünsche mir ein wenig mehr Beschaulichkeit und Vertrautheit im oft so anonymen großstädtischen Gefüge.

 

 

Und damit scheine ich nicht alleine. Nachbarschaft hat Zukunft – da bin ich mir ganz sicher… 

 

Nun seid ihr GEFRAGT:
Welchen Stellenwert hat “Nachbarschaft” für euch? Ignorieren, nett im Flur grüßen – oder ist da doch ein wenig mehr? Welche Erfahrungen habt ihr machen können? Ich bin gespannt auf eure Geschichten aus der Nachbarschaft!

*Name vom Verfasser geändert

Neues im Nordend: Feines Trinken bei “Rot & Vogel”

Kinners, ich komm ja langsam nicht mehr hinterher mit dem ständigen Auf und Zu in diesem Frankfurt. 

So habe ich von der Schließung des “Moksha” erst erfahren, als ich einen Artikel von der Eröffnung einer neuen Bar im Nordend gelesen hatte. Und das, obwohl ich nur wenige Meter weit entfernt wohne. Gar nicht so einfach, hier stetig auf dem gastronomischen Stand der Dinge zu bleiben! 

Prompt kurz recherchiert, bei Facebook fündig geworden:

“Feines Trinken” wird hier versprochen.

Ferner auch “Gute Drinks. Für gute Leute. Für das Nordend. Für Frankfurt.”

Klingt zunächst ganz meinem Geschmack und nach einer guten Adresse für die abendliche Lektüre bei einem Drink. Schließlich besteht an echten Bars im Frankfurter Nordend doch ein eklatanter Mangel, wie ich finde. Schließlich liegt das “Old Fritz” im Ostend und das “Sugar” in Bornheim!

 

Also: Nix wie hin!

Als ich mich zum Feierabend auf den kurzen Weg zur Bar mache (muss ja nicht immer das Feinstaub sein) , muss ich schallend über mich selbst lachen. Denn warum der Name “Rot & Vogel” gewählt wurde – das erschließt sich mir tatsächlich erst, als ich das Straßenschild an der Kreuzung betrachte, an der die Bar gelegen ist. Rotlintstraße trifft auf Vogelsbergstraße. Ah, merkste was, Matze?

Als ich eintrete, zeigt sich die Bar recht leer. Obwohl für einen Mittwochabend (es ist kurz vor Mitternacht) immerhin noch um die 15 Gäste hier verweilen.,

Buch auspacken, Platz nehmen – und ehe ich mich versehe, werde ich auf das Herzlichste begrüßt und mir wird die Karte gereicht. Auch Knabbereien und ein Aschenbecher stehen schnell bereit. Raucherbar also – sehr schön!

Ich studiere die Karte, schwanke zwischen einem White Russian für durchaus faire 7,50 Euro – entscheide mich dann aber doch für ein naturtrübes “Grevensteiner”, welches das einzig hier erhältliche Bier ist. Aber nicht weiter tragisch, ist ja schließlich eine Bar und keine Kneipe.

 

I like it dunkelblau! Mein Fazit

Die ziemlich großen Räumlichkeiten hat man in feinstem dunkelblau gestrichen; die Einrichtung selbst wirkt recht puristisch. Gefällt mir dennoch sehr! Die Bar scheint gut bestückt, die Preise durchaus angemessen – nicht so aber die Größe der Bar, die auf Kosten von Intimität und Gemütlichkeit ein wenig weitläufig erscheint. Unvorstellbar, dass es hier jemals richtig voll sein wird.

 

Dennoch hält der Ort, was er zu versprechen mag:
Ein Treffpunkt für die Nachbarschaft des Frankfurter Nordend zu sein.

Nicht besonders verspielt und verrückt wie das “Old Fritz”, nicht solide Kneipe wie das Feinstaub, keine Speak Easy-Bar wie das “Parlour” – aber dennoch mit solidem Charme und Herzlichkeit.

Bleibt zu hoffen, dass die Nordendler dieses Angebot auch wahrnehmen, damit nicht schon bald etwas Neues hier einziehen und eröffnen muss.

Ich jedenfalls komme gern wieder!

Dann auch gern auf ‘nen White Russian.