„Alles wie immer“: Vom Glück, ein Stammgast zu sein

„Beck’s, Beck’s Lemon oder Corona?“

Die Dame hinter der Bar lächelt mich breit an und erwartet meine Bestellung. Ich verziehe kurz den Mund. Alles nicht so meins. „Ein Beck’s klingt super!“, entscheide ich mich, platziere in gewohnter Manier mein Buch vor mir – und fühle mich ein wenig fehl am Platz.

Rechts neben mir versuchen sich drei Kerle in Hemd und Jacket, sich gegenseitig mit ihren sportlichen Leistungen zu beeindrucken. „Also ich war gestern nach Feierabend noch zehn Kilometer laufen!“. Herzlichen Glückwunsch, denke ich mir und nehme einen Schluck Beck’s.

Vor den großen Fenstern des „Legend’s“ fällt der erste Schnee des Jahres, und ich frage mich, was ich hier eigentlich mache. Ich säße gar nicht hier, hätte ich mich nicht dabei ertappt, wie ich nach Dienstschluss fast blind und wie ferngesteuert in die U4 gestiegen wäre, um auf einen Feierabend-Schoppen in „Feinstaub“ oder „NORD“ vorbeizuschauen.

Gerade noch so konnte ich mir in Erinnerung rufen, dass es doch gut tue, hin und wieder die eingetreten Pfade zu verlassen. Auch nach Feierabend, versteht sich, oder gerade dann. Und es ist ja auch so: Insbesondere Frankfurt frohlockt mit schier unendlich vielen netten Bars und Kneipen für ein Kaltgetränk zum Feierabend. Alle Entscheidung ist da mitunter schwierig, und so neige auch ich eben dazu, immer wieder dieselben Orte aufzusuchen.

Doch heute, da wollte ich quasi todesmutig neue Wege beschreiten, endlich einmal ausbrechen aus dieser spätabendlichen Feierabend-Routine, woanders lesen, während Freunde schon schlafen. Mir selbst ein Bild von den Bildern aus den Stadtmagazinen machen. Ein bisschen frischer Wind konnte doch nicht schaden?

Statt in die U4 bin ich also auf ein Call-a-Bike gestiegen, eisige Novemberluft schadete kurzzeitig meinem Wohlbefinden. So war das aber nicht gemeint mit dem „frischen Wind“!

Als Ziel auserkoren wart das „Legends“, weil gefühlt jeder schon dort gewesen war – außer eben ich. Diesen Zustand wollte ich beenden, doch nun, wo ich hier sitze, fühle ich mich fremd.

Ich vermisse das „Zuhause“-Gefühl, welches man als Stammgast kennt. Ich vermisse die persönliche Begrüßung, das gerenseitigr Erkundigen nach dem jeweiligen Wohlbefinden. Vermisse das „Wie immer?“, vermisse den großen, sauren Apfelwein, der nach kurzem Nicken daraufhin vor mir abgestellt wird.

Vermisse all die Leute, die auch immer hier sind, die man eben kennt, sei es auch nur vom Sehen. Die Toilette blind zu finden, den Heimweg sowieso: Ebenfalls `ne dufte Sache. Doch sind es nicht gerade diese Annehmlichkeiten, die mich immer wieder an die selben Orte zogen, an die selben Theken trieben?

Ich leere mein Beck‘s und beschließe, nächstes Mal wieder ein anständiges Bier zu trinken. Mache der – wirklich sehr netten – Dame hinter dem Tresen deutlich, dass ich zu zahlen gedenke. Fische unbeholfen im Münzfach meines Portemonnaie herum – äh; was kostete der Spaß hier doch gleich? Oha, ja, gar nicht mal so günstig. „Stimmt so!“

Während ich nach Hause fahre, muss ich grübeln. Fuck yeah, ich hab‘ meinen Horizont erweitert – aber wäre ich in diesem Moment nicht glücklicher gewesen, wäre ich meinem Trott gefolgt, hätte ich die letzte Stunde in vertrauter Umgebung verbracht?

Nun, zumindest hätte ich wohl kaum „face to face“ gleich einer ganzen Armada von Ghettoblastern pinkeln können.

 

Am nächsten Tag:

Ich habe frei (hurra!), ertappe mich nach dem Laufen frischgeduscht dabei, wie ich mich instinktiv auf in mein Stammcafé „Sugar Mama“‘ machen möchte.

Gerade noch rechtzeitig entsinne ich mich jedoch auf meinen Plan für den heutigen Tag: Ein Kumpel schwärmte neulich vom besten Cappuccino der Stadt, und den gebe es im „Anïs“, müsse ich mal probieren.

Dies galt es zu überprüfen; statt wie sonst an die alte Brücke sollte es heute also auf ins Ostend gehen. Frischer Wind und so, ihr wisst schon.

Ich trete ein, freue mich über die Wärme. Die zwischenmenschliche Wärme aber, die fehlt mir. Kein „Hey Matze, schön dich zu sehen!“ zur Begrüßung, keine Umarmung. Kein „Setz‘ dich schon mal!“, kein großer Kaffee mit Sojamilch, der mir serviert wird – ohne dass ich ihn bestellt haben müsste. Seufz. 

Ich vermisse meinen Schaukelstuhl, mein Sofa – und sitze obendrein recht unbequem, auf diesem wackligen Metallstuhl im Ostend. Zwar ist man auch hier sehr nett zu mir, der Milchschaum meines Cappuccino (der wirklich ziemlich gut ist!) zeigt sogar einen Schneemann.

Doch bin ich hier eben nur ein Gast unter vielen, Geschäftspartner, Kaffeetrinker. Und eben nicht: Wohlbekannter Stammgast.

 

Ich hab‘ genug der Experimente. Schlürfe aus, steige wieder auf mein Fahrrad, um die neuen Ufer zu verlassen – und laufe gewissermaßen ein in meinen Heimathafen. „Hallo, Roberta!“, begrüße ich meine liebste Kellnerin in meinem Stammcafé. „Matze, wir haben schon auf dich gewartet!“, strahlt sie mich an. Und ich? Fühle mich ein wenig schlecht, wie ein untreuer Ehemann, der seine Gattin betrogen hat. Ich grüße all diejenigen, die auch immer hier sind und freue mich über den duftenden Kaffee, der mir gereicht wird. Schön, wieder zu Hause zu sein!

Vielfalt hin, Abwechslung her

Die Vielfalt all der Cafés, Bars, Restaurants und Kneipen in Frankfurt lässt die Wahl leicht zur Qual werden. Ein ganzes Leben reicht wohl nicht, um überall einmal einen Kaffee getrunken, ein Stück Kuchen gegessen zu haben. Kaum hat man erstmal einen Laden gefunden, in dem man sich pudelwohl fühlt, kaum hat man sich erst einmal mühevoll durch hartnäckige Besuche den Status eines Stammkunden „erarbeitet“ – da nagt schon wieder das schlechte Gewissen. Zumindest an mir.

Doch haben mir meine beiden Exkursionen der letzten Tage gezeigt:
Ich hätte nichts weiter verpasst außer das wohlige Gefühl, „zu Hause“ zu sein.
Ich kann mich glücklich schätzen, meine liebsten Fleckchen Frankfurts bereits entdeckt zu haben – und nehme dafür künftig nur allzu gern in Kauf, all die anderen sträflichst zu vernachlässigen.

Stammgast zu sein: Das ist nicht langweilig, das ist ein großes Glück. Und ständig an denselben, schönen Orten rumzuhängen großartig! 

Seid ihr meiner Meinung? Seid ihr auch so gerne Stammgast, oder habt ihr Freude daran jeden Tag neue Cafés und Bars entdecken zu können? Ist es euch wichtig, dass man euch kennt – oder könnt ihr es genießen, ein Unbekannter unter Vielen zu sein? Ich bin gespannt auf eure Kommentare!

 

 

Happy Birthday: Ein erster Hauch der QuarterLife-Crisis?

Nun sitze ich also hier, am Tresen meiner Lieblings-Kneipe in meiner unmittelbarer Nachbarschaft, mitten drin im Frankfurter Nordend.

Und beginne eine Ahnung von all den Gedanken, Zweifeln und Ängsten zu bekommen, die so ziemlich einen Jeden recht pünktlich zum 30. Geburtstag ereilen.

Zwar habe ich noch etwas Schonfrist, bis ich mich endgültig von meinen Zwanzigern verabschieden muss. Jedoch werde ich in exakt 48 Minuten meinen 29. Geburtstag feiern, und ich fürchte, auch mein nächstes Lebensjahr wird nur allzu schnell an mir vorüberziehen.

Einmal Frühjahr, einmal Sommer, noch ein Herbst – und zack, dann ist sie da, die Dreißig. Die doch irgendwie Symbol ist für ein endgültiges Erwachsensein.

Hey, war ich nicht gestern erst 20? Ich nehme einen Schluck aus meinem Gerippten und werfe einen Blick zurück.

Als Jugendlicher hatte ich einen väterlichen Freund, der damals in dem Alter gewesen ist, in dem ich mich heute befinde. „Ende zwanzig“ eben.

 

Dieser väterliche Freund von mir, er war für mich der Inbegriff des Erwachsenseins:

Er hatte einen Job. Eine eigene Wohnung in einer Großstadt. Durfte spätabends noch ein Bier in der Kneipe trinken gehen, ohne dafür Schülerausweise fälschen zu müssen und unangenehme Fragen beantworten zu müssen. Und wenn ihm danach war, bis in die Morgenstunden hinein tanzen zu gehen, dann hat er das eben gemacht.

Kurzum:

Er, das war der erwachsenste Mensch für mich überhaupt. Grund für mich, mich im Zimmer meines Elternhauses auf dem Dorf nach dem Erwachsensein, einem unabhängigen Leben, meinem Traumberuf zu sehnen.

 

Sogar bügeln kann ich!

Und heute? Heute bin ich selbst so alt wie damals väterlicher Freund und mein Vorbild es war.

Lediglich: Ich fühle mich mitnichten „erwachsen“.
Und, ganz ehrlich: „Erwachsen sein“, was bedeutet das schon? 

Ich habe meinen Traumberuf ergriffen, der mich recht anständig verdienen lässt. Ich kann es mir leisten, in einer schicken Wohnung zu leben. In einer Großstadt, die erstmals ein Gefühl der Heimat in mir erweckt hat.

Ich habe viele Bücher gelesen, habe so manchen Ort der Welt bereist. Unzählige Menschen sind in mein Leben getreten, ebenso viele haben es wieder verlassen. Manche blieben länger, manche nur kurz. Nur meine Familie, die blieb für immer.

Ich kann für mich sorgen, ich kann Wäsche waschen, weiß einen Wischmopp zu benutzen. Und sogar Hemden bügeln kann ich!

Die Weisheitszähne habe ich verloren, dafür zieren bereits zwei Brücken mein Lächeln. Gut, dass ich über eine Zahn-Zusatzversicherung verfüge. Ja, auch solche profanen „Erwachsenen-Dinge“ besitze ich.

Ich habe viele Feste gefeiert, manch Kater auskuriert. Ich habe gelacht, geweint, mal gewonnen, mal verloren. Mir mein Herz brechen lassen – und andere gebrochen. War mal der Arsch, mal das Häufchen Elend.

Erlebte Höhenflüge, bin so richtig abgestürzt. Habe Hilfe erfahren, habe mich neu entdeckt und mich mit meiner Liebe zu neu entdeckten Leidenschaften wieder aufgerappelt. Dieser Blog ist eine dieser Leidenschaften.

Die schönsten und bittersten Erfahrungen meines Lebens sind in Form von Tattoos auf meiner Haut verewigt.

Ich gehe arbeiten, habe Hobbies, verdiene Geld, gebe es aus. Verreise ab und zu, gehe nach wie vor auch gern mal feiern. Ich treibe Sport, wann auch immer die Zeit es zulässt – und bin froh, wenn ich meine Jungs treffe.

 

Könnte glatt so weitergehen, oder?

Es sind nun noch 34 Minuten bis zu meinem Geburtstag, und ich resümiere:

Jawollja, es ist mir gelungen, ein unabhängiges Leben aufzubauen. Jede meiner Entscheidungen habe ich aus freiem Willen treffen können, ich bin nur mir selbst Rechenschaft schuldig und habe auch ansonsten (gottlob!) keinerlei Schulden. Äh, auch meinen Deckel am letzten Wochenende hatte ich bezahlt. Glaube ich.

Herzlichen Glückwunsch also, Sie haben Ihr Ziel erreicht? 

Doch genau der Gedanke daran, dass es jetzt ja eigentlich so weiter gehen könnte: Er lässt mich verzweifeln und macht mir Angst.

Fast tröstlich, dass es nicht nur mir so geht. Mittlerweile wurde schließlich gar ein Begriff erdacht für dieses kritische Zurückblicken, gepaart mit der fatalsten aller Fragen: „War das jetzt schon alles?“.

„Quarter Life Crisis“, so hat man diese kleine Lebenskrise getauft. Die die Kraft hat, so manchen Endzwanziger kurzzeitig mal ordentlich aus der Bahn zu werfen.

 

Noch 23 Minuten

Und ich fürchte, ein Hauch dieser hat auch mich soeben erreicht. Klar, alles könnte gemütlich so weiter zu gehen. Aber hey, soll das tatsächlich schon alles gewesen sein? Bin ich angekommen, verharre nun mein restliches Leben lang im Alltag, den ich mir erschaffen habe?

Noch ist’s ja nicht zu spät, noch erwarte ich zu viel vom Leben. Aber was soll da noch kommen? Wie viele Orte dieser Welt muss man bereist haben, um „angekommen“ zu sein? Wie viele Bücher soll ich noch lesen, um als „belesen“ zu gelten? Welche Karriere soll ich noch machen, um mich mit stolz geschwellter Brust als „erfolgreich“ bezeichnen zu dürfen?

Ich fürchte, meine Gedanken enden bei der alten Frage nach dem Glück.

Ein Zitat fällt mir ein, welches mir eine Person mit auf den Weg gegeben hat, die wohl zu den herausragendsten und denkwürdigsten Bekanntschaften meines bisherigen Lebens zählt:

Es gibt kein schönes Leben. Es gibt nur schöne Tage

Ein wunderschönes Zitat, und ich vermute, es ist verdammt wahr.

 

Solange ich noch Träume habe…

Ich ziehe an meiner Zigarette (ja, auch damit hab ich irgendwann mal ngefangen…) und überlege mir, was ich von den kommenden Jahren noch erwarte.

Ich könnte so viel tun und machen, so viel sehen und erleben – nur:
Möchte ich das? Will ich das? Und – um Himmels Willen – was verpasse ich auch alles? Kann ich mit 29 tatsächlich schon Wurzeln geschlagen haben in einer Stadt? Oder nicht vielmehr nochmals meine Zelte abbrechen, um den Horizont zu erweitern?

Ich weiß es nicht. Wirklich nicht. 

Was ich aber ganz bestimmt weiß: Solange ich noch konkrete Ziele habe, solange ich noch Träume haben, solange mag ich mein Leben verdammt gerne.

Ich mag ein Buch schreiben. Mag zumindest Südostasien entdecken. Mag nicht von dieser Welt gehen, ohne Vater zu sein. Und zwar mindestens der allerbeste Papa dieser Welt!

Gleich ist es soweit. Der Minutenzeiger meiner Armbanduhr rückt bedrohlich Nahe an die Mitternacht heran. Wie gut, dass niemand außer mir im Raum weiß, dass ich in drei Minuten Geburtstag haben werden. Muss ja auch nicht, reicht wenn ich morgen Abend meine Freunde um mich versammeln kann.

 

Auf mich und ein neues Jahr!

Ich sollte das mit dem Denken jetzt vielleicht endlich mal bleiben lassen. Führt ja zu eh nichts, außer zu depressiver Verstimmung und schlaflosen Nächten.

Vielleicht fang‘ ich übermorgen wieder zu Zweifeln und Grübeln an, aber heute, hey, da hab‘ ich Geburtstag, und der ist schließlich nur einmal im Jahr!

Ich sollte meinen Tag und mein bisheriges Leben symbolisch zelebrieren. Nur für mich. Ich bestelle ein edles Getränk (gegeizt wird heute nicht!) und grinse in mich hinein. Die Datumsanzeige meiner Uhr wechselt. Es ist soweit. Und bislang fühle ich mich noch ganz und gar wie mit 28.

Happy Birthday, Matze. Auf ein neues Lebensjahr – und darauf, dass die 30 noch 365 Tage weit entfernt ist.

 

 

 

 

Herbstgedanken.

Verdammt, wo ist eigentlich der Sommer hin? Wo sind die langen, heißen Tage geblieben, wo das unbeschwerte Gefühl der umschmeichelnden Wärme, der Losgelassenheit, der Unbeschwertheit des Momentes? Das wohlige Gefühl der Hitze auf der Haut, der Durst nach Kaltem, der Durst nach mehr?

foto-29-10-16-16-16-27


Nackter Beton auf dem Grund der Wasserspiele, welche doch gefühlt gestern erst die Kinder zum Toben im kalten Nass bewogen.

Buntes Laub auf den Wiesen des Ostparks, die doch gefühlt gestern noch bevölkert waren von Menschen, die ihren Abend beim gemeinschaftlichen Grillen ausklingen ließen – oder begannen. Der Duft von Glut und Fleisch – gewichen dem der welken Blätter.

Am Mainufer ein kalter Wind, wo doch gefühlt gestern noch im T-Shirt bis nach Mitternacht mit Freunden ein Picknick zelebriert wurde. Gewichen einer kahlen Wiese, die neulich noch nahezu gänzlich verdeckt war von Decken und Menschen. Und auch die Skyline verschwimmt zunehmend mit dem Grau des Himmels, statt in ihren Bann zu ziehen.

Lebensfreude, wo bist du hin? Bist du über Nacht von uns und mir gegangen, hast du dich versteckt, bist in einen Erholungsschlaf gefallen, bist erschöpft von all dem Rausch des Sommers, den du uns beschert hast?

Sollen wir in Depression verfallen? Gar selbst Winterschlaf halten? Oder vielleicht einfach die Augen öffnen, die Perspektive wechseln?

Das Leben nun dort sehen, wo es an den sonnigen Tagen eben nicht stattgefunden hat?

Das Knistern eines Kaminfeuers zu genießen, statt die Hitze im Dachgeschoss zu verfluchen? Das Gefühl eines „zuhause Seins“ genießen, statt rastlos den Sommer auskosten zu wollen?

Menschen, die erfreut über die wohlige Wärme im Café ihre Mäntel ablegen und mit kalten Händen Tassen umklammern, wo gefühlt gestern noch gähnende Leere herrschte.

Museen, in denen sich der eigene Horizont vergrößern und das Bewusstsein für unser aller Geschichte und Herkunft erweitern lässt – wo man doch gefühlt gestern noch einsam durch die Korridore gestreift wäre.

Kneipen, in denen hinter beschlagenen Fenstern nun das Leben tobt, tiefe oder auch gänzlich belanglose Gespräche geführt werden – in denen gefühlt gestern doch noch lediglich bemitleidenswerte Menschen ihr Dasein beim sechsten Pils an der Theke fristeten.

Nein, das Leben hat nicht aufgehört zu existieren in dieser melancholischen Zeit irgendwo zwischen lauen Nächten und den Freuden über frischen Schnee, der besinnlichen Zeit mit der Familie an Weihnachten. 

Es hat sich lediglich zurückgezogen. An Orte, an denen es sich gemütlich machen lässt. Orte der wohlig-warmen Zuflucht, manchmal auch der Ruhe. Aber auch dort lässt es sich glücklich sein. Hoffentlich. 

foto-29-10-16-16-33-34

Und bald ist ja eh schon wieder Weihnachtsmarkt.